Der unsichtbare Berichterstatter


Stiftungsratssitzung

Um es gleich vorneweg zu sagen: AGORA-LA war an dem Abend, an dem der Stiftungsrat des „Hospitals zum Heilgen Geist“ tagte, verhindert. Deshalb verbietet es sich eigentlich zu berichten oder man gibt die Quellen der Information (z.B. eine Pressemitteilung der teilnehmenden Akteure) an. Nicht so die Schwäbische Zeitung: Der Wortlaut ihres Textes gaukelt dem Leser vor, der Berichterstatter sei anwesend gewesen: „Wenn wir so weiter wirtschaften wie bisher, wird die Stiftung auf Sicht finanziell nicht mehr in der Lage sein, ihrem Auftrag nachzukommen. Wir sind gezwungen, zu agieren. Wir müssen handeln, ohne dabei zu vergessen, welche wichtige soziale Rolle das Hospital für Langenargen hat“, stellte Bürgermeister Ole Münder in der Sitzung des Stiftungsrats fest.Hier. Woher weiß der Autor( A.Heinrich) des Textes, was der Bürgermeister in der Sitzung geäußert hat, wenn er gar nicht anwesend war? 

Das Thema ist nämlich hoch sensibel und in der Öffentlichkeit im Detail so nicht bekannt. Es wurde in wenigen dürren Worten während des Wahlkampfes vom damaligen Bürgermeister Krafft zu Werbezwecken in seiner Wahlkampfbroschüre aufgenommen und in einem Film auf seiner Facebookseite angesprochen. Dass es einen sog.Lebens(t)raum Campus in LA 2025 geben sollte, erstaunte die BürgerInnen bereits im letzten November. Auf die Frage, wo der denn stehen solle, antwortete er : „Hier gibt es verschiedene Optionen, die im Zuge der weiteren Projektierung auf ihre Machbarkeit überprüft werden und im Nachgang der Öffentlichkeit vorgestellt werden.“ ( Kommentarfunktion ebd.)

Aha, im Nachgang. In der BM- Wahlkampfzeitzeit hatte der Fraktionsvorsitzende der OGL, Ziebart, in einem offenen Brief bereits nach dem Campus gefragt. Hier. Daher ist es nun gut, dass wenigstens die Offene Grüne Liste (OGL) einen Text auf ihrer Homepage und inzwischen im amtlichen Teil des Montfort-Boten ( hier: „Aus den Gemeinderatsfraktionen“, S.3 ) verfasst hat. Sitzungsvorlagen hier.Sie musste ja davon ausgehen, dass bei Abwesenheit der PresseverteterInnen gar nicht berichtet werden würde. 

So hat wenigstens eine Anwesende geschrieben und nicht allein dem unsichtbaren Geist der Schwäbischen Zeitung als Presseberichterstatterin das Feld überlassen. Deren Informationsquelle ist nämlich genauso geisterhaft unsichtbar.

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