Bürgerinitiative Revitalisierung des Schussendeltas (BIRDS)

Presseerklärung von BIRDS: Start einer Homepage

Die Bürgerinitiative Revitalisierung des Schussendeltas (BIRDS) setzt sich seit ihrer Gründung im März 2024 für eine saubere Zukunft des Bodenseeufers im Bereich des Schussendeltas und des Naturschutzgebiets „Eriskircher Ried“ ein. Die Initiative bildete sich aufgrund wiederholter Algenplagen, Gestank und den See- Badeverboten, die durch die Verunreinigung der Schussen verursacht werden.

Obwohl es in der Badesaison 2024 keine Algenteppiche gab, bleibt die Lage kritisch. Die Behörden sehen zu aller Verwunderung keinen großen Handlungsbedarf. Auch die Zuständigkeit für diese Problematik zwischen den Behörden wird hin- und hergeschoben. Nach Recherchen der BIRDS ist jedoch klar: Das Land Baden- Württemberg ist für die Gewässer 1. Ordnung zuständig und trägt somit die volle Verantwortung. Seit Jahrzehnten wurden zwar Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität der Schussen ergriffen, jedoch bleibt der Zustand weiterhin völlig unbefriedigend.

Jede Problemlösung beginnt mit der Wahrnehmung der Wirklichkeit – nicht mit Wegschauen“, erklärte die BIRDS während ihrer ersten Informationsveranstaltung im Juni 2024. Ein aktuelles Ergebnis ihrer Arbeit ist die Aufdeckung der tatsächlichen Phosphorbelastung der Schussen. Phosphor – in der Form als Phosphat – ist die Hauptursache für die wiederkehrenden, massiven Algenblüten. Mit diesen sind auch Verrottungsprozesse verbunden, bei denen neben stinkenden Gasen auch große Mengen des klimaschädlichen Methangases freigesetzt werden.
Anhand von Daten des METRIS-Programmes (hier) des Landes Baden-Württemberg (Modelling of Emissions and Transport in River Systems für Baden-Württemberg) und weiteren Veröffentlichungen konnte die BIRDS die Gesamtmenge an Phosphor berechnen (s. Abbildung unten): Es kommen jährlich etwa 57 Tonnen Phosphor aus verschiedenen Quellen in die Schussen. Nur ein kleiner Teil, etwa 8 Tonnen pro Jahr, kommt aus kommunalen Kläranlagen und ist technisch nicht weiter reduzierbar. Diese Menge jedoch ist alleine ausreichend, um im Sommer eine Algenblüte auszulösen.
Der weitaus größere Teil des Phosphoreintrags entsteht durch Bodenerosion und Abschwemmung von landwirtschaftlichen Nutzflächen (diffuse Quellen) sowie urbane Flächen (Punktquellen) in das Schussenwasser und später in die Uferzonen. Diese Quellen sind nicht oder sehr schwer kontrollierbar und stehen vor allem im Zusammenhang mit Regenereignissen.
Die genannten 57 t Phosphor pro Jahr führen auch dazu, dass es im Schussendelta und im angrenzenden seeseitigen Naturschutzgebiet zu einem völlig unnatürlichen Reichtum an Nährstoffen kommt. Aber hier von einem natürlichen Zustand zu sprechen, wäre falsch. Aufgrund der geschilderten Zusammenhänge müssen auch die Behörden alternative Lösungsansätze in Erwägung ziehen und nicht auf dem Status quo verharren.

Um die Bevölkerung umfassend über die Problematik und mögliche Lösungen zu informieren, hat die BIRDS nun ihre eigene Webseite gestartet: www.schussen.info. Hier finden Interessierte detaillierte Informationen sowie einen umfangreichen Frage-und-Antwort-Katalog. Zudem ist dort auch ersichtlich, wie die BIRDS durch Spenden unterstützt werden kann. Die BIRDS arbeitet komplett ehrenamtlich und ist auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen, um Ihr Anliegen einer „Revitalisierung des Schussendeltas“voranzutreiben. (dgm)

(c) BIRDS

Kontaktdaten:

Bürgerinitiative „Revitalisierung des Schussendeltas“ (BIRDS), Langenargen Dr. Gerhard Moll Mühlengärten 37 88085 Langenargen, E-Mail: dr.gerhard.moll@gemola.de Mobil 0177 78 49 106

AGORA-LA hatte hier und hier zum Thema in diesem Jahr berichtet.

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