Erklärung Gemeinderat LA zur Aufnahme von Geflüchteten
Der folgende Text (Auszug) aus der Sitzungsvorlage( vgl. hier TOP12) der Gemeinderatssitzung wurde dem Gemeinderat am letzten Montag zur Kenntnis gebracht:
1.) Der Gemeinderat nimmt die aktuelle Situation der Flüchtlingsunterbringung und -integration in der Gemeinde Langenargen zur Kenntnis.
2.)Der Gemeinderat bekräftigt, dass bei der Unterbringung, Versorgung und Integration vor Ort die Belastungsgrenze erreicht ist.
3.) Die Verwaltung wird beauftragt, im Austausch mit dem Landkreis, den Wahlkreisabgeordneten und den Medien auf die angespannte Situation und die daraus resultierenden Handlungsnotwendigkeiten hinzuweisen.
Die aktuelle Lage in LA stellt sich so dar:
Geflüchtete aus der Ukraine: 23 werden vom Integrationsteam in der Wohnungslosig- keit begleitet. Insgesamt leben 148 Ukrainerinnen und Ukrainer in Langenargen, davon 36 Personen in der Turn- und Festhalle.
Asylbewerber/innen: 111 Personen aus dem Bereich Asyl. Diese werden vom Integrationsteam begleitet. Zusätzlich dazu leben 34 Person mit dem Status Asyl in der Turn- und Festhalle.
Kita: Derzeit sind ca. 19 Kinder in den Kitas von Langenargen.
Sprachkurse: Derzeit keine in Langenargen. 32 Erwachsene vom Integrationsteam be- gleitete Personen befinden sich in einem Sprachkurs.
An der FAMS sind aktuell: 10 Kinder aus der Ukraine (ab kommender Woche 11 Kinder), 3 Kinder aus Syrien, 1 Kind aus dem Irak, 4 Kinder aus Afghanistan.
Ergänzungen von AGORA-LA:
Auf Nachfrage beim Landratsamt(LRA) hat AGORA-LA aktuell am 21.11.2023 zum Fortschritt am Heckenweg ( AGORA-LA berichtete hier) erneut eine Antwort bekommen.
Dort schreibt der Pressesprecher Robert Schwarz, dass das Haus immer noch für die Belegung von ca. 30 Menschen umgerüstet werden müsse. Das beträfe den Brandschutz, sanitäre Einrichtungen etc. Es würden vor allem Menschen aus der Turn -und Festhalle dorthin umziehen. Telefonisch erklärte Schwarz ergänzend, dass die übrigen Menschen aus der Halle durch den Landkreis teilweise auf andere Orte verteilt würden. Bei der Auswahl der Menschen für LA spiele beispielsweise die Kontinuität von Schule und Kindergarten vor Ort eine Rolle. Man wolle möglichst vermeiden, dass Schulkinder die Schule wechseln müssten. Die Liegenschaft werde seit August von der Gemeinde LA für monatlich 2500 Euro angemietet.
Schlussbemerkung zum Thema: Wäre es nicht sinnvoll, zu versuchen erneut einen ehramtlichen Helferkreis in LA zu gründen, damit die angespannte Situation im Ort, die in der Gemeinderatssitzung beschrieben wurde, für alle erträglicher wird?
Es gibt übrigens durchaus Gemeinden, die es schaffen. Der Mediendienst Integration schreibt dazu hier: Für 60 Prozent der Kommunen ist die Aufnahme noch machbar. Einer der Gründe für die Überlastung: „Die Geflüchteten treffen jetzt also auf teilweise ohnehin schon angespannte Systeme ,“sagt Boris Kühn, Forschungsgruppe Migrationspolitik der Universität Hildesheim. Er nennt als Beispiele die Folgen der Corona-Pandemie, den Fachkräftemangel und auch die vom Bund geforderte Digitalisierung.
Eine Aussprache im Gemeinderat zum Thema gab es nicht.
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