Flucht nach LA


In der Gemeinderatsitzung vom letzten Montag informierte Hauptamtsleiter Bitzer über die Situation der Ukraine-Geflüchteten in LA. So sehen die Zahlen aus, die Amtsleiter Bitzer bekannt gab: Insgesamt gibt es 113 Geflüchtete aus der Ukraine, davon sind 71 noch im Feriendorf und 42 privat oder auf andere Weise untergebracht worden. Da zu Beginn der Touristensaison das Feriendorf für Saisongäste fei gemacht werden muss, werden diese Menschen danach in die Turn- und Festhalle umziehen müssen. Der Sportunterricht sei dankenswerter Weise in die kleine Turnhalle verlegt worden. Auch die Verlegung der Mensa in die Aula wäre nötig geworden. Gemeinsam mit Bürgermeister Münder dankte er allen freiwilligen HelferInnen und spontanen Privatinitiativen, die in den letzten Wochen schnell zur Stelle waren. Bitzer sprach über die enorme Arbeitsbelastung, die auf das Team um Mirko Meinel als Integrationsmanager des GVV zukomme. Hier stellte er in naher Zukunft über den GVV zusätzliches Personal in Aussicht, das bei Büroarbeiten und anderen Formalitäten unterstützen soll.

Einordnung 

Es ist gut, dass schnelle Hilfe kommt. Problematisch ist natürlich, wenn Menschen nun vom Feriendorf in die Turnhalle umziehen müssen. Das stellt für sie eine Verschlechterung dar. Aber wahrscheinlich ist es nicht anders möglich. Hoffentlich müssen sie nicht in die Baracke! Wie es weiter gehen soll, wenn noch mehr Geflüchtete kommen, weiß wahrscheinlich niemand. LA steht damit nicht allein. Aus dem Rheinland höre ich Ähnliches. 

Deutschland scheint jedoch bei der Registrierung und Verteilung recht langsam zu sein. Schaut man z.B. nach Griechenland, so geht es dort durch die Digitalisierung wohl schneller. Allerdings müssen sie sich dort mit der Kritik an der Ungleichbehandlung Geflüchteter auseinandersetzen. Hier nachlesbar. Am Rande: Diese Unterteilung nach “ guten“ und „schlechten“ Geflüchteten wird bei uns übrigens auch häufig gemacht: Die ukrainischen Männer blieben zum Kämpfen dort, die syrischen männlichen Geflüchteten hätten doch auch kämpfen können, stattdessen wären sie 2015 mit Handykarten bei uns angekommen. (Originalton bei uns im Ort)

Achtung: Anderer Fall-Syrien tobte ein Bürgerkrieg gegen einen jahrzehntelang herrschenden Diktator, der übrigens auch von Putin unterstützt wurde. Die Zerstörung Aleppos als „Probeeinsatz“ für Mariupol wäre ohne die Unterstützung von Putin nicht möglich gewesen. . . 

Natürlich ist es gut, wenn man schnell als Geflüchtete an eine Arbeitserlaubnis kommt, allerdings treiben sich an der Grenze bereits „Arbeitsvermittler“ herum, die schon wieder ein Geschäft mit den Ankommenden wittern. Hier. Das scheint es bei uns seriöser und familiärer zuzugehen, auch wenn die Mühlen der deutschen Bürokratie langsamer mahlen. Hier.

Das wären 95.694 durchschnittliche deutsche Grundschulklassen.

Originally tweeted by KATAPULT Magazin (@Katapultmagazin) on 30. März 2022.

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