Lockdown


auch im Schulsystem?

Es hat nicht funktioniert- der Schulstart in der Gegend. Kultusministerin Susanne Eisenmann wusste schon, warum sie die Schulen in BW ungern in den Onlineunterricht schicken wollte. Es klappt hinten und vorne nicht. AGORA hat heute Rückmeldungen aus unserer Gegend. Das System sei an vielen Stellen überlastet, schreibt eine weiterführende Schule und bittet in einer Mail an die Eltern um Geduld bis morgen. Man müsse die Kinder für den heutigen Tag nicht entschuldigen. Aha, das ist also die größte Sorge: ein möglicherweise unentschuldigter Fehltag!

Auch eine Förderschule in Kressbronn verteilt lieber Arbeitsmaterialien selbst in die Briefkästen der Kinder.

AGORA hat ja bekannter Weise ein Alter Ego in der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung. Jetzt kommt wieder der Rollenwechsel.

Mir ist aus den letzten Tagen bekannt, dass die Online-Versorgung in den Anschlussunterkünften der drei  Gemeinden des Gemeindeverwaltungsverbandes GVV E-K-L in manchen Häusern unzureichend ist. Gerade in diesen Familien leben viele schulpflichtige Kinder, die gleichzeitig am Unterricht teilnehmen müssen. Dort sind die Internetverbindungen nicht ausreichend. Das hat  nichts mit den Endgeräten zu tun. Auch wenn zu viele Handys gleichzeitig im Netz eines Hauses wegen Online-Unterricht im Netz sind, klappt es nicht mit dem digitalen Unterricht.

Das bedeutet, dass gerade die Kinder, die einen Migrationshintergrund haben, wieder ausgebremst sind. Seit Wochen sprechen sie in den Familien oft nur noch in der Muttersprache. Wäre die Internetleitung besonders in den Häusern mit vielen Familie, deren Vermieter indirekt die Gemeinden sind, nicht so fragil könnte man wenigstens per Handy immer mal Deutsch mit den Kindern reden. Der Integrationsmanager sei nicht zuständig, wurde den betroffenen Familien auf ihre Nachfrage hin gesagt.

Seit gestern ist es uns über eine Stiftung gelungen, zunächst wenigstens an drei Familien in LA neue Laptops samt Drucker zu verschenken. Sie laufen nach großer Anstrengung seit heute.

Sie dienen außerhalb von Schule auch dazu, dass die Familien ihren Verwaltungsschriftverkehr mit Ämtern leichter alleine erledigen können. Aber nochmals: es funktioniert nur, wenn die technischen Voraussetzungen vorhanden sind. Deshalb wurden nur die Familien ausgesucht, bei denen das Netz über den hauseigenen Zugang funktioniert. Da beißt sich Katze in den Schwanz. Dort, wo die Leitung schlecht ist, konnte die Stiftung nicht tätig werden. 

Es wäre ein Aushängeschild des GVV für gelungene Integration wenn man sagen könnte, dass niemand abgehängt wird. Weder Kinder mit Migrationshintergrund noch benachteiligte einheimische Kinder. Alles andere ist Separation nicht Integration.

Die Berichte, wie es zu der großzügigen Spende gekommen ist, können Sie in den nächsten Tagen auf AGORA lesen. Dort schreiben die beschenkten Kinder dann ihre Texte auf den neuen Laptops. Ansonsten haben sie heute einen weiteren Ferientag offline, weil die Politik lieber Wahlkampf macht.

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