Leserbrief


zum Schluss

Der/die Verfasser*in möchte nicht genannt werden. Der Name ist AGORA jedoch bekannt.

Liebe Wählerinnen und Wähler aus Langenargen, liebe Wahlkampfführende für die CDU, 

als christlich geprägter und gläubiger Mensch habe ich viele Jahre die CDU gewählt – aus Überzeugung und vor allem, weil der Name für mich Programm war. Das kann ich nicht mehr und ich frage mich und Sie: Wo sind nur die christlich-demokratischen Werte der CDU geblieben?

Ich erinnere z. B. an ein Gebot aus der Bibel: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider Deinen Nächsten“. 
Warum also all die Verleumdungen gegen einen anderen Bürgermeister-Kandidaten, weil er sich im Rahmen einer demokratischen Grundordnung für eine Wahl aufstellen ließ und diverse Personen und (politische) Gruppierungen ihn dabei unterstützen? 
Oder die Unterstellung, er sei nicht zuverlässig, weil er in der Vergangenheit einen Bürgermeister-Posten trotz gewonnener Wahl nicht angetreten hatte? Meine Meinung ist, dass es viel mehr sehr löblich, respektvoll und verantwortungsbewusst ist, wenn man bei unklarem Ausgang einer Krankheit lieber auf einen verantwortungsvollen Posten verzichtet, als diesen anzunehmen und dann ggf. auszufallen. Gott sei Dank ist der gute Mann zwischenzeitlich wieder vollständig genesen, gesund und munter!

Und wie halten wir Christen es sonst mit der Wahrheit? Beim Bauvorhaben „Naturella“ beispielsweise? Die wahrheitsgemäße Version wäre nach meinen Informationen die, dass ein Investor den Bau der bezahlbaren Mietwohnungen initiiert hat – von SICH aus. Und welcher Bürgermeister und Gemeinderat würde wohl gegen den dringend erforderlichen Wohnraum stimmen? 

Andere Frage: Wie könnte gute Führung mit einem christlichen Menschenbild vereinbart werden? 

Manche Menschen haben die Gabe, Menschen führen zu können, andere nicht. Es zeigt sich in allen Bereichen der Gesellschaft, ob nun in der Politik, der Kirche, im öffentlichen Dienst, den Schulen, in Handel, Industrie und Handwerk usw. : Wo diese Gabe nicht da ist – und in diesen Fällen fehlt dann meist auch Empathie und Authentiziität – und wo Führung auch nicht, beispielsweise durch Selbstreflexion, erlernt wurde, zeigt sich Führungsverhalten schnell als herrisches Machtgehabe. 

Daraus abgeleitet die weitere Frage: Sollen deshalb nun Steuergelder genutzt werden, damit die Fehler der Vergangenheit „moderiert aufgearbeitet werden“ müssen? Oder sollte lieber ein neuer Bürgermeister gewählt werden, dem glaubhaft abzuspüren ist, dass ihm ein kooperativer Führungsstil sowie ein echter Dialog mit den Bürgern ein tatsächliches Herzensanliegen ist? 

Ja, Vergeben und Verzeihen gehört zum christlichen Umgang; im Zusammenhang mit der Führung einer Gemeinde wäre eine Aufarbeitung des offenbar bereits vor Jahren entstandenen Bruchs WÄHREND der Amtsperiode DRINGEND notwenig gewesen. Erst bei Gefährdung der Machtstellung den Wunsch nach einen respektvollen Umgang zu äußern ist nach meinem Eindruck für die Wiedererlangung des Bürgermeisteramtes definitiv ZU SPÄT – auch wenn unabhängig von der Wahl vielerlei ernst gemeinte Entschuldigungen durchaus wertvoll, notwendig und mehr als wünschenswert wären! 

Eine letzte Frage noch: Entspricht es dem christlichen Menschenbild, dass Kinder für einen Wahlkampf missbraucht werden? Ich erinnere mich an Gespräche mit CDU-lern aus Langenargen, die das beispielsweise bei vergangenen Wahlen in den USA aufs Schärfste verurteilt haben. Gelten für unsere eigene Heimat Langenargen andere Maßstäbe? Ich meine nicht. 

Apropos Heimat – da habe ich nun doch noch eine abschließende Frage: Als der aktuelle Amtsinhaber von einem kleinen Dörfchen auf der Ostalb nach Langenargen gezogen kam, gab es da auch solche Anfeindungen als „Zugezogener“ wie sie jetzt bei Herrn Münder, als von außerhalb kommend, entgegen gebracht werden? 

Liebe Wahlkampführende: Bitte besinnen Sie sich auf das, was gerade auch die christlich-demokratische Partei prägen sollte: z. B. Achtung, Respekt, Offenheit, Ehrlichkeit, Freundlichkeit und Fairness . . .

Es ist mir ein Herzensanliegen, dass in Langenargen Friede einkehrt – das schafft aus meiner Sicht in der derzeit verfahrenen Situation ein unabhängiger und externer Kandidat ohne Parteiverpflichtungen bestimmt besser.

Unterschiedliche Ansichten in der Gemeinde und im Gemeinderat sind hilfreich und befruchtend – deshalb ist es gut, dass es die gibt. Allerdings muss ein Bürgermeister diese professionell moderieren und die Gemeinde oder den Gemeinderat führen können.

Bitte wählen Sie – und wählen Sie den, von dem Sie EHRLICH denken und spüren, dass er TATSÄCHLICH in der Lage ist, uns Langenargener in einen guten Dialog zu führen. Wählen Sie den, der die nötige Ausbildung, Erfahung und Einstellung mitbringt und ein echtes Interesse an den Menschen hat, Ihnen in die Augen schauen und authentisch und empathisch kommunizieren KANN. Denn das ist aus meiner Sicht so dringend nötig für ein friedlicheres und demokratisches Miteinander in Langenargen.

Gott befohlen, 
Eine Person, die anonym bleiben möchte

Langenargen, den 27.11.2020

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