Der Kavalierhausstipendiat 2026
Viele kennen Kai Fischer bereits. Er hat an der Lake -Expo teilgenommen, wohnt und arbeitet bis November als Stipendiat im Kavalierhaus. Am letzten Donnerstag hat er für die Presse seine Türen geöffnet. Auch Bürgermeister Ole Münder, Laura Schneider und Vanessa Schandt schauten vorbei.
Und was sah man? Natürlich Kassenzettel, aber nicht nur diese vergänglichen Zettel, wie wir bald sehen werden.

Vorlage ist ein Kassenbeleg aus Österreich, erkennbar an dem Namen HOFER, das Gegenstück zum deutschen ALDI. Wer genauer hinschaut, findet unter der Überschrift eine Adresse: Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien 01hier und siehe da: das ist die Adresse des Kunsthistorischen Museums in Wien. Das passt wieder zum HOFER! Aber warum kauft jemand beim HOFER nur Schnittblumen? Kai Fischer erklärt: Diese Auswahl hat weniger etwas mit der Vorliebe des Künstlers für Florales zu tun. Vielmehr hat sie eine Vorlage im Kunstmuseum in Wien. Dort gibt es ein Bild von Breughel dem Älteren hier, das als Vorlage für den ungewöhnlichen Einkauf diente hier.

Kai kauft also nach Vorlagen aus der Kunstgeschichte, die er im Kopf hat, ein. Zurück bleiben Einkaufszettel von gekauften Produkten. Diese Bons sind flüchtig: am nächsten Tag schon gibt es ein neues Datum und mit der Zeit verblasst sogar das Papier. Man nennt es ephemere Kunst hier. Kai Fischer hält das Flüchtige in seiner Kunst fest.
Es gibt auch noch andere Werke an den Wänden: Wer regelmäßig wandert, fragt sich: Sind das Wanderzeichen? Sie sehen anders aus, merkwürdig, sie gibt es in der Realität sonicht. Wanderzeichen, die nur scheinbar auf Holz gemalt sind- hier sind sie auf Leinen fixiert. Das erkennt man, wenn man sich der Wand nähert.

Wanderzeichen der besonderen Art: Bär in Orange? VIA RHENII
Fortlaufend seit 2026
Acryl und Öl auf Leinwand auf handgefertigtem Holzrahmen
ca. 20 × 30 cm x 3 cm (variierend) VIA RHENII greift die Logik von Wegmarkierungen auf und überführt sie in ein eigenständiges System. Das Element weiß–gelb–weiß erscheint fast durchgehend als Spur und wird in unterschiedlichen Setzungen variiert.Weitere Zeichen und Farben treten hinzu, überlagern sich und durchkreuzen das Gefüge. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Bild und Markierung; sie lösen funktionale Signale aus ihrem Gebrauch und überführen sie in Malerei. Die Bedeutung bleibt offen und privat.
Man muss schon genau hinschauen, um zu bemerken, dass die Zeichen nicht auf Holz fixiert sind, sondern auf Leinwand auf handgefertigten Holzrahmen.

Eine Bahnhofsuhr ist auch ab jetzt im Kavalierhaus zu bewundern. Sie hat auch ihre Besonderheiten. . . .

Die gemalten Uhren erinnern an das kollektive Gedächtnis mehrerer Generationen: das Warten auf dem Bahnsteig, die sich drehenden Zeiger, das gleich das gleichmäßige Ein- und Ausfahren der Züge – wie das Pulsieren von Blut durch einen Organismus. Sie stehen für eine Zeit, in der Fortschritt mit Verlässlichkeit und Struktur gleichgesetzt wurde – und in der das Bruttoinlandsprodukt zur Währung des Wohlstands wurde.“ Hier
„i

Kommentar verfassen