Mutiger Protest live im russischen TV


KATAPULT

Während der Live-Übertragung des staatlichen russischen Senders Channel One Russia springt überraschend eine Frau ins Bild, in der Hand ein Schild mit der Aufschrift: „Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Sie lügen euch hier an.“

Nach wenigen Sekunden wird die Übertragung abgebrochen und Bilder eines Krankenhauses werden gezeigt. Heute Abend um 21.00 Uhr Moskauer Zeit hatte sich Marina Owsyannikowa vor die Kamera geschlichen, um gegen den Krieg zu protestieren. Die Frau, die selbst für Channel One arbeitet, hatte zuvor eine separate Nachricht aufgenommen, in der sie sagte, sie schäme sich, selbst Mitarbeiterin von Channel One zu sein. In ihrer Erklärung bezog sie auch Stellung zum Einmarsch in die Ukraine: „Die Verantwortung für diese Aggression lastet auf den Schultern einer einzigen Person, nämlich Wladimir Putin“, sagte sie. Ihr Vater sei Ukrainer und sie rief die Russ:innen auf, an den Antikriegsdemonstrationen im Land teilzunehmen, um ein Ende des Krieges zu fordern, auch wenn gegen die Demonstranten hart vorgegangen wird.

„Nur wir haben die Macht, diesen ganzen Wahnsinn zu beenden. Sie können uns nicht alle ins Gefängnis stecken.“ Nach Angaben der russischen Menschenrechtsorganisation OVD-Info wurde Owsyannikowa kurz nach ihrem Protest in Moskau festgenommen. Sollte sie auf Grundlage des neuen Gesetzes gegen die Verbreitung von „Fake News“ über das russische Militär angeklagt und schuldig gesprochen werden, drohen ihr bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Originally tweeted by KATAPULT Magazin (@Katapultmagazin) on 14. März 2022.

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