Was ist denn hier los?

Eine Frage des Images LA: Geht’s uns zu gut?

Es nicht das erste Mal, dass es dort an der Kleidersammelstelle am Friedhof auf AGORAs Einflugschneise in den Ort so aussieht. Immer mal wieder hatte AGORA-LA die Gemeinde darauf aufmerksam gemacht. Sie hat auch immer sofort reagiert. Vor ein paar Tagen hat AGORA-LA nun direkt die Firma Faircollect angeschrieben, ihr das Foto vom 14.4.2025 zugeschickt und die folgenden Fragen gestellt:

1. Das unten stehende  Foto dokumnemtiert die völlige  Überfüllung  Ihres  Containers: Wie oft leeren Sie den Container?
2. Diese Situation ist bereits  häufig durch Fotos  dokumentiert und  an die  Gemeinde rückgemeldet worden. Werden die Leerungen über einen Vertrag mit der Gemeinde vorgenommen?
3. Welche  Alternativen gibt es Ihrerseits, um ein solches Bild nicht immer wieder entstehen zu lassen?
 

Hier kommen die Antworten aus der Marketingabteilung der Firma vom 16.4.2025:

Altkleidersammlung in Langenargen unter Druck: Müllflut gefährdet bewährtes System

Die angespannte Marktlage trifft auch die Altkleidersammlung in Langenargen. Immer mehr Akteure stellen ihre Sammelaktivitäten ein, weil sich der Aufwand wirtschaftlich nicht mehr lohnt – vielerorts wird bereits „draufgezahlt“. In der Folge landen immer größere Mengen an Altkleidung bei den noch aktiven Sammelstellen. Doch neben tragfähiger Kleidung nehmen auch die Probleme zu: Der Anteil an Müll in den Containern steigt drastisch.

Als Faircollect sammeln wir seit Jahren im Auftrag und in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Langenargen. Was ursprünglich dem gemeinnützigen Gedanken der Wiederverwendung diente, entwickelt sich jedoch zunehmend zur Belastung. Immer häufiger wird unsere Sammlung missbraucht, um vorsätzlich haushaltsübliche oder sogar sperrige Abfälle loszuwerden. Für uns bedeutet das erhebliche Zusatzkosten – nicht nur durch Sortieraufwand, sondern auch durch die Entsorgung des eingebrachten Mülls.

Wirtschaftlich ist das unter den aktuellen Bedingungen kaum noch tragbar. Dass wir die Sammlung trotzdem weiterführen, liegt einzig an der langjährigen und guten Partnerschaft mit der Gemeinde. Doch wenn sich die Situation nicht bessert, insbesondere was das Einwerfen von Restmüll betrifft, müssen wir Konsequenzen ziehen. Ein Rückbau unserer Sammelbehälter in Langenargen wäre dann unausweichlich.

In einem solchen Fall stünde die Kommune oder die öffentlich-rechtliche Entsorgungsstruktur vor der Herausforderung, selbst eine Lösung für die Erfassung von Alttextilien zu schaffen. Unser Anliegen bleibt es, einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zum Umweltschutz zu leisten – dafür braucht es jedoch faires Verhalten und eine saubere Trennung.

Die Standorte in Langenargen werden im regelmäßigen Rhythmus einmal wöchentlich geleert. In den Zeiträumen um den Frühjahr und Herbst, wenn Mitbürger die Aussortierungen der Altkleider beginnen, fällt allerdings meistens mehr an und volle Sammelbehälter lassen sich nicht vermeiden.

Zu der Frage 3 zu den Alternativen ergänzt die Firma:

Wir werden nach Rücksprache mit Langenargen prüfen, welche Standorte noch Sinn machen zu optimieren. Ggf. weitere Behälter aufstellen und dafür einen anderen Platz räumen..

Zusätzliches von AGORA-LA:

Foto vom 24.11.2024 Frauenmuseum Hittisau zur Vernissage

Es gibt eine sehenswerte Ausstellung im Frauen Museum Hittisau Stoffwechsel: „Ein kritischer Blick auf Fast Fashion, ein Aufruf zu bewusstem Konsum:

Wie beeinflussen Mode und Konsum unser Leben, die Umwelt und Geschlechterrollen? Die Ausstellung im Frauenmuseum Hittisau zeigt die Zusammenhänge zwischen globaler Textilproduktion, Ausbeutung, Umweltbelastung und unserem Konsumverhalten. Entdecke historische Objekte, zeitgenössisches Design und kreative Impulse, die zu nachhaltigem Handeln inspirieren – und werde Teil der Lösung. Zu sehen bis 31. Oktober 2025 im Frauenmuseum Hittisau.“ In Vorarlberg gibt es übrigens CARLATex : 70 Tonnen Kleider werden dort wöchentlich in 426 Sammelcontainern gesammelt!!!!!

Damit diese Bilder in LA nicht mehr entstehen, sind die Bürger und Bürgerinnen aufgefordert, ihren Konsum zu überdenken und den vermeintlich überflüssigen Inhalt ihres Kleiderschrankes wieder mit nach Hause zu nehmen, wenn der Container sichtbar überfüllt ist! Und nein: es gehört sich nicht Vermutungen zu äußern, dass die Geflüchteten dort diese Bilder erzeugen! Sie suchen möglicherweise nach Brauchbarem in den Tüten vor dem Container, das für LA nicht mehr gut genug ist!

Es gibt offensichtlich noch ganz andere Müllentsorger: AGORA-LA bemerkte schon mal eine große Menge von leeren Dosen (Tomatensauce ), die dort einfach abgestellt wurden. Diese Menge konnte eigentlich nicht aus einem Privathaushalt stammen!

Hier sind die Umweltauswirkungen von Textilproduktion und deren Abfällen beschrieben.

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(c) aus der Ausstellung: genehmigt vom Frauenmuseum Hittisau

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