Gemeinde Langenargen fordert Aufrechterhaltung der Notdienstversorgung für Kinder und Jugendliche im Bodenseekreis

Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) „inakzeptabel“

Der Gemeinderat Langenargen fasst in der Sitzung am 17.03.2025 folgende Resolution: 

Die Gemeinde Langenargen fordert von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg die Aufrechterhaltung der Notdienstversorgung für Kinder und Jugendliche im Bodenseekreis. Hintergrund dieses Appels ist die geplante Reform der Notdienstversorgung an Feiertagen und Wochenenden. Viele Notdienstpraxen sollen geschlossen werden.
 
Es wurde eine Karte veröffentlicht, auf welcher ein kinder- und jugendärztlicher Notdienst am Wochenende und an Feiertagen im Bodenseekreis nicht mehr vorgesehen ist. Die Gemeinde Langenargen befürchtet daher, dass es in naher Zukunft keinen kinder- und jugendärztlichen Notdienst mehr im Bodenseekreis am Wochenende und an Feiertagen geben wird.
 

Kranke Kinder und Jugendliche müssten dann zur Untersuchung in die kinderärztlichen Notfallpraxen am Klinikum Singen oder am Elisabethenkrankenhaus in Ravensburg fahren. Erwachsenen Patienten stehen hingegen im Bodenseekreis mit Überlingen und Friedrichshafen zwei Notfallpraxen zur Verfügung.
 
Die Kinder- und Jugendärzte des Bodenseekreises sowie die Gemeinde Langenargen empfinden dies als eine völlig inakzeptable gesundheitliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Bodenseekreis! Außerdem stellt die geplante Notdienstreform eine eklatante Diskriminierung von kranken Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu kranken Erwachsenen im Bodenseekreis dar!
 
„Diese Pläne dürfen so nicht realisiert werden, das ist für betroffenen Menschen im gesamten Kreis inakzeptabel“, lautet einstimmig der Tenor im Gemeinderat und sämtliche Mitglieder rufen die Bevölkerung in Langenargen auf, sich der Petition auf open petition anzuschließen und sich ebenfalls für die Aufrechterhaltung der ärztlichen Versorgung einzusetzen. 

Ergänzung von AGORA-LA:

Der SÜDKURIER berichtete hier bereits im Januar zu diesem wichtigen Thema. Die beiden Kinderärztinnen Claudia Reber und Patricia Rölle aus Langenargen berichten dort: „ [. . . ] Bisher wird der kinderärztliche Bereitschaftsdienst im Kreis von 16 Praxen organisiert. Jede Praxis übernimmt etwa elf Dienste im Jahr, wie Claudia Reber erklärt, und das in den eigenen Räumen. Mitte 2023 einigten sich die Kinderärzte darauf, den ambulanten Dienst an der Kinderklinik Friedrichshafen zu zentralisieren, um diese zu entlasten und Eltern eine feste Anlaufstelle zu bieten. Doch die Umsetzung scheiterte bis dato. Von der KVBW hieß es, technische Probleme stünden im Weg, sagt die 59-Jährige. Die dezentrale Versorgung läuft nach aktuellem Stand noch bis September 2025 weiter. Was danach kommt, ist unklar. [. . . ]“

Bildinfo: Ambulanz in Mini-LA (c) AGORA-LA

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