Susanne Porstner zum Neujahrsempfang 2026
Kennen Sie dieses Gefühl? Eine Art Déjà-vu. Ein bisschen erschrocken denke ich: Was? Schon wieder ein Jahr vergangen. Schon wieder stehe ich hier, um Sie als stellvertretende Bürgermeisterin zu begrüßen. Schon wieder so viel passiert in gefühlt kurzer Zeit. Vielleicht liegt es einfach am Älterwerden. Zu diesem Thema werden wir heute Abend ja bestimmt noch Interessantes hören! Vielleicht an der Schnelllebigkeit unserer Zeit. Was heute gilt, gilt schon morgen nicht mehr. Vielleicht an der Gleichzeitigkeit vieler Ereignisse, von denen wir viele nicht steuern können.

Ein Jahr voller weltpolitischer Krisen und Konflikte, die ihre Schatten auch auf uns werfen. Ein Jahr voller komplexer und multipler Herausforderungen, denen wir etwas entgegensetzen müssen. Ein Jahr auch mit positiven Nachrichten, mit Hoffnungszeichen, mit Chancen, die es zu nutzen gilt. Ein Jahr voller Begegnungen und gemeinsamer Schritte.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Langenargen und anderswo,
ich heiße Sie also alle im Namen der Gemeinde Langenargen ganz herzlich willkommenzum Neujahrsempfang 2026. Gerade in Zeiten von Krisen und gesellschaftlichen Umbrüchen, braucht es Räume, in denen wir einander begegnen, uns austauschen und neue Perspektiven entdecken können. Diese Räume können eine Einladung sein, gemeinsam darüber nachzudenken, was für eine Gesellschaft wir sein wollen.
Anlässlich des 50. Todestages der jüdischen Philosophin Hannah Arendt fanden 2025 weltweit Veranstaltungen statt. Ihre Gedanken zu Totalitarismus, Freiheit und politischer Verantwortung sind heute wieder besonders relevant. Sie mahnt zum aktiven Denken, zur Vielfalt und zum politischen Engagement jedes Einzelnen.
„Wir teilen eine Welt, die durch menschliches Handeln entsteht und erhalten werden muss; das erfordert Kooperation, nicht Isolation.“ so Hannah Arendt.
Ich bin sicher:
Wir alle säßen nicht hier, wenn wir uns nicht für eine gelingende Gemeinschaft einsetzen würden. Egal ob als Politiker, als Vertreter von Institutionen und Vereinen, als ehrenamtlich Tätige, als interessierte Bürgerinnen und Bürger: wir alle möchten mitgestalten, unseren Beitrag für ein demokratisches Zusammenleben leisten.
Und ich hoffe: Wir alle möchten eine offene Gesellschaft. Eine Gesellschaft mit Räumen für unterschiedlichste Begegnungen und Miteinander. Einer dieser Räume ist auch unser Neujahrsempfang.
Ganz besonders begrüßen darf ich an dieser Stelle deshalb Herrn Minister a.D. Ulrich Müller, die Mitglieder des Landtags Martin Hahn, August Schuler und Klaus Hoher, Herrn Landrat Luca Prayon, Landrat a. D. Lothar Wölfle, Bürgermeister a.D. Rolf Müller, die Bürgermeister aus unserem Gemeindeverwaltungsverband Herrn Aigner und Herrn Enzensperger sowie aus Tettnang Frau Bürgermeisterin Rist, aus Arbon Herrn Stadtpräsident René Walther und natürlich den Bürgermeister a.D. MINI LA 2025, Arved Gerhart. Ein herzliches Willkommen geht an die Vertreter unserer Patenkompanie. Weiterhin begrüßen darf ich zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter der Institutionen, Firmen, Vereine und Stiftungen, die Pfarrer unserer Kirchengemeinden, die Konrektorin unserer Grundschule.
Gerne würde ich all Ihre Namen hier nennen, um zu verdeutlichen, wie viele Menschen sich in und für Langenargen engagieren. Das würde den Zeitrahmen sprengen, glauben Sie mir. Ich begrüße meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Gemeinderat und der Verwaltung, unseren Bürgermeister Ole Münder und ganz besonders die heute zu ehrenden Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Last but not least freuen wir uns über das Kommen von Prof.Dr.Dr. Andreas Kruse und sind gespannt auf seinen Vortrag zum Thema
„Sei, was du bist; gib, was du hast“
Welch schönes Motto! Hannah Arendt würde sicherlich zustimmen. Ich danke Ihnen allen für Ihr Dasein, Ihr Interesse, Ihr Mitdenken und Mittun. Uns allen wünsche ich im Namen der Gemeinde Langenargen Zuversicht, positive Energie und viele Mitstreiter und Mitstreiterinnen für ein gutes Jahr 2026!
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