AGORA im Freiluftmodus

Politische Rebstockgespräche

Nicht nur aus beruflicher Neugier hat die Redaktion AGORA zwei Tage als freiwillige Helferin bei einem Winzer am bayrischen Bodensee gearbeitet. Erlebnisreiche Tage, die zu aufschlussreichen Gesprächen über Reben und Politik führten. 

Die Reben in den Händen haltend, sortierend nach guten und schlechten Trauben der frühen Sorte Bacchus und Müller-Thurgau, sortiert man gleichzeitig seine Gedanken im Diskurs über Pflanzenschutz, Bienen, Klimawandel und Politik mit seinem Gegenüber auf der anderen Rebstockseite. Als Anfänger*in beim „Wimmeln“ (schwäbisch: lesen)stellt man dann fest, dass die Ernte wirklich mühsam ist. Das sei wohl auch dem Klimawandel geschuldet, heißt es. Und tatsächlich, die Rebe in der Hand spiegelt die Wetterberichte der vergangenen Monate wider.

Die eingetrockneten Beeren oben im Bild erinnern an die extreme Hitze bereits im Juni des laufenden Jahres: Sonnenbrand! Der Pilzbefall weist auf die unglaublichen Starkregenfälle, die im Laufe des  Sommer teilweise nur punktuell niedergingen, hin.  Alles ablesbar an einer Rebe. Man habe in den letzten Jahren bereits an neuen Sorten geforscht, um klimaresistentere Rebsorten zu entwickeln.

Beim Weiterwimmeln gehen einem dann so die Gedanken durch den Kopf. . . . ob es irgendwann den klimaresistenten Menschen gibt? Wohl kaum!

Fridays for future lässt grüßen! Dazu übrigens ein Hinweis auf die  gestrige Sendung  im ZDF, die in 45 Minuten alles Wesentliche zum Klimawandel zusammenfasst.

Nächstes Thema in den Rebstockreihen ist die Kommunalpolitik: man wolle demonstrieren heute Abend . . . Die AfD Lindau wolle sich positionieren für die Kommunalwahl in Bayern im nächsten Jahr, wolle sich in Nonnenhorn treffen, bei einem anderen Winzer im Ort, nachdem keine anderen Gastwirte in der Umgebung der AfD Räume hätten geben wollen. Dagegen wolle man demonstrieren. Es sei kein Platz in Nonnenhorn für solche Leute! Die Schwäbische Zeitung habe heute darüber berichtet und auch die Initiative „Allgäu gegen rechts außen“. Zwar wurde das Treffen bei dem Wirt kurzfristig abgesagt, gegen dessen Verhalten werde trotzdem demonstriert.

Also nach der „Wimmelei“ zur Demo. Dort waren ca. 150 Demonstrierende auf den Beinen.

Es gab noch mehr Themen: z.B. das Volksbegehren zur Rettung der Bienen, das Bayern bereits hinter sich hat. Aber das ist ein Thema für die nächsten Tage!

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