Zur Gemeinderatssitzung vom 8.12.2025
Es gab in der letzten Gemeinderatssitzung einen Punkt, der bereits in der Einwohnerfragestunde seinen Anfang hatte. Der Vertreter der Vorstandschaft des Tennisclubs Langenargen, Herr Andreas Schätzle, hatte Fragen zur Renovierung der Sporthalle in Bierkeller( vgl. hier Kurzbericht, die Einwohnerfragen sind nicht aufgeführt und im aktuellen MOBO hier, aktualisiert 19.12.2025) , ebenso die Vertreterin des Turnvereins Langenargen, die 1. Vorständin Daniela Daub. Beide äußerten ihren Unmut: Sie seien im Vorfeld nicht in den Entscheidungsprozess um die Renovierung der Halle einbezogen wurden. Bürgermeister Münder verwies auf den Zeitdruck, dem die Gemeinde zur Antragstellung auf Förderung ausgesetzt gewesen sei. Es wäre in der Kürze der Zeit nur eine Taskforce innerhalb der Verwaltung möglich gewesen. Dafür entschuldige er sich. Später in der Sitzung hat sich dann der Gemeinderat für den Förderantrag mit Kindergarten entschieden. (vgl. hier Kurzbericht Punkt 4)) Auch eine Bedarfsstudie für Sportstätten in LA wurde dort beschlossen. ( vgl. aktueller MOBO, amtlicher Teil Punkt 3)

AGORA-LA hatte im Anschluss an die Sitzung Fragen zum Thema Dreifeldhalle an Bürgermeister Münder:
AGORA-LA: 1. Wenn die Variante (Halle plus Kindergarten ) kommt, wäre dann der Zeitaufwand größer und würde dies bedeuten, dass in der Zeit für den Umbau die Vereine für einen längeren Zeitraum Alternativen finden müssten?
BM Münder: Bei der umfassenden Sanierungsvariante, welche zur Einreichung als Projektskizze für das Förderprogramm des Bundes „Sanierung kommunaler Sportstätten“ durch den Gemeinderat festgelegt wurde, wird es nach einem eventuellen Erhalt eines Zuwendungsbescheids im Zuge der Maßnahme sicherlich partiell auch zu Einschränkungen im Sportbetrieb kommen. Die Integration des Kindergartens in das zu sanierende Gebäude hingegen beeinflusst die Gesamtmaßnahme zeitlich nur marginal.
Angesichts der bestehenden Möglichkeit eine Förderung in dieser Höhe zu erhalten und somit überhaupt in die Lage versetzt zu werden, die Sanierung der Sporthalle anzugehen, sollten aber nicht nur die Einschränkungen gesehen werden. Das Produkt dieser Generalsanierung wäre ein zukunftsfähiges Gebäude, welches einem Neubau in nichts nachsteht und für Jahrzehnte der Bevölkerung zur Verfügung steht. Da aktuell nicht feststeht, ob das Förderprogramm erneut aufgelegt wird, sollte die Gemeinde diese bislang einmalige Gelegenheit nutzen, dieses jahrelang diskutierte und intensiv ausgearbeitete Sanierungskonzept in die Reichweite einer Finanzierung zu bringen. Sollten wir den Zuschlag nicht erhalten, ist eine Sanierung in diesem Umfang für die Gemeinde finanziell schlicht nicht stemmbar.
AGORA-LA: 2. Hätte der Tennisverein durch den Verlust eines Tennisplatzes finanzielle Einbußen und somit die Gemeinde als Vermieterin Einbußen?
Der Tennisverein rechnet nach eigenen Angaben mit einer starken Nutzungseinschränkung und damit auch mit einer deutlich spürbaren finanziellen Belastung. Für die Gemeinde würde der Wegfall dieses Platzes den Verlust eines Teils der Pachteinnahmen durch den Tennisclub bedeuten.
AGORA-LA: 3. Wieviel mehr Fördergelder kann die Gemeinde mit dieser Variante ( Halle plus Kindergarten) möglicherweise abgreifen?
