Naturschutztage in Radolfzell

Von Korallenriffen und duftendem Badewasser

Ein Hinweis auf die Schwäbische Zeitung heute: Dort wird ausführlich über die Naturschutztage in Radolfzell, die noch bis morgen dauern, berichtet hier.

Johannes Enssle, Landeschef des Naturschutzbunds (Nabu), sprach in Zusammenhang mit dem Schutz von Steuobstwiesen sogar von „unseren Korallenriffen“. Weiter unten antwortet die Landesvorsitzende des BUND auf die Frage der Schwäbischen Zeitung nach ausreichendem Schutz von Streuobstwiesen.

„[ . . .] Rechtlich schon, sagt selbst Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des BUND. Die grün-schwarze Regierung hat 2020 festgeschrieben, dass Streuobstbestände ab 1500 Quadratmetern Fläche zu erhalten sind. Ausnahmen sind aber möglich, wenn keine alternativen Flächen zur Verfügung stehen und für abgeholzte Bäume neue gepflanzt werden.

Wir haben erleben müssen in den vergangenen zwei Jahren, dass die Unteren Naturschutzbehörden sehr großzügig gesagt haben, es darf gefällt werden“, kritisiert Pilarsky-Grosch. [. . . ]“

Zu welchen welche traurigen Ergebnissen das führt, darüber hatte AGORA-LA hier berichtet, der SWR hier.

Heute beschäftigt sich die Tagung mit dem Thema Flächenfraß hier und hier am Nachmittag spricht Stefan Flaig über das Thema Flächenverbrauch und Wohnungsnot. Flaig hatte dazu bereits 2016 ein Interview in den STUTTGARTER ZEITUNG gegeben.Hier. Schon damals wurde der BUND-Kreischef zur Wohnungsnot gefragt:

StZ: “ [. . . ] Herr Flaig, es gibt in Ludwigsburg wie in der ganzen Region Stuttgart einen dramatischen Mangel an Wohnraum. Lässt sich das ohne Neubaugebiete überhaupt lösen? 

Es wird immer wieder ein grundlegender Fehler begangen. Wir müssen nach Zielgruppen unterscheiden. Wo gibt es tatsächlich eine echte Wohnungsnot? Die gibt es nur bei Mietwohnungen im unteren Preissegment, nicht beim Eigentum. Auf dem  Immobilienmarkt ist das Angebot sehr knapp und die Preise für den Kauf sind hoch, aber das ist keine Wohnungsnot. 

StZ: Normalverdiener haben doch kaum eine Chance, Wohneigentum zu erwerben.

Das mag sein – aber diese Leute sitzen nicht auf der Straße, sie wohnen bereits. Um das bildhaft zu vergleichen: Viele Menschen haben Durst und brauchen dringend eine Flasche Wasser. Sie bekommen jetzt eine Wanne voll duftendem Badewasser angeboten. Das können sie sich nicht leisten, und trinken kann man es auch nicht. Genau so sieht es auf dem Wohnungsmarkt aus.[. . . ]“

Korrektur: Das Interview war in der Stuttgarter Zeitung, ich in Stuttgarter Nachrichten. Sorry! 7.1.2023, 10.29 Uhr

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Ein Kommentar zu „Naturschutztage in Radolfzell

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