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Ukraine-Flucht: Lagebericht Bodenseekreis

Bis Mittwoch, 30. März 2022 haben sich seit Kriegsbeginn insgesamt 1.455 Menschen aus der Ukraine bei den drei Ausländerbehörden im Bodenseekreis als Kriegsgeflüchtete registrieren lassen. Das Landratsamt geht weiterhin von einer größeren Zahl aus, denn die geflüchteten Menschen melden sich erfahrungsgemäß oftmals mit einigen Tagen Verzögerung bei den Behörden. Angekommene sollten sich aber schnellstmöglich beim betreffenden Einwohnermeldeamt und auch bei den für ihren Aufenthaltsort zuständigen Ausländerbehörden in den Rathäusern Friedrichshafen, Überlingen oder dem Landratsamt melden.

In mittelbarer Obhut des Landkreises leben derzeit 279 Personen. Davon wohnen rund 180 Menschen aktuell noch in temporär bereitgestellten Wohnungen und Unterkünften, insbesondere Ferienwohnanlagen und einer Jugendherberge. Das Gros dieser provisorischen Unterkunftsplätze fällt jedoch im Laufe des Monats April weg, da diese bereits regulär gebucht und vermietet sind. Die Betroffenen müssen dann in andere Unterkünfte umziehen. In aller Regel werden dies Notunterkünfte in Sporthallen sein. Denn der private Wohnungsmarkt reicht absehbar nicht aus, diese und künftig ankommende Menschen vollständig aufzunehmen.

Um sich auf die Ankunft weiterer Geflüchteter sowie den absehbaren Umzug vorzubereiten, richtet das Landratsamt aktuell gemeindliche und schulische Mehrzweckhallen als Notunterkünfte her. Die Hallen werden mit Leichtbaukabinen mit Stockbetten ausgerüstet, es werden die Sanitäranlagen der Umkleidebereiche genutzt und in der Regel wird eine zentrale Verpflegung organisiert. Geflüchteten, die auf dem privaten Wohnungsmarkt keine passende Bleibe finden, kann hier für die kommenden Wochen und gegebenenfalls Monate ein Dach über dem Kopf geboten werden. Tiere dürfen aus hygienischen und Sicherheitsgründen nicht in Notunterkünfte mitgenommen werden.

Seit der letzten Märzwoche ist die Seldnerhalle in Tettnang-Kau in Betrieb, in der bis zu etwa 90 Personen unterkommen können. In der ersten Aprilwoche soll die Festhalle Langenargen mit rund 80 Not-Plätzen bezugsfertig sein. Auch die Parksporthalle Kressbronn soll ab etwa Mitte April in gleicher Größenordnung als Notunterkunft dienen. Das Landratsamt rechnet damit, dass diese Notunterkünfte binnen kurzer Zeit voll belegt sein werden. Bei Ankunft größerer Personengruppen müssen durch die Hilfsorganisationen Feldbetten aufgestellt oder der Bus an eine Landeserstaufnahmestelle umgeleitet werden.

Die Ausländerbehörde des Bodenseekreises hat im Landratsamt einen Info-Punkt für Geflüchtete aus der Ukraine eingerichtet. Diese können sich hier behördlich registrieren, Sozialleistungen beantragen und sich beraten lassen. Der Info-Punkt befindet sich im Hauptgebäude des Landratsamts in der Friedrichshafener Albrechtstraße 77 und ist montags bis freitags von 9:00 bis 12:00 und donnerstags zusätzlich von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Für die Bürgerinnen und Bürger sowie für geflüchtete Personen bietet das Landratsamt ein Info-Telefon an. Hier werden – soweit möglich – Fragen beantwortet und praktische Hinweise gegeben. Das Info-Telefon „Ukraine-Flucht“ ist montags bis freitags zwischen 9:00 und 12:00 sowie 13:00 und 16:00 Uhr (donnerstags bis 17:00 Uhr) unter Tel. 07541 204-3330 erreichbar.

Auf der Internetseite des Bodenseekreises sind Informationen zusammengestellt, die für angekommene Geflüchtete sowie hilfsbereite Bürgerinnen und Bürger bedeutsam sind: www.bodenseekreis.de/ukraine-flucht

Hier gibt es auch Informationen zum Spendenkonto des Bodenseekreises. Das dort eingehende Geld soll für schnelle unbürokratische Hilfen, Härtefälle, zusätzliche Betreuungsangebote und ggf. Starthilfen verwendet werden. 

Um private Wohnraumangebote im Bodenseekreis für geflüchtete Menschen aus der Ukraine schnell erreichbar zu machen, hat das Landratsamt eine zweisprachige Wohnraum-Börse zur Bereitstellung von Zimmern, Wohnungen oder Häusern eingerichtet. Die Wohnraum-Börse ist auf der Informationsseite des Bodenseekreises unter www.bodenseekreis.de/ukraine-flucht zu finden, sowie direkt unter https://bodenseekreis.hospodar.de aufrufbar.

Foto 1 Bodenseekreis: Halle in Kau
Foto 2 Bodenseekreis: Halle in Kau

Zusatzinformation:

AGORA-LA hat beim Pressesprecher Robert Schwarz telefonisch nachgefragt, ob alle Gemeinden am See ihre Hallen zur Verfügung stellen. Diese Frage wurde auch am letzten Montag bei uns im Gemeinderat gestellt.

Es hieß, dass Langenargen, Kressbronn und Tettnang sofort ihre Hallen angeboten hätten. Wenn noch mehr Bedarf entstehe, würde man natürlich auch Richtung Überlingen belegen müssen. Da Tettnang in der Vergangenheit (2015) eher zurückhaltend gewesen wäre, hätte man nun von dort auch das Angebot in Kau bekommen, so Schwarz.

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