Das Geld wird knapp, der Bodenseekreis ist gefragt
Wenn die BILD-Zeitung hier überregional mal wieder in dicken Lettern über das Klinikum FN berichtet und sich die auswärtige Familie im Rheinland um die medizinische Versorgung des AGORA-LA-Teams sorgt, dann ist es Zeit die wesentlichen Punkte, die rund um die Zahlen des Klinikums wissenswert sind, zusammenzufassen. Der SÜDKURIER schreibt hier unter der Überschrift
„Schmerzgrenze erreicht: Friedrichshafen kann sich Betrieb seiner Kliniken allein nicht mehr leisten“:Rechnet man alles zusammen, braucht der Medizin Campus Bodensee (MCB) mit seinen beiden Krankenhäusern in Friedrichshafen und Tettnang bis Ende nächsten Jahres Finanzhilfen von rund 52 Millionen Euro von der Stadt, um über die Runden zu kommen.“ Weiter heißt es dort, dass die Stadt Friedrichshafen auf Unterstützung durch den Bodenseekreis hofft.

Der Stadtrat FN tagt am kommenden Montag. Wer es genauer wissen will, findet hier zusätzlich die Zahlen in der Sitzungsvorlage. Aus dem Text der Sitzungsvorlage:
„[. . . ]
Die Bezuschussung der Betriebskosten inklusive Sonderinstandhaltung sowie der Investitionen des Medizin Campus Bodensee in Millionenhöhe ist künftig mit der Leistungskraft der Zeppelin-Stiftung unvereinbar. Dies bedeutet zugleich einen weiteren großen Rückgang bei den Rücklagen der Zeppelin-Stiftung. Eine Einzelfallbetrachtung wäre jedoch unangemessen und falsch. Es ist die Summe der Aufwendungen und Zuschussbedarf im Haushalt der Zeppelin-Stiftung insgesamt (u.a. Zeppelin-Universität, Ausbau der Kinderbetreuung) die zu dieser Beurteilung führen.
Die Aufrechterhaltung der stationären medizinischen Versorgung verlangt daher Initiative und Solidarität des Landkreises Bodenseekreises. Diese Solidarität im Gesundheitssektor macht dabei auch vor Änderungen bei der Kreisumlage nicht Halt. Die Stadt Friedrichshafen bittet den Landkreis und den Kreistag darum, eine angemessene und der Gesundheitsversorgung dienenden politische Bewertung dieser Aufgabe vorzunehmen.
Das Dezernat I der Stadt als Finanzdezernat kann die hier beantragte weitere Bezuschussung und somit diese Sitzungsvorlage grundsätzlich befürworten, dass der Landkreis Bodenseekreis seiner künftigen finanziellen Solidarität nachkommt ist nicht nur wünschenswert, sondern erforderlich. Eine weitere alleinige Bezuschussung des MCB mit dem eigenen Standort Klinikum Friedrichshafen und dem Standort Tettnang ist aus finanzieller Sicht der Stadt Friedrichshafen und der Zeppelin- Stiftung nicht mehr geboten und vertretbar.
Für die Sanierung und Restrukturierung des Klinikums Friedrichshafen und des MCB ist neben einem klaren Bekenntnis der Stadt Friedrichshafen als Träger auch zwingend eine Beteiligung des Bodenseekreises nicht nur wünschenswert, sondern auch geboten im Interesse der Versorgungs- sicherheit. Den gegenwärtig erkennbaren Risiken und dem finanziellen Bedarf soll mit dieser Drucksache Rechnung getragen werden. Wichtig ist, dass das Bekenntnis der Stadt für den Planungszeitraum 2024 bis 2027 in der Finanzplanung ausgestaltet wird. Nur durch Planungs- sicherheit und den entsprechenden, zeitlich begrenzten Rahmen, lässt sich dies erreichen.„
Hinweis : Alle Beiträge zum Thema, über das AGORA-LA seit fast einem Jahr immer wieder berichtet, finden Sie unter dem Schlagwort “ Klinikum“, das Sie in der Suchleiste auf der Eingangsseite von AGORA-LA eingeben können.
Bildinfo: (c)MCB
Aktualisierung, 17.10.2024, 18.26 Uhr: Klinikum Friedrichshafen ordnet Geschäftsführung neu, Anthea Mayer alleinige Geschäftsführerin ab November, Franz Klöckner verlässt das Unternehmen. Hier.
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