Die Deutsche Presseagentur dpa wird heute 70 Jahre

 

Sie sind gleich alt: das  Grundgesetz und die Deutsche Presseagentur dpa. Die dpa – und vergleichbare Einrichtungen – sind für unsere Demokratie als Repräsentanten der sogenannten vierten Kraft ebenso wichtig wie das Grundgesetz. 

Am 18. August 1949 nahm die heute größte deutsche Nachrichtenagentur ihren Betrieb auf. Am 1. Juli 2019 unterstrich Bundespräsident Fank-Walter Steinmeier in einem Festakt die besondere Bedeutung der dpa und ihrer Objektivität im digitalen Zeitalter:“ Unbehindert natürlich durch Zensur oder staatliche Reglementierung, aber auch mit Blick aufs Heute: Ungehindert durch absichtsvolle Manipulation.“

In einer Villa in Hamburg begann die Agentur damals. Heute hat sie ihren Sitz in Berlin. Im dortigen Newsroom arbeiten 370 Mitarbeiter*innen; weltweit beschäftigt dpa fast doppelt so viele. Wer dpa -Meldungen verwendet, kann und darf dieses im Vertrauen auf deren Richtigkeit tun. Die Verantwortung der Agentur für die Seriosität ihrer Meldungen kann jedoch auch belastend  sein. Diese Last wurde sichtbar, als beispielsweise das angebliche Linnemann-Zitat zum Grundschulverbot für Kinder, die kein Deutsch können, über dpa verbreitet  wurde und durch sämtliche  Nachrichtenportale geisterte. Den Begriff Grundschulverbot hatte  Linnenmann so nicht verwendet. Es brauchte zwar 24 Stunden um das angebliche Zitat richtig zu stellen, aber dpa hat sich korrigiert.

Zwar versorgt die dpa nicht die Lokalredaktionen, aber auch Lokalredakteur*innen dürften Meldungen  der dpa bisweilen lesen und sollten diese auf lokale Ebene herunterbrechen. Deshalb wundert man sich schon, dass in der Lokalredaktionen die beiden großen  Zeitungen der Region Schwäbische Zeitung (SZ) und Südkurier (SK) nur dichte Nebel der Nichtigkeiten aus dem Sommerloch eines Kräutergartens aufsteigen lassen. Karin Burgers aktueller SatireSenf liefert dafür anschauliche Beispiele. Es gäbe schon wichtiges Lokales zu berichten. Lokale Inhalte, die die überregionalen Inhalte regional widerspiegeln. Übrigens liefert CORRECTIV.Lokal im Zusammenhang mit der gähnenden Leere unserer beiden oben genannten Zeitungen durchaus Stoff für interessante Themen.

Mancher Artikel der Mediagruppe  von Mini-LA  war, heruntergebrochen auf die Themen von Mini-LA, oft attraktiver.

Nachschlag: Damit sich ein jeder sein eigenes Bild von der dpa mache, hier einige ausgewählte Links zu dem Thema „Die Tageszeitung“(TAZ) , „Rheinische Post“(RP) und das ZDF heute journal von gestern. Auch diese Medien schöpfen sicherlich wie viele andere Zeitungen auch aus den Quellen von dpa. Daher offene Augen und Ohren statt blindes Vertrauen. Das erfordert genügend Personal in den Redaktionen, eine gute finanzielle Ausstattung , raus aus der eigenen Meinungsblase ……und zahlende Leser!