Schlossinitiative zur Errichtung eines Steinmodells

Das ehemalige Schloss Argen

Pressemitteilung der Initiative:

Im Jahre 2023 wurde das Jubiläum „1250 Jahre Langenargen“ feierlich begangen. Inzwischen sind auch die aufwendigen Restaurierungsarbeiten an Schloss Montfort beendet. In diesem Zusammenhang hat sich zu Beginn dieses Jahres eine Initiative mit dem Schlossarchitekten Albrecht Weber, dem Bildgestalter des ehemaligen Schlosses Argen Karl Boczek und dem Lokalhistoriker Reinhard Schick gebildet. Ziel dieser Initiatoren ist es, eine Rekonstruktion des ehemaligen Schlosses Argen anzufertigen, das vom 17. bis ins 19. Jh. an der Stelle des heutigen Schlosses Montfort bestand, und als Steinmodell im Schlosspark aufzustellen.

Ausgangspunkt waren die Vorbereitungen zur Montfort-Monographie von Dr. Elmar Kuhn, die der Gemeindearchivar Andreas Fuchs vorangetrieben hat. In diesem Zusammenhang hat Andreas Fuchs zusammen mit Karl Boczek im Jahr 2025 eine Bild-Rekonstruktion des ehemaligen Schlosses auf der Grundlage von historischen Texten und Bildern über zehn Monat lang in kritischer Ausarbeitung fertiggestellt, die dann auch im Buch von Dr. Elmar Kuhn im Dezember 2025 auf Seite 345 als „fototechnische Rekonstruktion“ veröffentlicht wurde. Bereits während der Entstehung des rekonstruierten Bildes im vergangenen Jahr wurde die Anfertigung eines Holzmodells für den Innenbereich bzw. eines Gussmodells für den Außenbereich angedacht. Der Schlossarchitekt Albrecht Weber brachte dann im Januar 2026 im Zusammenhang mit der Sanierung der Steinmauer des heutigen Schlosses die Idee eines Steinmodells in die Diskussion und schlug die Akademische Bildhauerin Silvia Jung-Wiesenmayer als Künstlerin für das Steinmodell vor. Die Idee ist also über einen längeren Zeitraum gereift.

Die Gemeinde Langenargen hat die Akademische Bildhauerin Silvia Jung-Wiesenmayer beauftragt, die künstlerische Gestaltung dieses Modells in den Maßen 1 x 1 m zu übernehmen (Gewicht: 1 t). Die Künstlerin ist gerade dabei, in Opfenbach bei Wangen das Kunstwerk in grünem Gneis bildhauerisch zu gestalten. Die Bürgerstiftung Langenargen und die Karl und Carola Winter-Stiftung haben Fördermittel zugesagt; ebenso wollen sich die an der Schlossrenovierung beteiligten Handwerker und Planer am Sponsoring beteiligen. Das Projekt wird also nicht aus dem öffentlichen Haushalt der Gemeinde, sondern vollständig aus Mitteln der Stiftungen und der Sponsoren finanziert.

Es handelt sich um ein bedeutendes Projekt für das Geschichtsbewusstsein und das Identitätsgefühl der Langenargener Bürgerinnen und Bürger. Auch für die Gäste unseres Urlaubsortes und Besucher von Schloss Montfort wird die lokale und regionale Geschichte anschaulich und „begreifbar“. Der Gedanke der Inklusion durch Anbringung einer Information in Blindenschrift und die Betonung der haptischen Qualität spielten bei den Planungen eine wichtige Rolle.

Das Modell des ehemaligen Schlosses Argen wird im Schlosspark errichtet und bietet sich an zum Vergleich mit dem heutigen Schloss Montfort. Der Standort an der Schlossmauer gewährt einen Blick auf Langenargen, die ehemalige Nebenresidenz der Grafen von Montfort, auf das im Mittelalter von diesem Grafengeschlecht dominierte Vorarlberg und das montfortische Rheintal.

Der Fortschritt. Foto: (c) Karl Boczek

Am Sonntag 6. September 2026 um 15.00 Uhr soll die feierliche Enthüllung des Kunstwerks im Schlosspark erfolgen. In der anschließenden Feierstunde im Münzhof von Langenargen wird in Kurzvorträgen, Musik aus der gräflichen Zeit, mit einem Video und Zitaten aus den Briefen von Annette von Droste-Hülshoff die Geschichte des bedeutendsten ehemaligen Schlosses am württembergischen Bodenseeufer in Erinnerung gerufen. Am folgenden Sonntag, dem bundesweiten Tag des offenen Denkmals, werden drei Führungen zum alten und neuen Schloss und zum Kunstmuseum angeboten.

Eine Gesteinsprobe aus der Werkstatt der Bildhauerin: „Verde Spluga“, historischer Fundort Splügenpasshöhe (s.hier) Foto: (c) AGORA-LA

Bildinformation zum Eingangsfoto: (c) Karl Bozcek

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