Dem Leben zugewandt

Hospizgruppe Langenargen

Es gibt eine Hospizgruppe in Langenargen, schon seit 1993. Sie hatte ins Seniorenbüro zu einem Pressegespräch eingeladen. Frau Herrmann vom Seniorenbüro und Frau Fietz, die die Hospizgruppe Langenargen leitet, hatten eingeladen. „Sterben als Teil des Lebens“- unter dieser Überschrift soll Bürgerinnen und Bürgern angeboten werden, sich mit dem Thema „Leben und Sterben“ auseinanderzusetzen.

Von links: Frau Fietz, Frau Herrmann, (c) AGORA-LA

So saß man zusammen in der Seniorenwohnanlage, im Hintergrund die Klänge der Musikschule, die eine musikalische Untermalung aus dem Nebenraum zu einem ernsten Thema bot. Musiktitel: „Kauf dir einen bunten Luftballon“. Passt ja irgendwie, denkt man. So liegt Sterben und Leben an diesem Morgen tatsächlich auch räumlich nah beinander!

Frau Fietz beantwortete die Fragen, die wichtig waren, z.B. wie kann man Teil dieser Gruppe werden: Die Ausbildung dauert zwischen einem halben und einem Jahr, erst dann darf man Sterbende begleiten. Die Begleitung steht unter dem Leitgedanken: „Man lebt bis zum letzten Atemzug“, so Frau Fietz. Die Gruppe in LA besteht aus neun Mitgliedern im Alter zwischen 50 und 80 Jahre, nur ein Gruppenmitglied ist männlich! Wie die Gruppe finanziell getragen wird? Sie ist kein Verein, sie bekommt für die „Aktion dem Leben zugewandt “ Unterstützung von der Bürgerstiftung in LA. Zwar sei man an die katholische Kirche angedockt, daher könne man auch Spendenbescheinigungen ausstellen, man arbeite jedoch frei. Jeder kann die Hilfe in Anspruch nehmen. Egal, ob kirchlich gebunden oder nicht (vgl. hier) Es gibt keine hierarchische Strukturen, alle sind gleichberechtigt, so hieß es.

Anlass der Einladung war das neue Veranstaltungsprogramm der Gruppe, das für das erste Halbjahr 2026 vorgestellt wurde:

Fotos: (c) AGORA-LA mit Genehmigung der Hospizgruppe Langenargen
(c) AGORA-LA , Info s.o.

Das Kaffeetrinken auf dem Friedhof mag manchem fremd erscheinen, aber es hat wohl bereits eine ähnliche Veranstaltung gegeben, die bestens besucht war. Was für uns vielleicht merkwürdig wirkt, ist in Südamerika übrigens ganz normal.HIER .

Ergänzend zu der Runde kam von Bürgermeister Münder das folgende Statement aus dem Rathaus zu der neuen Veranstaltungsreihe : „[ . . . ] Erstmal möchte ich Ihnen zu dieser Initiative sehr herzlich gratulieren, denn es rückt dieses Thema in den Vordergrund, was auf diese Weise meines Erachtens viel zu wenig passiert. Auch beruflich tangiert mich der Umgang mit dem Tod durchaus und bringt mich immer zum Innehalten zu wesentlichen Fragestellungen. Ihr Programm ist gelungen und ich hoffe, dass sich viele interessierte Menschen zu den Veranstaltungen einfinden. [. . . ] “

Der Tod gehört zum Leben, das sollte man sich immer wieder klar machen. Er trifft uns alle, er ist der große Gleichmacher. Leider verdrängen wir allzu oft diese Gleichmacherei und unsere Vergänglichkeit. In der Geschichte hatte jedes Jahrhundert seine Totentänze und erinnerten in Bild , Musik und Literatur an den Tod, oft an Friedhofsmauern: Der Tod, der jeden- ob jung oder alt – zum Tanz auffordert. Es ist bemerkenswert, dass die Hospizbewegung mit dieser Energie Menschen mit ihren Angehörigen bis zum letzten Atemzug begleitet. Respekt!

(c) Foto: AGORA-LA mit Genehmigung der Hospizgruppe Langenargen


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