Thema: Deutschland Krisenland
Wenn der Kirchenraum der evangelischen Kirche zu eng wird, dann trifft man sich nicht dort, sondern im Münzhof. So auch in der letzten Woche. Pfarrer Mathias Eidt sagte in seiner Einführung zu dem bekannten Format „Offener Abend“, dass durch das Ampel-Aus in Berlin die Krisentöne scheinbar noch lauter zu vernehmen seien und man dürfe gespannt sein, wie VAUDE mit diesen Tönen umgehe.

Die Gastrednerin an diesem Abend Dr. Antje v. Dewitz, Geschäftsführerin der Firma VAUDE aus Tettnang, legte das Konzept ihrer Firma zur Krisenbewältigung aus ihrer Sicht dar. Sie sagte von sich, sie sei ein von Grund aus optimistischer Mensch und betonte, dass Wirtschaft sehr viel mit Psychologie zu tun habe. Daher brächte Pessimismus die Welt nicht weiter.

Aber auch VAUDE merke die wirtschaftliche Flaute, man habe in der letzten Zeit tatsächlich 225 Kunden verloren. Allerdings spüre VAUDE die Krise weniger, weil man bereits vor Jahren mit Innovationen begonnen habe. Man befände sich in Deutschland jetzt mitten in der Transformation, die VAUDE vorausschauend vor Jahren bereits in den Blick genommen habe, man habe investiert in Nachhaltigkeit, Verantwortung übernommen und bereits früh entsprechend in diesen Sinne gehandelt. Deswegen fühle man sich in Obereisendorf beispielsweise durch die Bürokratie, die ein Lieferkettengesetz mit sich bringt, jetzt nicht überfordert. Man habe genügend Vorarbeit geleistet und feiere in diesem Jahr das 50-jährige Firmenjubiläum .

Die Philosphie: zeitlos – nachhaltig – reparierbar bestimme das Handeln bis an den Arbeitsplatz eines jeden Mitarbeiters. Beispiel Reparatur: Ein Reißverschluss. Um ihn auszutauschen braucht es Zeit, Zeit ihn heraus zu trennen, einen Neuen wieder einzunähen… Deshalb hat man sich überlegt, den Reißverschluss künftig auf die Jacke aufzunähen und mit einem bunten Stoffband außen zu fixieren. Damit klappt das Heraustrennen bei der Reparatur viel schneller. Oder ein Koffer, der in Modulen zusammengesetzt ist, lässt sich leichter reparieren. Jedes einzelne Teil ist zur Reparatur herausnehmbar und wird später wieder zusammengesetzt und, und, und. Die Reparaturannahme funktioniert übrigens perfekt, weiß AGORA-LA aus Erfahrung zu berichten. Nur bei ganz alten Modellen klappt es nicht mehr, dann muss man selbst ran.

Um all das umzusetzen, dürfe man nicht pessimistisch sein, sondern Mut und Verantwortung zeigen. Das Jammern in der Krise bedeute Stillstand, so Antje v. Dewitz. VAUDE sei außerdem ein beliebter Arbeitgeber mit KITA für die MitarbeiterInnen, Dienstfahrrädern und Carsharing, so dass auf dem Gelände weniger Parkplätze benötigt werden. Anstelle von Versiegelung für Stellplätze gibt es nun eine grüne Oase, in der die Mitarbeiter pausieren können, erklärt sie.
Zum Schluss noch der Hinweis auf die Kantine „Mittagsspitze“. Dort werde gesundes Essen angeboten- nur einmal pro Woche ist „MEATwoch“, dann gibt es Fleisch. Die Kantine ist übrigens auch für Öffentlichkeit zugänglich. Empfehlenswert!

Also, im Hinterland fast hinter den 7 Bergen bei den 7 Zwergen findet man einen Mikrokosmos, der jedoch das große Ganze global im Fokus hat. Von wegen Zwerge. . . . ! Nicht umsonst hat Antje von Dewitz am 1. Oktober 2024 das Bundesverdienstkreuz bekommen. HIER Noch ganz frisch! Gratulation!
Weiterführendes: Der Nachhaltigkeitsbericht von VAUDE
HINWEIS:
Heute ist übrigens „Black Friday“, der Aufruf zu noch mehr Konsum: Die Deutsche Umwelthilfe(DUH) warnt in diesem Zusammenhang vor den ökologischen Folgen und fordert ein Umdenken von Handel und Konsumenten. Hier. Manche nennen ihn auch „Bad Friday“. (vgl. hier)

Und weil es thematisch so gut passt, sei auf die neue Ausstellung“ Stoffwechsel“ in Hittisau im Frauenmuseum verwiesen. Bei der Ausstellungseröffnung am letzten Samstag war auch carla Tex, das Kleidersortierwerk aus Vorarlberg anwesend: ca. 65 Tonnen alte Kleider pro Woche werden dort sortiert.

Offene Abende aus der Vergangenheit: HIER im Museum. HIER mit Bürgermeister Münder- Krise in der Kommune?
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