Der OV Bündnis90/Die Grünen lädt zum Vortrag am 23. Mai um 18.30 h im Museum LÄNDE (Kressbronn, Seestr. 24) von Psychologin Silvia Queri ein
‚Die Psychologie der Krise: Verstehen, Handeln, Zukunft gestalten‘
In Zeiten, in denen eine Vielzahl von Krisen die Welt belastet – sei es die Klimakrise, Pandemien, Inflation oder bewaffnete Konflikte – sprechen Experten bereits von einer „Polykrise“.
Diese anhaltende Mehrfachbelastung erzeugt nachvollziehbare Zukunftsängste, insbesondere bei jungen Menschen, die sich vielfach sogar ihrer Zukunft ‚beraubt‘ fühlen. Der Psychologe und Politiker Per Espen Stoknes prägte in diesem Zusammenhang den Begriff „Apocalypse Fatigue“ als psychologisches Zustandsbild, das unter anderem durch Leugnung von Fakten, lähmende Angst, Ohnmachtsgefühle und resignative Antriebslosigkeit gekennzeichnet ist. Solcherart psychologische Erschöpfungszustände treten insbesondere bei Krisen auf, deren Lösung komplex und langwierig ist, wie es zum Beispiel bei der Klimakrise der Fall ist. Dabei sehen wir solche Phänomene nicht lediglich auf individueller, sondern auch auf kollektiver Ebene, wie zum Beispiel der nach einer gewissen Zeit häufig eintretende ‚kollektive Burnout‘ vielerBürgerinitiativen anschaulich zeigt. Kann die Psychologie als Wissenschaft, die das Erleben und Verhalten des Menschen erklären können muss, Lösungen und Antworten in dieser schwie- rigen und komplexen Lage bieten? Die psychologische Forschung widmet sich seit Langem der Frage, was Menschen individuell und als Kollektiv in Krisensituationen resilient macht bzw. sie von der Lageorientierung wieder in die Lösungsorientierung bringt. Mit ihren Erkenntnissen kann sie auch dazu beitragen, dass es nicht zu ‚psychologischen Verirrungen‘ kommt, zum Beispiel Verzögerungsdiskursen wie ‚die schlauen Enkel werden es schon richten‘ oder dem Anschluss an populistische Gruppen, die das Problem, z.B. den Klimawandel, leugnen und versprechen, alles könne so bleiben wie bisher. Psychologin Silvia Queri setzt sich in ihrem Vortrag mit den entscheidenden Fragen auseinander: Sind wir im Zustand der Ohnmacht und wenn ja, wie kommen wir da wieder heraus? Im Anschluss an den Vortrag freuen wir uns auf eine rege Diskussion.
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