Sprachlos
Innerhalb kürzester Zeit wird die Öffentlichkeit Zeugin sprachlicher Verrenkungen in einer Klinik.
In einem internen Brief fordern 69 Ärzte eine „temporäre Freistellung“ von Chefarzt und Geschäftsführer. Die Schwäbische Zeitung zitiert hier aus dem Brief: „[. . . ] Es sei „unverständlich, dass es „keinerlei Krisenkommunikation“ zwischen Geschäftsführung und Belegschaft gegeben habe. „Führungsversagen und mangelnde Fehlerkultur“ hätten zu „massivem Vertrauensverlust“ intern, aber auch in der Bevölkerung geführt. [. . . ]“
Wenig später rufen die Chefärzte (vgl. hier) zur Mäßigung auf. Man müsse das Wohl der Patienten im Auge behalten.
„ [. . . ] Diesen internen Brief haben nach Kenntnisstand der ,Schwäbischen Zeitung‘ einige Chefärzte ebenfalls unterschrieben, die jetzt in der internen Mitteilung zur Mäßigung aufrufen. Unter dieser Mitteilung standen zunächst nur elf Namen. Nach Informationen aus dem Klinikum haben sie 14 der 15 Chefärzte unterschrieben. Damit fehlt nur der Name des kritisierten Chefarztes. [. . . ]“ Das schreibt die Schwäbische Zeitung. Was war passiert?
Oberbürgermeister Brand Brand soll am Mittwochnachmittag alle Chefärzte und die leitenden Oberärztinnen und Oberärzte zu einem Gespräch geladen haben.
Da wäre man wohl gerne Mäuschen gewesen, besonders als potentieller Notfallpatient. So mag man sich die eigene Einlieferung in die Ambulanz in Zeiten ständiger Hiobsbotschaften aus dem Klinikum nur ungern vorstellen. Wie soll dort geholfen werden, wenn sie sich nicht selbst helfen können, eigene Worte widerrufen und gedanklich ganz woanders sind?
Der SÜDKURIER schreibt dazu hier und hier.
Aktuelles auch beim SWR hier:
„Oberbürgermeister sorgt sich um Ansehensverlust
Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand (parteilos), gleichzeitig auch MCB-Aufsichtsratsvorsitzender, sieht für den Klinikverbund einen großen Ansehensverlust, dem man entgegentreten müsse, wie er dem SWR sagte.
Brand sei wichtig zu betonen, dass am Medizin Campus Bodensee, sowohl in Friedrichshafen als auch in Tettnang, von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gute Medizin geleistet werde. Er wolle der Verunsicherung und der Sorge entgegentreten.“
( aktualisiert, 22.12.2023, 13.03Uhr)
Inzwischen gibt es auf hier aus Change.org schon über 6000 Unterschriften.( Stand 22.12.2023,13.21 Uhr)

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