Viele Besucher im Münzhof
Es gab in diesem Jahr ein anderes Konzept, um in unserem Ort den Gedenktag zu begehen. Zwar traf man sich wie immer am Ehrenmal am Friedhof, allerdings wurde die Rede des Bürgermeisters erst im Anschluss an den Marsch zum Münzhof gehalten.



Dort hielt Bürgermeister Münder seine Rede vor großem Publikum und zeigte sich erfreut über die Teilnahme so vieler „Zivilisten“, deren vermeintliche Abwesenheit zuvor ein älterer Herr ihm gegenüber beklagt hatte.



Nein, die Franz-Anton -Maulbertsch-Schule hatte tatsächlich zur Durchmischung und Verjüngung der zivilen Besucher beigetragen: Mit einem Friedensprojekt, das die Kinder über Wochen klassenübergreifend in der Schule durchgeführt hatten. Dafür bedankte sich Bürgermeister Münder herzlich.
Aber zunächst zitierte Bürgermeister Münder Willy Brandts berühmten Satz: „Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts.“
Man lebe hier in unserem Ort in Frieden, während um uns herum Kriege tobten. Dieses riesige Gück sei nicht selbstverständlich. „ Frieden ist verletzlich. Das dürfen wir niemals vergessen, wir müssen auf ihn aufpassen.“ Unterschiedlich Meinungen und kontroverse Diskussionen gehörten als Kern der Demokratie dazu, aber dieser Kern werde angegriffen von Strömungen, die Hass und Hetze verbreiteten, so der Bürgermeister und weiter sagte er:
„Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker. Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft , als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Wir gedenken derer derer, die verfolgt und getötet wurden, weil einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Lebensweg wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde. Wir gedenken derer, die um Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewalt Herrschaft geleistet haben, derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten. Wir trauernum die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung , um die Bundeswehrsoldaten und deren Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren. Wir gedenken auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt Opfer geworden sind. Wir gedenken der Opfer von Terrorismus und Extremismus, Antisemitismus und Rassismus in unserem Land. Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten und teilen ihren Schmerz. Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern. Unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.“
Danach waren die Kinder der FAMS mit einem Lied zu hören. Hannah Eder aus dem Kollegium der FAMS berichtete zuvor über die gemeinsame Arbeit mit den Kindern zur Vorbereitung dieses Gedenktages. Sie zitierte aus dem Kindermund eines Schülers „Frieden ist: ein Eis auf einer Sommerwiese essen.“ Ganz einfach!








Es war eine gute Idee, diesen Gedenktag einmal anders zu gestalten-gerade in diesen Zeiten! Im Moment leben 420 Millionen Kinder im Krieg. Vielleicht können irgendwann einmal alle Kinder dieser Welt auf einer Wiese im Sommer ohne Angst vor Bombenterror ihr Eis schlecken. . . .
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