Presse in Wahlkampfzeiten


Leserbriefe: Tageszeitung verschnauft

Aus gut unterrichteten Kreisen ist zu erfahren, dass die Schwäbische Zeitung mal erst im Dialog mit ihrer Leserschaft pausiert. Sie veröffentlicht keine Leserbriefe mehr bis zur Wahl am 29.11.2020. Das kennt LA ja vom kleinen Ableger beim Verlag Schwäbisch Media, dem Montfort- Boten. Dort ist der Dialog mit der Leserschaft nicht nur zur Wahlkampfzeit dauerhaft abgebrochen. ( Zum Vergleich: Auflage MOBO:1900 Exemplar/ Woche, AGORA: 1400 Zugriffe/ Tag).

Aber es gibt noch das Wochenblatt. Dort sind nochmals Interviews der beiden Kandidatenvom letzten Wochenende zu finden. Hier geht’s zu Achim Krafft. Hier zu Ole Münder. . . . und Beiträge zu den Kandidaten erlaubt sich die Schwäbische Zeitung heute auch noch.

Weil es AGORA gibt, landen Leserbriefe dann eben hier in der Redaktion und werden veröffentlicht. Denn es ist nicht so, dass der Ort sich hoch rüstet und in Schützengräben liegt oder gar Seeschlachten plant. Nein, die Bürger*innen in LA ringen um den Weg ihres Ortes in die Zukunft. Sie tun das mit einem ganz einfachen Instrument, nicht mit Waffen. Nein, mit einem Stift, sie gehen zu einer demokratischen Wahl. Zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen. Dafür tauschen sie im Dialog Meinungen aus. Auch in Leserbriefen. Das muss man aushalten. Auch und ganz besonders als einzige Zeitung am Ort. Aber AGORA springt gerne in die Bresche. Die mündige Bürgerschaft sagt dann, wann es mit einem machmal auch hitzigen Meinungsaustausch reicht. Sie braucht keine stellvertretende Regionalleiterin als Vormund. Der Mund der Bürgerschaft öffnet sich nicht nach Anweisung.

Selbstverständlich veröffentlicht AGORA, genauso wie Pressemitteilungen, Leserbriefe von Anhängern beider Seiten. Bisher wurde dieses Angebot der Veröffentlichung jedoch nur von einer Seite angenommen.

Hier also kommt ein Leserbrief aus der Anhängerschaft von Ole Münder:

Leserbrief zur Bürgermeisterwahl in Langenargen

Langenargen wünscht sich einen besseren Bürgermeister, so kann man das Wahlergebnis vom 8. November interpretieren, denn der Kandidat und Nochbürgermeister Krafft bekam weniger als 50% der Stimmen. Sein relativ unbekannter Widersacher Ole Münder bekam sogar 25 Stimmen mehr. Dabei hatte der Amtsinhaber 8 Jahre Zeit, um die Menschen im Ort durch sein Wirken zu überzeugen. Die Defizite seiner Amtsführung, insbesondere strittige Entscheidungen aufgrund mangelnder Kommunikation mit Gemeinderat und Bevölkerung, versucht er nun in einem Wahlschreiben durch ein inflationäres Angebot an Wahlversprechen, zu kompensieren. Da ist vom regelmäßigem Marktplausch bis zum Arbeitskreis “Versöhnung” die Rede. Die Fakten seiner Amtsführung geben nicht Anlass, dem Glauben zu schenken. Hat er mir doch persönlich bei der Übergabe der Unterschriften zum Bürgerbegehren 2018 vorm Rathaus erklärt, daß er in Langenargen ein ähnlichesModell wie in Kressbronn zu Förderung von bezahlbaren Wohnungen, installieren möchte. Kressbronn baut und vermietet Wohnungen im Eigenbetrieb. Das Versprechen hat er bis heute nicht eingelöst. Seine mangelhafte Kommunikation und fehlende Einsichtigkeit führte auch 2018 zum einmaligen Bürgerbegehren “Mooser Weg”. Da wollte er, unterstützt durch die CDU-Fraktion im Gemeinderat, eine Streuobstwiese bebauen, die zuvor als Ausgleichsfläche für Gräbenen V angelegt worden war und die von den Bewohnern durch Ausgleichszahlungen mitfinanziert worden war. Wie bekannt, ist die Bebauung der Streuobstwiese durch den Bürgerentscheid vereitelt worden.Diese und andere Beispiele seiner Amtsführung stellen die Glaubwürdigkeit seiner Versprechungen im Wahlkampf im höchsten Maße in Frage.Dem alternativen Kandidaten Ole Münder sollte man aufgrund seiner kommunalen Berufserfahrung das gleiche Vorschussvertrauen entgegenbringen, wie man Herrn Krafft vor 8 Jahren entgegengebracht hat. Herr Krafft hat aber in meinen Augen das damalige Vertrauen weitgehend verspielt.

Gert Dreyer, Langenargen

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