Der Montfort-Bote


Was macht der denn?

Er interviewt in seiner aktuellen Ausgabe eine Vertreterin einer neuen Partei, Dr. Heike Padberg aus LA, die bei den Landtagswahlen in BW antreten will und auch andernorts Kandidaten für die Landtagswahl Mitte März in BW aufstellt. Leider ist das Interview mit Padberg im redaktionellen Teil des Montfort-Boten( MOBO) nicht zu verlinken.

Um welche Partei geht es? Die Partei „Die Basis“, die seit 2020 als die Nachfolgepartei von „Widerstand 2020“gilt und von dem umstrittenen Arzt und Corona-Skeptiker, Bodo Schiffmann, gegründet wurde. Schiffmann hatte auch diese zweite Partei mitgegründet und sie auch schon wieder verlassen. Dass diese heterogenen Gruppierungen auch Anhänger verschwörungstheoretischer Erzählungen und der sog. „Querdenkerbewegung“sind, ist bekannt.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf kann man dann das Interview einordnen und die unbelegten Statements der potentiellen Landtagskandidatin hinterfragen.

Das gesamte Interview lässt sich an dieser Stelle nicht wiedergeben. Es lohnt auch nicht, die Fragen der MOBO-Redaktion bewirken nur krude Antworten. Beispielsweise wenn es um die Medien geht, denen man nicht tauen kann. Die Tagesschau berichte nicht frei und Experten würden zensiert. Oder Bildungspolitik solle von Eltern und Kindern bestimmt werden, fordert Padberg. Allen Antworten ist gemein, dass sie Ängste widerspiegeln. Es ist vermutlich die Angst vor Kontrollverlust in unsicheren Zeiten. Es ist die Suche nach Halt in schwierigen Zeiten, die Menschen so sprechen lässt.

Es bleibt die Verwunderung darüber, dass der MOBO dieser Kandidatur so große Bedeutung beimisst. Wäre es der Gedanke nach Aufklärung, so müsste der Hintergrund dieser Partei in dem Zusammenhang beleuchtet werden. Das ist leider nicht der Fall. 

Die Botschaft am Schluss, dass Padberg weiterhin als Nachrückerin auf der Liste der SPD steht, lässt aufhorchen. Die Antwort auf die Frage des MOBO, ob Padberg trotz des Engagements in der „Basis-Partei“, ihr Mandat in der Kommunalpolitik wahrnehmen wolle: „Sicher, warum nicht [. . .]Mein Engagement für die Basis -Partei würde einem kommunalpolitischen Amt nicht im Wege stehen.“ Wir erinnern uns : Die sog. „Querdenker-Bewegung“steht in BW unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes. Diese Beobachtung halten übrigens nur 21 Prozent der Befragten einer aktuellen Umfrage zufolge für übertrieben. In deren Umfeld agiert auch diese neue Partei. Da muss die SPD doch klar und deutlich Stellung beziehen. Entweder SPD oder Basis-Partei. Beides geht nicht.

Vielleicht begreift die MOBO-Redaktion ja dieses denkwürdige Interview als Teil der Aufklärung für die SPD, die in LA nur noch mit 2 Sitzen im Gemeinderat vertreten ist. Mit solchen potentiellen Nachrückerkandidatinnen ist kein Staat zu machen.

Es ist wohl glücklicherweise kaum zu erwarten, dass die 5%-Hürde bei der Landtagswahl von dieser neuen Partei überwunden werden könnte. Hier die Ergebnisse der aktuellen Umfrage.

Weiterführende Literatur zu Verschwörungserzählungen: Hier.

Die Bundeszentrale für Politische Bildung hier und hier.

Übrigens finden Sie hier und hier Pressestimmen zur basis-Partei aus anderen Gegenden. ( Aktualisierung, 7.02.2021, 9.05Uhr)

Reiten Sie nicht auf der Verschwörungswelle, surfen Sie lieber an der Argen! Könnte jedoch auch nicht ganz ungefährlich sein. . . .

Einsendung eines AGORA-Lesers von gestern: Surf’in LA an der Argen

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