BM Münder: Die Variante mit integriertem Kindergarten bringt höchstwahrscheinlich keine zusätzlichen Fördergelder, da die Kumulierung mit anderen Bundesprogrammen ausgeschlossen wird. Bei den Landesförderungen verhält es sich so, dass zwar grundsätzlich eine freiwillige finanzielle Beteiligung des jeweiligen Bundeslandes ausdrücklich erwünscht ist, allerdings werden diese als Mittel beteiligter Dritter gewertet und können den Eigenanteil der Kommune nicht ersetzen. Hier ist lediglich eine Kumulierung mit Mitteln des Finanzausgleichs der Länder denkbar, welche dann auch als Eigenanteil der Länder gewertet werden.
Der elementare Gewinn bei dieser Variante ist somit aus unserer Sicht die geschätzte Kosteneinsparung für den Bau eines Kindergartens, der nicht auf der grünen Wiese erstellt werden muss. Hierzu verweisen wir auf die Darstellung in der Anlage der Sitzungsvorlage beim Kostenvergleich eines Kindergartens auf mittlerem Standard mit Bruttokosten für einen Neubau von ca. 2.500.000,00 € und geschätzten Kosten für die integrierte Variante mit 1.500.000,00 €. Die integrierte Lösung hat auch den Vorteil, dass keine weiteren Flächen versiegelt werden müssen, da die vorhandene Sporthalle das Raumprogramm des Kindergartens aufnehmen kann. Somit sind keine Ausgleichsflächen, Ökopunkte etc. für die Baumaßnahme „Kindergarten“ notwendig. Synergien ergeben sich auch aus der Mehrfachnutzung der bestehenden Halle, die bis dato als Vereinshalle im Schwerpunkt in den Abendstunden und am Wochenende genutzt wird. Zusammengefasst ist die Gemeinde angesichts der schwierigen Haushaltslage verpflichtet, Synergien zu nutzen, Nutzungen zusammenzuführen und damit die Auslastung vorhandener oder künftig zu schaffenden Kapazitäten zu steigern.
AGORA-LA: 4. Welche Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Flächen in LA für mögliche Bebauung hätte die Verlegung des Kindergartens von der Rosenstraße in den Bierkeller? Würden damit dort Flächen für bezahlbaren Wohnraum ( Idee Erbbaurecht aus der Vergangenheit) frei?
BM Münder: Die Fläche am Strandbad wurde in der Quartiersentwicklung bislang noch nicht angegangen, weil sie als „Reservegrundstück“ für das Pflegeheim vorgehalten wird. Sollte eine Realisierung am Auffangparkplatz nicht möglich sein, würde diese Fläche für eine Pflegeheimentwicklung eingesetzt werden. Laut einem Grundsatzbeschluss des Stiftungsrates sollen die zur Verfügung stehenden Flächen grundsätzlich in Erbpacht vergeben werden. Es bietet sich aus Sicht der Gemeinde aber auch der Stiftung damit an, diese Flächen vornehmlich für Zwecke der Wohnbebauung vorzusehen, weil dies eine konsequente Fortführung der Innenentwicklung darstellen würde.

Einschätzung AGORA-LA:
In diesem Fall lautet das Zauberwort “ Priorisierung von Projekten“. Man hat die Sanierung der Dreifeldhalle vor anderen kostspieligen (z.B. Sanierung des Anlegers) in den Blick genommen. Mit der Unterbringung des Kindergartens in der Sporthalle könnte man also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dass die Interessen der beiden Sportvereine ein wenig zurückstehen müssen, sollten sie verkraften. Mit Blick auf die äußerst kostspielige Sanierung des Anlegestegs und die Interessen einer Touristenstadt und deren Besucher, können die Sportler froh sein, dass die Sanierung der Dreifeldhalle vor allen anderen Projekten in Angriff genommen wird. Wenn beispielsweise der Anleger nicht mehr touristisch genutzt werden kann, sind sehr viel mehr Menschen betoffen als die Mitglieder der beiden Vereine! Es ist sicher möglich, im Vorfeld Ausweichmöglichkeiten in anderen Hallen zu finden. Dass Vereinsmitglieder austreten werden, wie in der Fragerunde der Einwohnerschaft seitens der 1. Vorsitzenden des Turnvereins geäußert, scheint eher spekulativ. . . . Das ist die Meinung von AGORA-LA.
Es bleibt daher im Moment abzuwarten, ob die Kombi-Idee Sport und Kindergarten letztlich eine Chance auf Förderung haben wird!
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