Die Morgenländer

Ausstellungseröffnung in Hohenems

Das ist wieder einmal professionelle Museumsarbeit in Hohenems! AGORA-LA hatte bereits hier berichtet. Am letzten Sonntag wurde nun die aktuelle Ausstellung offiziell eröffnet.

(c) Walser Foto: Eröffnung

Zuvor hatte AGORA-LA die Gelegenheit zu einem Presserundgang. Es ist wirklich immer wieder erstaunlich, mit welcher Professionalität die eher kleinen Ausstellungsräume im Keller des Museums bespielt und die Exponate in Szene gesetzt werden. Dafür hat man das Gewölbe einfach blau gestrichen. So wirken die Exponate besonders.

(c) Walser Foto
(c) Walser Foto

Warum nun der Titel der Ausstellung „Die Morgenländer“?

Simon von Geldern (1720-1774), Großonkel von Heinrich Heine, bricht als Jude des 18. Jahrhunderts aus dem Ghetto in der Judengasse in Frankfurt auf, um zwischen den Grenzen der europäischen Aufklärung und östlicher Mystik seine Sehnsucht nach dem Orient zu befriedigen. Zurück kehrt er in „türkischer Tracht“ und nimmt die Bezeichnung aus seinem Umfeld der „Morgenländer“ gerne an. Weitere „Morgenländer“ haben als Vertreter der „Wissenschaft des Judentums “ später im 19. Jahrhundert das Judentum historisch versucht zu begreifen, sie erforschten die Sprachen und die Geschichte des Orients auf der Suche nach ihren Wurzeln. Sie schärften den Blick auf die arabische Welt und den Islam als Quellen der europäischen Kultur. Dabei traten sie als Gönner, Forscher und Vermittler orientalischer Kulturgüter auf. So hatte beispielsweise der jüdische Kaufmann James Simon die Grabungen in Ägypten 1912 finanziell unterstützt, die die weltberühmte Büste der Nofretete nach Berlin brachte.

Den Hang zum Orientalismus in dieser Zeit findet man in der Architektur, Kunst und Mode wieder. Wir sehen diesen maurischen Stil auch in den Ornamenten unseres Schlosses.

(c) AGORA-LA: Orientalischer Baustil des 19. Jahrhunderts

Es lohnt sich also mal wieder bei den Museumsnachbarn in Hohenems vorbeizuschauen. Jedes Exponat birgt im blauen Keller Eindrucksvolles. Professionell begleitet durch die beiden Kuratorinnen Dr. Felicitas Heimann-Jelinek, ehemalige Chefkuratorin des Jüdischen Museums Wien und Dinah Ehrenfeld, Ausstellungskuratorin im Jüdischen Museum Hohenems. Auch das Vermittlungsprogramm für Schulen kann sich sehen lassen. HIER

„ Beschreiben nützt nichts, ansehen.“

( Zitat von Ludwig Borchardt, deutscher Ägyptologe und Architekt, Entdecker der Nofretete)

Eingangsfoto : (c) Walser Foto

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