Mediensituation in Russland


KATAPULT

Diese Medien und sozialen Netzwerke sind in Russland massiv eingeschränkt oder ganz blockiert.

In lateinischer Schreibweise:

Putin schränkt die Berichterstattung in Russland massiv ein. Seit einer Woche ist es verboten, über das Militär anders zu berichten, als es das Verteidigungsministerium vorschreibt. Jegliche Aufrufe zu Aktionen oder Protesten stehen unter Strafe.
Ebenso wie eine Verleumdung des russischen Militärs. Die Wörter Krieg oder Angriffskrieg dürfen nicht verwendet werden. Stattdessen gibt der Kreml diese Umschreibung vor: “militärische Spezialoperation”.
Unabhängige Berichterstattung aus Russland ist kaum mehr möglich. Wer sich dagegen stellt, muss mit Gefängnisstrafen bis zu 15 Jahren rechnen. Viele russische Journalist:innen sind ausgereist oder müssen sich in ihrer Berichterstattung massiv einschränken.

Auch ausländische Korrespondent:innen haben deswegen bereits das Land verlassen. Für sie gelten die Strafen ebenso. Einige von ihnen, beispielsweise jene vom ZDF und ARD sind mittlerweile wieder im Moskauer Büro.
Russland ist derzeit auf Rang 150 von 180 auf der Liste der Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen. Mit den neuesten Einschränkungen erreicht Putin einen Höhepunkt der Pressezensur in Russland. Nur wenig Russ:innen wissen über den Krieg in der Ukraine Bescheid.

Fast 90 Prozent der Bevölkerung informieren sich über das Staatsfernsehen, das Putin treu ist. Damit noch weniger Information von außen durchsickert, hat der Kreml auch soziale Medien eingeschränkt oder ganz blockiert.
Viele russische Medien haben in den letzten Tagen ihre Dienste eingeschränkt oder ihre Arbeit aufgegeben. Mediazona gab am 6.3.2022 die Sperrung der eigenen Website bekannt. Zuvor hatte die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor die Löschung der Seite gefordert.
Mediazona hatte ihrer Meinung nach Falschinformationen über den Krieg verbreitet. Auch TV Rain (Doshd) stellte seine Arbeit am 3.3.2022 vorübergehend ein. Der Chefredakteur sah die Sicherheit seiner Mitarbeiter:innen in Gefahr.

Die Vereinten Nationen verurteilen Putins Verhalten. Das sei eine Informationssperre, sagen drei UN-Experten vor dem Menschenrechtsrat. Sie fordern eine internationale Untersuchungskommission, welche die angeblichen Verstöße gegen Meinungs- und Medienfreiheit prüfen soll.
Die Zensur wirkt. Die Direktorin des Berliner Zentrums für Osteuropa und internationale Studien, Gwendolyn Sasse, bestätigt, dass sich ein Großteil der russischen Bevölkerung nicht unabhängig über den Krieg informieren kann.
Der ganze Thread als Text ist auf unserer Website: https://katapult-magazin.de/de/artikel/medien-und-netzwerke-die-putin-massiv-einschraenkt


Originally tweeted by KATAPULT Magazin (@Katapultmagazin) on 13. März 2022.

Einordnung zur Kriegsberichterstattung:

Wenn schon in Russland nicht berichtet werden darf, dann sollte es doch wenigstens Bilder geben, die der Welt zeigen, was im sogenannten zivilisierten Europa vor unser aller Augen passiert, meint AGORA-LA. Oder darf ein Kriegsfotograf das etwa nicht? Worum geht es?

Die Redaktion hat in der NEW YORK TIMES auf der Titelseite am 7. März ein Foto, das eine ukrainische Mutter mit ihren beiden erschossenen Kindern zeigt, veröffentlicht. Nicht ohne zuvor über die Veröffentlichung und eine mögliche Verpixelung der Gesichter zu diskutieren. Man hat sich dann für die unbearbeitete Version entschieden. Die Geschichte hinter diesem Foto wird hier ( Hinweis: Das Foto ist auf der Seite vom ZDF unbearbeitet zu sehen) beschrieben. 

„ Ich dachte aber auch, dass dieses Foto das Zeugnis eines Kriegsverbrechens ist, und dass ich dieses Foto machen soll. Diese Menschen, unschuldige Zivilisten, wurden angegriffen.

Linsey Addario, Kriegsfotografin ( Pulitzerpreisträgern)

Der überlebende Vater, der zur Zeit des Angriffs bei seiner kranken Mutter war, hat die Erlaubnis zur unverpixelten Veröffentlichung der Bilder gegeben, weil die Welt sehen solle, was hier passiert ist. Das Argument, dass solche Bilder Kinder und Jugendliche möglicherweise verstören könnten, mag richtig sein. Aber wieviele Kinder und Jugendliche sitzen leider häufig vor Ballerspielen am Computer, ohne dass wir die Folgen auf ihre Psyche zu berücksichtigen!

Wir müssen die Welt zeigen wie sie ist, auch wenn wir sie so eigentlich nicht sehen wollen.

Am heutigen Sonntag sind Russ:innen in mehr als 37 Städten auf die Straße gegangen. Unter den Festgenommenen sind auch mindestens 13 Journalist:innen.


Stand heute, 21.15 Uhr

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs wurden in Russland mehr als 14.100 Demonstrierende festgenommen.

Originally tweeted by KATAPULT Magazin (@Katapultmagazin) on 13. März 2022.

Aber vielleicht gibt es einen kleinen Hoffnungsschwimmer in dem ganzen Elend:

Originally tweeted by KATAPULT Magazin (@Katapultmagazin) on 13. März 2022.

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