Geschriebenes trotzt Wind und Wetter
Eigentlich will man nur ein schnelles Foto vom Treppenhaus im Schloss machen und schauen, ob die Schloss-Konzerte in der nächsten Woche ohne Innengerüst tatsächlich erreichbar sein werden. Vormittags gab’s noch ein Hindernislauf, aber nachmittags war der Weg nach oben frei.


Beim Aufstieg ließ sich lebhaftes Fachgespräch zwischen Architekt Weber und Anton Frei vernehmen. Dessen Restauratorin hockte derweil fast unsichtbar mit ihrem Pinsel hinter der Balustrade, um die Innenflächen der Fenster zu bearbeiten.
Rasch ging‘s noch auf die Terrasse, um den Durchbruch für die künftige Feuerleiter abzulichten.

Dann noch ein Sprung auf’s Dach zu einem der Ecktürmchen. Und siehe da, Albrecht Webers Adleraugen finden überraschenderweise mehrere Inschriften mit Bleistift (!), die Jahreszahlen und Zahlenpäckchen mit Berechnungen zeigen. Bisher waren sie niemandem aufgefallen. Auf einem der Ziegel ist der Produktionsstempel mit der Jahreszahl 1864 eingebrannt. Es ist auch das Todesjahr von König Wilhelm. Zufall? Dass dieser Stempel erhalten ist, ist nicht ungewöhnlich, aber dass sich die Bleistift- Widmungen an dieser exponierten Stelle erhalten haben, ist erstaunlich. Wer schreibt, der bleibt – sogar bei Wind und Wetter über Jahrhunderte! Wessen nachhaltiger Stift das wohl war?


Hier nochmals der Link auf den Film beim ORF: Adelshäuser am Bodensee ( ab ca. Minute 29 kommt Langenargen)
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