AGORA-LA: Ein kleiner Kaktus in der Wüste
Das schriebt hier Reporter ohne Grenzen (RSF:Reporters sans frontières) zum heutigen Tag:
„[. . . ] Deutschland belegt Platz 11 – ein Rückschritt um einen Rang. Auch wenn Deutschland im globalen Vergleich gut dasteht, gibt es sichtbare Herausforderungen. Viele Medienschaffende bewegen sich in einem zunehmend feindlichen Arbeitsumfeld. Auch 2024 waren erneut diejenigen Journalistinnen und Journalisten gefährdet, die sich mit rechtsextremen Milieus und Parteien wie der AfD beschäftigten: Sie berichten von Feindmarkierungen, Bedrohungen, Beleidigungen und Angst vor körperlicher Gewalt. Auch auf redaktioneller Ebene verschärfte sich das Klima. RSF dokumentierte zahlreiche Fälle, in denen Medienschaffende über unverhältnismäßig hohe Hürden bei der Berichterstattung zum Nahostkonflikt berichteten.
Weitere alarmierende Entwicklungen betreffen die wirtschaftliche Situation für Medienhäuser. Diese hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verschlechtert: Der Rückgang klassischer Einnahmequellen, insbesondere im Printbereich, trifft vor allem Lokal- und Regionalzeitungen. Deren Zahl nimmt seit der Wiedervereinigung stetig ab. Inzwischen gelten fast die Hälfte aller Landkreise als Einzeitungskreise. Gleichzeitig dominieren große US-Plattformen wie Google, Facebook und Instagram den digitalen Werbemarkt. Sie binden einen Großteil der Einnahmen und der Aufmerksamkeit, vor allem in jüngeren Zielgruppen, die Informationen zunehmend kostenfrei über soziale Medien konsumieren. Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk gerät unter politischen und finanziellen Druck: Die geplante Beitragserhöhung wurde bis 2027 ausgesetzt, ein Sparkurs droht besonders Kultur- und Regionalprogramme zu treffen.
Angesichts dieser Herausforderungen braucht es in Deutschland dringend Reformen, um die Medienvielfalt zu stärken. Dieses Ziel hat sich auch die zukünftige Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag vorgenommen. Aus RSF-Sicht gehören dazu eine steuerliche Förderung für gemeinnützigen Journalismus, eine plattformunabhängige Unterstützung für Medien sowie eine Reform des Medienkonzentrationsrechts. Um freie und unabhängige Berichterstattung sicherzustellen, müssen Journalistinnen und Reporter besser vor Übergriffen geschützt werden, insbesondere am Rande von Kundgebungen oder bei investigativen Recherchen. Außerdem müssen Medienschaffende wirks
am vor Einschüchterungsklagen (sogenannten SLAPPs) geschützt werden. Bei der Umsetzung der EU-Anti-SLAPP-Richtlinie brauchen Betroffene nicht nur verbesserte rechtliche Rahmenbedingungen, sondern auch einfachen Zugang zu Beratung und Unterstützung [. . . ] “

AGORA-LA ist Mitglied bei RSF. Reporter ohne Grenzen ist der deutsche Zweig der 1985 in Frankreich gegründeten Organisation Reporters Sans Frontières. Das Netzwerk setzt sich weltweit für Meinungs- und Pressefreiheit ein. Um dort Mitglied zu sein, muss man sich bewerben. Zuvor wird man geprüft. AGORA-LA bekam vor Jahren als kommunales Medium das ok. Die kleine Redaktion ist angetreten, um der Kaktus in der Wüste zu sein. (vgl. Wüstenradar). Zwar hat der Bodenseekreis noch zwei Zeitungen: Die Schwäbische Zeitung und den SÜDKURIER. Aber das Monopol hat die Schwäbische Zeitung bei uns im Ort. Auch der redaktionelle Teil des Montfort-Boten ist in der Hand der Schwäbischen, nur den amtlichen Teil verantwortet die Gemeinde LA, d.h. der Bürgermeister.
Also ja, AGORA-LA hat manchmal die Stacheln eines Kaktus gebraucht, um Hintergründiges zu liefern und bei brenzligen Themen nach dem Knopfdruck auf „go!“ auch schon mal schlecht geschlafen. Immer wieder werde ich gefragt, warum ich die Seite nicht hinter eine Paywall setze. Dies würde bedeuten, dass mancher Leser oder manche Leserin verloren ginge. Die Zeitungslandschaft vor Ort wäre ausgedörrt. AGORA-LA versucht also weiterhin genau das zu verhindern, auch natürlich oft durch Sie, liebe Leserschaft, als Hinweisgeber.
Daher freut sich AGORA-LA immer über Spenden: DE807601 0085 0975 1838 52 Postbank, Stichwort AGORA-LA) Sie helfen, die Gebühren zum Betrieb der Seite abzusichern. Vielen Dank dafür!

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