Ausgezeichnete Baukultur

Unser Dammhäusle ist dabei

Eine im Architektengesetz Baden-Württemberg festgelegte Aufgabe der Architektenkammer ist die Förderung der Baukultur. Dazu gehört auch die Architekturvermittlung durch Öffentlichkeitsarbeit und Bildung. Im Bereich Baukultur wurde das Dammhäusle für das Jahr 2024 ausgezeichnet. AGORA-LA berichtete im Oktober bereits hier. Auch andere Mitstreiter im Bodenseekreis haben Auszeichnungen bekommen. Schauen Sie mal hier. Es lohnt sich, alle mal anzuklicken, es sind noch andere interessante Projekte dabei!

(c) AGORA-LA

Begründung der Jury

Mit der behutsamen Restaurierung des denkmalgeschützten „Dammhäusle“ ist es gelungen, das kleine und trotzdem markante Gebäude als zeitgeschichtliches Dokument und als Teil der historischen Seeansicht zu erhalten. Neben der Bewahrung des Baukörpers als Baudenkmal gelingt es mit der Sanierung auch die bauzeitliche Nutzung als Schutz-Raum bei Extremwetterereignissen zukunftsfähig in die Gegenwart zu übertragen und den Bürgern und Gästen von Langenargen den schützenden Innenraum barrierefrei zugänglich zu machen. Der bestehende Holzbau mit seinen historischen Einbauten und Fenstern ist in höchster handwerklicher Qualität und mit großem Gespür für den historischen Bestand ausgeführt. Sowohl der Innenraum wie auch der Wartebereich im Freiraum erfahren durch die Revitalisierung eine wohltuende Aufwertung, welche die Wertschätzung von gebauter Kultur erkennen und erleben lässt.

Achitektenkammer BW: Preisverleitung in Friedrichshafen für Beispielhaftes Bauen Bodenseekreis
Achitektenkammer BW: Preisverleitung in Friedrichshafen für Beispielhaftes Bauen Bodenseekreis: Bürgermeister Ole Münder, Ortsbaumeister Markus Stark ( beide Bauherrschaft Gemeinde Langenargen) Architekt Albrecht Weber, Anton Frei Junior ( Fa. Anton Frei, Prof. Susanne Dürr, Vorsitzende der Jury, Landrat Luca Wilhelm Prayon, Bodenseekreis

Objektbeschreibung

Das denkmalgeschützte „Dammhäusle“ am Ende des Landungsstegs ist zusammen mit dem Montfortschloss, der Kirche St. Martin und dem Gemeindehafen ein Teil der Langenargener Seeansicht – ein markantes, lieb gewonnenes Wahrzeichen mit hohem Nutzwert. Von Dezember 2022 bis Mai 2023 wurde es mit Mitteln der Gemeinde Langenargen einer dringenden Grundsanierung unterzogen, nachdem zuvor Notsicherungen erforderlich geworden war. Bereits im Jahr 2018 erfolgten Schadenserfassungen und erste Abstimmungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Nach Erarbeitung eines Konzeptes wurde im Dezember 2018 die denkmalschutzrechtliche Genehmigung erteilt.

Das jetzige „Dammhäusle“ wurde im Jahre 1927 anstelle eines Vorgängerbaus (vermutlich 1904-1926) als Holzbau errichtet. Als witterungsschützender Wartebereich für die Passagiere der Bodenseepersonenschifffahrt, verfügt es über innen und außen umlaufende Sitzbänke unter einem großen, flachen Walmdach. Eine ursprüngliche Lasur der Holzoberfläche ab 1927 erwies sich bald als wenig witterungsbeständig, weshalb nach wenigen Jahren ein deckender Ölanstrich innen und außen aufgebracht wurde. Dieser historische Grünton mit diversen gliedernden weißen Absetzungen wurde mit Zustimmung des Landesdenkmalamtes als zweite historische Farbfassung im Frühjahr 2023 rekonstruiert. Bedenkt man, wie vielen Seestürmen das „Häusle“ an dieser exponierten Stelle einen Widerstand geleistet hat, ist man beeindruckt von der vorgefundenen, verformungsfreien Holztragkonstruktion. Diese wird nach einer fachgerechten Instandsetzung und einer denkmalgerechten Restaurierung viele weitere Generationen erfreuen. 

Der frisch restaurierte innere Schutzraum wird gemäß seiner bauzeitlichen Funktion, zum Beispiel während der Anwesenheit des Anlegepersonals, der Öffentlichkeit wieder vermehrt zugänglich sein. Insgesamt beeindruckt auch das innere Raumerlebnis der späten 1920er Jahre – eine revitalisierte Bereicherung der Baukultur des Ortes. Zudem bietet der Schutzraum in Zeiten des Klimawandels, insbesondere älteren Besuchern, wieder einen willkommenen Rückzugsbereich bei Extremwetterereignissen (zum Bespiel Hitze oder hohe Sonnenstrahlung).

Damit entstand ein kleiner athmosphärischer Kulturraum, der in weniger belebten Jahreszeiten ohne Schiffsanlegezeiten von der Bürgerschaft ( Vereine, Schulen) genutzt werden könnte.

(c) VG Bild und Kunst, Annette Weber Weihnachten 2022

Bildinfo zum Eingangsfoto: Hier ( Die Plakette wird noch am Gebäude angebracht werden)

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