Wurfsendung: Schmusekurs


Post von Bürgermeister Krafft an alle Bürger*innen

Achim Krafft entlastet und bestätigt Dr. Ziebart und Mitunterzeichner vollumfänglich

Ein Kommentar von E. Fendi

Was ist denn jetzt los?

Mit einem Inserat im Montfortboten warben Dr. Ziebart und Mitunterzeichner für einen Wechsel an der Rathausspitze, begründeten dies unter anderem neben umfassender Verwaltungserfahrung mit erforderlicher wertschätzender Kommunikation gegenüber allen und empfahlen Ole Münder als beste Wahl. Und nun nach knapp 3 Wochen meldet sich Achim Krafft mit einer Wurfsendung am 18. November 2020 an alle Haushalte: „Ich habe verstanden“, so will er verstanden werden. Er bestätigt damit auch Ziebart und Mitunterzeichner und gibt kleinlaut zu: „Deshalb verstehe ich auch die Kritik (. . .) Sie wünschen sich eine aktivere Kommunikation.“  

In dem Schreiben an alle Haushalte bietet er seine Kommunikations-Angebotspalette als Baukasten mit Modulen aus dem Wellnessbereich an: Marktplausch auf dem Wochenmarkt, Termine im Bürgerservice, Achim Krafft-Treff, Arbeitskreis Versöhnung, moderierte Kommunikation „Bürger zu Bürger“. Das zieht. Aber reicht das?

Beinahe unschuldig fragt Krafft: „Warum dieser mitunter aggressive Ton?“ 

Allerdings nutzt er nicht die Chance zur Analyse und blendet zugleich völlig aus, dass der engagierte Wahlkampf für und gegen ihn die Weiterentwicklung seiner in den letzten acht Jahren abgelieferten Arbeit darstellt. 49,07 % lieben ihn, sind zufrieden. Aber 49,72 % sind mit Kraffts Performance unzufrieden und das nicht erst seit gestern. Seine nur rudimentär ausgeprägten Kommunikationstalente sind nur ein Teil der Facette. Im Grunde könnten die Bürger*innen auch mit einem wortkargen Bürgermeister, der sich nicht ständig in Szene setzt, gut zurechtkommen. 

Der Hebel zum Erfolg wäre vielmehr die Sacharbeit gewesen. Beschlussvorlagen, die nicht nur die halbe Wahrheit beinhalten, die nicht mühselig dechiffriert werden müssen, die ein Für und Wider enthalten. Eine Sacharbeit, die nicht nur Partikularinteressen bedient, sondern Parteien und Gruppen übergreifend in wertschätzender Kommunikation (auch gegenüber Gemeinderät*innen) erarbeitet wird und so auch die Zustimmung von deutlich mehr als 49,07 % erreicht. Eine Sacharbeit, die den Bürger*innen zeigt, dass der Bürgermeister für die Bürger*innen kämpft. Einer, der auch bei ungünstiger Ausgangslage versucht, den einen oder anderen Antragsteller oder Investor von seinem Vorhaben abzubringen: Beispielsweise einen hässlichen, schwarzen Kasten an die Promenade zu platzieren. Eine Sacharbeit, die erkennbar, nachvollziehbar auf ein großes, transparentes Ziel, eine Vision ausgerichtet ist.

So angewandt, würde Kommunikationspolitik gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern zu einer wichtigen Maßnahme. Eine Kommunikation, die kurz, prägnant, nicht monologisierend und barock abschweifend wirkt. Werden dann Briefe aus der Bürgerschaft zeitnah durch den Führungsstab beantwortet, ist fast alles gut. 

Ein modularer Kommunikationsbaukasten und Versöhnungskurse auf der Yogamatte ersetzen keine breit gefächerte Sacharbeit, sind nichts anderes als Hokuspokus oder Bluff.

