Fragezeichen

Kategorie: Wieso, Weshalb, Warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm. . . .

Unter dieser neuen Kategorie wird AGORA in Zukunft Leserfragen, die die Redaktion erreichen, als Presseanfragen formulieren und direkt an die entsprechenden Ansprechpartner weiterleiten:

Eine Sammlung von Leserfragen wurde an den Leiter der Musikschule LA, Herrn Keller, weitergegeben. Auf dessen Initiative hin wurde das neue Format „Städtlestreff“ installiert. Zur ersten Frage:

Warum die Weihung eines Feuerwehrautos im Rahmen des Treffs stattfinden solle.  Im Kurzbericht der Gemeinde vom Mai 2019 hieß es noch: 

„[…] soll die musikalische Vielfalt, die in Langenargen durch Musikschule und Bürgerkapelle geboten ist, in den Vordergrund gestellt werden.“  

Zusammen mit ihrer Leserschaft fragte sich AGORA bereits  an anderer Stelle, zu welcher musikalischen Vielfalt die  Weihung eines  Feuerwehrautos beiträgt. Der Leiter der Musikschule, Herr Keller, hat am 13.9.2019 geantwortet:

„Die Musikschule Langenargen und die Freiwillige Feuerwehr Langenargen sind Einrichtungen der Gemeinde Langenargen. Die Musikschule ist keine eigenständige Organisation. Da der Städlestreff als Veranstaltung für alle Bürgerinnen und Bürger gedacht ist und nicht nur die Darstellung einer Einrichtung umfasst, bietet sich auch für die Freiwillige Feuerwehr Langenargen die Gelegenheit, das neue Feuerwehrfahrzeug, das einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger leistet, in würdevollem Rahmen weihen zu lassen. Die einzelnen Einrichtungen der Gemeinde Langenargen arbeiten eng zusammen, so dass überhaupt Nichts gegen eine solche Fahrzeugweihe im Rahmen des Städtlestreffs spricht.“

Kommentar AGORA:

In der Gemeinderatssitzung im Mai 2019 hörte sich das nicht so an. Dort wurden 7 000 € Zuschuss für musikalische Vielfalt in LA, die die Musikschule zu verantworten hat, durch  den Gemeinderat  in den  Haushalt eingestellt. Und „der Gemeinderat war begeistert von diesem neuen Angebot.“ Sagt das Protokoll. 

Die zweite Anfrage lautete, in welcher Form gerade in Hinblick auf die orientalischen Tanzdarbietungen die geflüchteten Neubürger von LA in die Vorbereitungen einbezogen wurden.

“ Im Rahmen der Vorbereitung wurden sämtliche örtlichen Vereine angeschrieben, mit der Anfrage, ob diese einen Beitrag leisten möchten. Die Möglichkeit, orientalische Tanzdarbietungen aufzuführen, wurde uns von außerhalb angeboten. Sofern sich unsere geflüchteten MitbürgerInnen in einer hiesigen Gruppe engagieren, hätte diese natürlich ebenfalls teilnehmen können. Eine Rückmeldung haben wir leider nicht erhalten. Separat wurden keine einzelnen MitbürgerInnen angeschrieben.“

Kommentar AGORA:

Es wäre doch die Gelegenheit gewesen, in der Vorbereitung  diese  Mitbürger einzubeziehen. Es wäre auch nicht allein die Sache des Musikschulleiters, sondern des Integrationsbeauftragten der Gemeinde, Herrn Meinel, gewesen, sich aktiv bei der Vorbereitung  des Festes zu beteiligen. Er kennt die Menschen, die er im Rahmen seiner Arbeit in LA betreut.

Eine Einbeziehung des Integrationsmanagements der Gemeindehabe nicht stattgefunden, antwortet die Leitung der Musikschule auf die gezielte Nachfrage von AGORA.

Die Redaktion AGORA dankt Herrn Keller für die Beantwortung der Fragen.

Zum Schluss sei eine Anmerkung gestattet: Es geht ausdrücklich nicht darum, die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Vereine, der Musikschule  oder gar der Feuerwehr zu kritisieren. Ganz im Gegenteil, aber es muss auch überlegt werden, warum dieses ursprünglich laut Protokoll als Präsentation der musikalischen Vielfalt von LA geplante Fest in diesem aufwändigen Stil über zwei Tage ausgerichtet werden muss. Kommt man dann überhaupt mit 7 000 € aus?

Vielleicht gehört das Martinshorn des Feuerwehrautos ja auch zur musikalischen Vielfalt. Es wurde übrigens berühmt mit der so genannten Kaiserfanfare, deren Signal „bald hier, bald dort“ ein Fahrzeug der kaiserlichen Familie ankündigte. Mit zusätzlicher Hilfe von St. Florian lassen sich dann doch herrliche Bilder der Hofpresse für den kommenden BM-Wahlkampf frei Haus liefern. Kaiserlich eben!