Begrüßung durch 1.Stv. Bürgermeisterin Susanne Porstner
Sehr geehrte Anwesende,
heute Abend bleibt ein Stuhl frei.
Eigentlich würde heute Abend hier bei uns, in unserer Mitte, ganz selbstverständlich unser Gemeinderatskollege Peter Kraus Platz nehmen.
Nun ist er völlig überraschend am letzten Sonntag verstorben.
Wir verlieren mit Peter einen Kollegen, der sich mit viel Elan für die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde eingesetzt hat.
Dabei hat er immer die verschiedenen Argumente abgewogen, war zugewandt, hat anderen zugehört, dann seine Meinung deutlich vertreten und wichtige Impulse gesetzt. Wir sind fassungslos uns sehr traurig über seinen frühen Tod.
Er wird eine große Lücke hinterlassen.

Liebe Langenargenerinnen und Langenargener, sehr geehrte Gäste von außerhalb,
es ist mir als stellvertretende Bürgermeisterin eine große Ehre Sie alle heute Abend hier zum Frühjahrsempfang der Gemeinde begrüßen zu dürfen.
Ein herzliches Willkommen an Herrn Landrat Prayon,
an den Landrat a.D. Herrn Wölfle,
an Bürgermeister Enzensperger aus Kressbronn, Bürgermeister Schellinger aus Meckenbeuren und den 1. Beigeordneten Herrn Schwarz aus Tettnang.
Wir freuen uns, dass auch unserer Patenkompanie der Weg nach Langenargen nicht zu weit war.
Begrüßen möchte ich die Pfarrer unserer Kirchengemeinden, die Vertreterinnen der Sozialstation und Nachbarschaftshilfe, die Vertreter der Institutionen und zahlreichen Vereine, der Polizei, der Feuerwehr, der Stiftungen, der Wirtschaft, den Konrektor unserer Grundschule, die Rektorin der Förderschule in Kressbronn, unseren Jugendbeauftragten, den Bürgermeister a.D. von Mini-LA 2023, die Vertreter der Presse und meine Gemeinderatskolleginnen und -kollegen.
Ganz besonders wichtig am heutigen Abend natürlich die diesjährigen Förderpreis- Empfänger.
Sie alle, die Sie hier sind, jede und jeder Einzelne, ist ein Mosaikstein im Ganzen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Danke, dass Sie gekommen sind.
Wir leben in herausfordernden Zeiten.
„Krisenmodus“ ist das Wort des Jahres 2023.
In der Begründung heißt es: „ Die Realität ist derzeit ziemlich düster.
Noch nicht bewältigte Krisen werden von neuen Krisen eingeholt. Der Ausnahmezustand ist zum Dauerzustand geworden. Das löst bei den Menschen Angst, Unsicherheit und Ohnmacht aus.“
Klimawandel, Kriege, Energiekrise, Inflation, Schuldenkrise, Bildungskrise, Rente, Gesundheit, Pflege, Infrastruktur, Verteidigung, Arbeitskräftemangel, geringes Wirtschaftswachstum dazu eine überbordende Bürokratie: überall brennt es.
Bis hinunter in die Kommune bekommen wir die Auswirkungen der Krisen zu spüren, werden die Aufgaben größer, der Gestaltungsspielraum jedoch kleiner.
Schaffung von Wohnraum für jung und alt, Unterbringung von Flüchtlingen, Kinderbetreuung,
um nur ein paar Beispiele zu nennen.
All das soll irgendwie gestemmt werden bei immer schwierigeren Rahmenbedingungen. Hier sind dringend Bund und Land gefragt, die Kommunen bestmöglichst zu unterstützen.
Laut einer aktuellen Studie fühlen sich in Deutschland fast 70% von der Politik allein gelassen.
Wachsendes Misstrauen in demokratische Prozesse, ein erstarkender Rechtspopulismus bis hin zu Rechtsextremismus mit ihren vermeintlich einfachen Lösungsangeboten sind die Folgen.
Wir erleben aber in diesen Wochen auch, dass Hunderttausende für Demokratie, Freiheit, Vielfalt und ein Miteinander auf die Straße gehen. Es gilt den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken,
gegen Hass und Spaltung einzustehen.
Eindrücklich durften wir diesen Zusammenhalt im Rahmen der 1250 Jahrfeier von Langenargen erfahren.
Unter der Federführung eines Organisationsteams stellten Hunderte von Helfern aus den Vereinen Großartiges auf die Beine: Orte der Begegnung und des gemeinsamen Feierns stärkten das Wir-Gefühl in unserer Gemeinde, das Gefühl mit anderen und für andere etwas bewirken zu können.
Dieses WIR muss nach dem französischen Philosophen Jaques Derrida immer offen sein und immer hinterfragt werden. Geboren als Sohn eines jüdischen Rabbiners im muslimischen Algerien, damals eine französische Kolonie, erlebte er schon als Kind Rassismus und Ausgrenzung.
Ich zitiere:
„Wir“ das ist ein Versprechen, eine Bitte, eine Hoffnung. „Wir“ zu sagen, ist in gewisser Weise eine verrückte Geste.“
Ich wünsche Ihnen heute einen anregenden Abend, den Austausch mit Ihren Mitmenschen, vielleicht das Entstehen neuer Ideen, wie Sie Zusammenhalt und Gemeinschaft in Langenargen leben können.
Den Herausforderungen unserer Zeit gilt es sich gemeinsam zu stellen.
Wagen wir dieses „Wir“!
Es gibt viele Möglichkeiten.
Vielen Dank!