Ein breites Kreuz und ein dickes Fell, wie Krafft es für erforderlich hält, braucht es keineswegs. Beides ist abzulegen, es ist sogar kontraproduktiv. Helm auf und durch heißt nichts anderes als “ weiter so wie bisher“.

Krafft, der jegliche Kritik in der Vergangenheit mit dem Hinweis „das stehe ich durch“ von sich wies, schreibt heute, ein Aushang am Kirchenportal habe ihn ernster und verschlossener gemacht, sei ein Rückzug zum Selbstschutz gewesen sei. Das ist mehr als peinlich.

Die Wählerinnen und Wähler sind klug genug, um zu erkennen, dass zwei Bewerber mit unterschiedlichem Profil hinsichtlich Expertise, Erfahrung und persönlichen Kompetenzen zur Wahl angetreten sind. Es geht darum, denjenigen zu wählen, dem zuzutrauen ist, dass er Langenargen mit den Bürgern*innen für die Bürger*innen in die Zukunft führt. Es geht um einen Neuanfang.

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Aktualisierung, 19.11.2020, 13.19 Uhr

AGORA hatte gestern eine Presseanfrage an die Staatsanwaltschaft Ravensburg gemacht, um zu erfahren, was aus dem Vorfall zu Pfingsten vor zwei Jahren geworden ist . Die Schwäbische Zeitung berichtete 2018 hier und hier.

Heute kam die Antwort:

Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen seien die Akten von der Polizei der Staatsanwaltschaft Ravensburg vorgelegt worden, wozu die Polizei auch verpflichtet sei. Es gab ein Aktenzeichen, das AGORA vorliegt. Weiter schreibt die Oberstaatsanwältin und Pressesprecherin Christine Weiss, dass durch Verfügung vom 10.09.2018 das Verfahren eingestellt wurde, da der oder die Täter nicht ermittelt werden konnten.

  1. Offener Brief

    Sehr geehrter Herr Bürgermeister Krafft,

    gestern bekamen wir Ihre Wurfsendung. Dort stand zu lesen, dass Sie einen Arbeitskreis „Versöhnung“ ins Leben rufen wollen.
    Um mit Menschen fair und ehrlich umzugehen, bedarf es keinen Arbeitskreis Versöhnung. Sie haben noch 8 Tage bis zur Wahl, in denen Sie die Möglichkeit haben, sich einfach bei einigen Leuten persönlich zu entschuldigen. Sie haben auch die Möglichkeit dem „Forum Langenargen“ die Hand zu reichen.
    Sie werben mit Ihrer Familie, aber als wir von Ihnen Schutz für unsere Familie einforderten, mussten wir bis zum obersten Datenschützer von BaWü, um unser Recht zu bekommen.
    Zur Erinnerung: Im Jahr 2018 wurde auf einer nicht öffentlichen Sitzung ein Überprüfungswunsch unseres Bauwagens beschlossen( obwohl er 2016 bereits kontrolliert und nicht beanstandet wurde und die Gemeinde damit sogar auf Ihrer Homepage warb)
    Ihr Kontrolleur, kam daraufhin unbefugt auf unser Grundstück und machte Bilder des Innenraums unseres Bauwagens, auf denen all die Kuscheltiere meiner Töchter zu sehen waren, die darin übernachtet hatten. Es dauerte 8 Schreiben an Sie, bis wir überhaupt eine Antwort bekamen. Mein Recht auf Informationsfreiheit interessierte Sie nicht. Dabei wollte ich nur den Grund für die Überprüfung wissen und die Bilder sehen, die den Gemeinderäten vorgelegt wurden. 14 Monate später teilte mir Herr Bitzer mit, dass die Bilder nun geschwärzt würden.
    Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass Sie innerhalb der letzten 2 Wochen ein anderer Mensch geworden sind. Beim Lesen ihrer neuesten Aufrufe habe ich das Gefühl für dumm verkauft zu werden.
    Zum glück haben Sie noch 8 Tage Zeit….

    E.walker

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