Farbspiel

Anziehungspunkt ROT

Was klingt wie ein „Hot Spot“, zieht sich offensichtlich durch viele Bereiche des öffentlichen Raumes. Einmal als der Rote Punkt oder Baufreigabeschein, der auf Baustellen für jeden ohne  Betreten derselben lesbar sein muss. In dem Recherchefall, den Karin Burger im Zusammenhang mit einer örtlichen Gärtnerei auf ihrem SatireSenf behandelt, taucht er auf und hat das Fass der Recherche schier zum Überlaufen gebracht. Hier Er war ursprünglich der Anlass von AGORA, sich dem Thema zu widmen, eben mit den bekannten  Hindernissen. Übrigens der aktuelle Rote Punkt ist immer  noch nicht von außerhalb des Geländes ( Hausverbot! ) der Gärtnerei  lesbar!

Zum anderen taucht er in Form eines roten Logos des DGB auf, der mittels eines „Europäischen Vereins für Wanderarbeiterfragen“ versucht, die Rechte der europäischen Wanderarbeiter zu stärken. Diese Institution wurde der Redaktion AGORA durch die weitgehenden Recherchen von SatireSenf zu dem Thema bekannt.

Und  ganz zum Schluss schleicht  sich ein völlig anderer roter  Punkt  in die Redaktion von AGORA über ein Probeabo der Zeitschrift  Kommunal. ein. Mit einem roten Punkt im Schriftzug und dem Untertitel „Wir gestalten Deutschland“. Sie ist offensichtlich die Hauspostille für viele Rathäuser. In der aktuellen Ausgabe  schreibt der Chefredakteur Christian Erhardt-Maciejewski im Leitartikel „ Keine Angst vorm Shitstorm“ und wendet sich explizit gegen zu frühe Beteiligung der Bürgerschaft.

Aber der Reihe nach:

Was auf den ersten Blick zusammenhangslos wirkt und nur den gemeinsamen Nenner in der roten Farbe unter dem Strich aufweist, liefert sehr wohl einen Zusammenhang.  Der gemeinsame Nenner ist die Transparenz, die zum einen verhindert ( nicht lesbarer roter Punkt und die Folgen )wird. Zum anderen die Tansparenz für europäische Wanderarbeiter, die der DGB beispielhaft mit seiner Aufklärungskampagne versucht herzustellen. Er verteilt  Handzettel für  Wanderabeiter*innen in polnischer  und rumänischer Sprache, um sie über ihre Rechte aufzuklären. Die Zentrale in Berlin hat  Handzettel zum Verteilen  an die Redaktion geschickt.

Und dann der rote Punkt  von Leitartikler Christian Erhardt-Maciejewski im Schriftzug der Zeitschrift Kommunal., der die armen Verwalter*innen in den  Rathäusern für ihre  allzu  frühen Beteiligungsprozesse kritisiert. Tenor: Bitte nicht zu  früh Transparenz!  So wünscht er sich die alten Zeiten ohne Internet zurück: „Wer sich also informieren wollte, musste  sich zum Rathaus  bequemen, um Einsicht zu  nehmen. Heute ist der  Plan online und über die angeblich so sozialen  Medien schon weit  früher verfügbar. So kann der unzufriedene Bürger bequem beim Bier auf dem heimischen Sofa sitzen bleiben und  mit  Einwendungen seinem Unmut  gehörig  Luft verschaffen.“  Na, der Herr dürfte sich  im Rathaus LA ja sicher pudelwohl fühlen! Dort ist man bestimmt auch Abonnent und emsiger Leser dieser Ergüsse! Es scheint, dass dieses Organ, Mitherausgeber: Gerd Landsberg, die Pflichtlektüre der Verwaltungen ist.

Vermutlich ist diesem Herrn Erhardt-Maciejewski auch ein Ratsinformationssystem  nicht  willkommen. Es würde ja die Bürgerschaft mündig machen und zu früh informieren.

Es folgen dann noch Einlassungen über die Bebauungspläne, die nicht das Problem seien eher die  Fachplanung, also Themen  wie  Natur- oder Denkmalschutz: „da droht womöglich einem  einzelnen Frosch  laut  Naturschutz der  traurige  Tod.“ Um diesen einzelnen Frosch zu retten, gerate das ganze System ins Stocken. Das grenze an Deindustrialisierung, so der Verfasser.

Da ist  man sprachlos und  kann vor Wut nur noch rot anlaufen. Aber das Abo ist interessant, es schafft Transparenz! Freie Sicht von außen in die Rathäuser!

Aktualisierung: Link zu dem Artikel „Keine Angst vorm Shitstorm“ wurde gefunden und ergänzt, 7.10.2019, 23.07 Uhr, Red. AGORA

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