Neue Ausstellung im Zeppelinmuseum
Ein gewagtes Thema zum 30-jährigenJubiläum des Museums! Der Zeppelin als fast lautlos schwebendes Luftschiff, das uns auch heute immer wieder in Staunen versetzt, wird als Propaganda -Werbeträger der NS-Zeit dargestellt.
Gleich zu Beginn der Ausstellung heißt es: „[ . . .] Verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit Geschichte bedeutet, genau hinzusehen: Quellen kritisch zu prüfen, sie zu „rastern“ und die eigene Perspektive zu hinterfragen [. . .]“. Dieses kritische Hinterfragen ist den Verantwortlichen mit dieser Ausstellung gelungen. Dabei fällt der Blick auch auf die aktuelle Gefahr durch Desinformation in den sozialen Medien. Er unterstreicht den Bildungsauftrag des Museums gerade in diesen Zeiten und verweist auf die aktuelle Gefahr von Propaganda, die sich in Hate-Speech und Fake -News im Netz verbirgt. Raster durchziehen die gesamte Ausstellung: jeder Text ist mit diesen Rastern hinterlegt, auch die Ausstellungsplakate. Sie fordern dazu auf, „Quellen kritisch zu prüfen und eigene Perspektiven zu hinterfragen“ (vgl.Ausstellungstext).Dabei hilft auch der Begleitband zur Ausstellung, der mit hochkarätigen Autoren die Hintergründe zur Ausstellung beleuchtet. ( Im Museum kostet der Band 30 Euro)

Die Redner und Rednerinnen, das Team und das Publikum




Aus gefühlten Wahrheiten, die sich als subjektive Überzeugungen oft in den Köpfen festsetzen, wird beim Rundgang durch die Ausstellung ein ganz anderes Bild vom Zeppelin vermittelt: Er verbreitete knallhart Propaganda in der NS -Zeit!

Die Ausstellung beschäftigt sich auch mit den gefühlten Wahrheiten der Stadt Friedrichshafen und seines Museums, eine Art „Familienrecherche“- ähnlich wie in diesen Tagen das Bemühen vieler Menschen nach der Öffnung der Archive, die Rolle ihrer Familie in der NS-Zeit zu ergründen. (vgl. hier)

Es lohnt sich, diese Ausstellung zu besuchen, sie könnte zum Pflichtprogramm für Schulen werden! Wenn wir also demnächst vom Schatten des schwebenden Zeppelins mit seinem typischen Rauschen über uns überrascht werden und bewundernd zu dem schwebenden Ungetüm aufschauen, kennen wir nach dem Besuch Der Ausstellung die Hintergründe. Sie sind auch in dem Begleitband zur Ausstellung nachzulesen und für 30 Euro im Museum zu erwerben. Der Kauf lohnt sich!
Ein Lob an die Ausstellungsmacher: Sehr klare, nicht zu lange Texte und Einbindung von KI-gesteuerten Personen, die unmittelbar mit den Besuchern kommunizieren können.

Mit dabei in der Ausstellung Jonas Englert hier als Stipendiat
Der SWR berichtet HIER
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