Algenprobleme im Schussendelta
Klimawandel als Ausrede
Die Bürgerinitiative zur Revitalisierung des Schussendeltas (BIRDS)stellt klar: Das Algenproblem in den Strandbädern ist primär hausgemacht. Dass die lästigen Algenteppiche im Juni trotz idealer Wachstumsbedingungen – viel ausblieben, beweist: Nicht das Klima entscheidet über die Algenpest, sondern allein die Nährstoffversorgung. Und diese war im Juni gering.
Offizielle Stellen führen den Klimawandel als Hauptursache für Algenblüten an, um von der eigentlichen Problematik abzulenken: der Nährstoffbelastung. Dabei zeigt das diesjährige Ausbleiben der Flächenmäßigen Algenteppiche am Strandbad Langenargen eindrucksvoll, dass das Problem physikalisch steuerbar ist.Entscheidend war das Niedrigwasser. Dadurch übernahmen natürliche Kanäle im Delta eine Leitfunktion für das nährstoffreiche Wasser der Schussen und leiteten es in den See hinaus. Zusätzlich trieben günstige Ost- und Nordostwinde das Oberflächenwasser der Flachwasserzone in den See hinaus. Frisches, sauberes Tiefenwasser strömte dann in diesen Bereich nach. Eine Messung der BIRDS im
Strandbad belegt: Die Phosphatkonzentration war mit weniger als 20 Mikrogramm/Liter deutlich unter der kritischen Schwelle von 35 Mikrogramm/L, da haben Algen keine Chance – egal wie warm es ist. In der Schussen konnte dagegen ein Wert von 200 Mikrogramm/L gemessen werden. Idealerweise müssten die Phosphateinträge an den Quellen weiter reduziert werden. Da hier jedoch technisch weitgehend alles ausgereizt ist und andere, sehr bedeutsame diffuse Quellen nicht steuerbar sind, ist das auf unabsehbare Zeit unrealistisch. Die Politik muss handeln: Die Lösung liegt in der aktiven Steuerung der Wasserströme.
Für die BIRDS ist dieses Ergebnis ein klares Signal an die Behörden. Anstatt den Klimawandel als unvermeidbare Ausrede zu nutzen, sind technische Lösungen gefragt. Der Bau von Leitdämmen ist die einzige dauerhaft wirksame Maßnahme, um das belastete Schussenwasser gezielt in den See zu leiten und die Wasserqualität in den Strandbädern nachhaltig zu sichern. „Das Algenproblem ist keine Wettererscheinung, sondern eine Frage der Nährstofffracht“, so das Fazit der BIRDS.„Wer den Klimawandel vorschiebt, verschließt die Augen vor der notwendigentechnischen Infrastruktur.“ (dgm)
Bildinfo zum Eingangsfoto: Blick von den Seewiesen ins Schussendelta am 4.7.2026. Der Schein trügt: Was manche alsAlgenteppiche deuten, sind massiv wuchernde Laichkräuter („Seegras“). Aber auch dies ist ein deutliches Zeichen von permanent zu großem Nährstoffangebot. (c) Foto und Bildunterschrift:BIRDS
Ergänzendes von Agora-LA: 12.7.2026

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