Die Lücke in der Berichterstattung

Nochmals das Dammhäusle

In der Gemeinderatssitzung vom November 2022 war es auf der Tagesordnung (Ö10) und die war umfangreich. Sie wurde leider durch das Thema Mooser Weg beherrscht, so dass alle PressevertreterInnen und die zahlreichen Zuhörer nach diesem Tagesordnungspunkt zu bereits vorgerückter Stunde den Saal verließen, also noch vor Ende der öffentlichen Sitzung. Auch die Pressevertretung. So hatte das Dammhäusle auf dem folgenden Tagesordnungspunkt kein schreibendes Publikum (Anm. AGORA-LA: Wie wäre es mit einem besserem Zeitmanagement? Oder doch abrufbare Tonaufnahmen auf der Homepage LA ?) ) auf der Pressebank. Dabei wäre es eigentlich wichtig gewesen, dass die Öffentlichkeit über dieses Häuschen etwas erfährt.Was viele in Langenargen nämlich nicht wissen: Es steht unter Denkmalschutz.

So heißt es in den Sitzungsunterlagen (s.o.)

„[. . . ] Das denkmalgeschützte Dammhäusle am Ende des Landungsstegs ist zusammen mit dem Montfortschloss, der Kirche St. Martin und dem Gemeindehafen Teil der Langenargener Seeansicht, ein markantes, lieb gewonnenes Wahrzeichen mit hohem Nutzwert. Es bedarf nach 95 Jahren dringend einer Grundsanierung. Diese soll nun bis zu Beginn der neuen Saison 2023 in einer Winterbaustelle geschehen. Notsicherungen waren vor Wochen bereits nötig. Bereits 2018 erfolgten Schadenserfassungen, und erste Abstimmungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Nach Erarbeitung eines Konzeptes wurde im Dezember 2018 die denkmalschutzrechtliche Genehmigung erteilt. Das Dammhäusle wurde als witterungsschützender Wartebereich mit innen und außen umlaufenden Sitzbänken unter großen Dachüberständen vermutlich Ende der 20-er Jahre anstelle eines Vorgängerbaus mit Satteldach errichtet. 

Bedenkt man, wie vielen Seestürmen das „Häusle“ an dieser exponierten Stelle Widerstand geleistet hat, ist man beeindruckt von der vorgefundenen, verformungsfreien Holzkonstruktion. Diese wird nach einer fachgerechten Instandsetzung und einer denkmalgerechten Restaurierung viele weitere Generationen erfreuen. Eine abgestimmte Pflege ist zukünftig nötig. 

Zu empfehlen wäre es, den dann frisch restaurierten Schutzraum gemäß seiner bauzeitlichen Funktion z.B. während der Anwesenheit des Anlegepersonals der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Insgesamt beeindruckt auch das innere Raumerlebnis der 20-er Jahre, eine revitalisierte Bereicherung der Gemeinde. Zudem bietet der Schutzraum in Zeiten des Klimawandels insbesondere älteren Besuchern einen willkommenen Rückzugsbereich bei Extremwetterereignissen (z.B. Hitze, hohe Sonnenstrahlung, … ) … ]“

So, nun man weiß also Bescheid! Und man erfährt auch, dass die denkmalschutzrechtliche Genehmigung bereits 2018 erteilt wurde. Das Geld dafür steht im Haushalt 2022. (vgl.Ö10 Beschlussvorlage)

Es lohnt sich, ein wenig in den Unterlagen zu blättern. Dort kann man alte Fotos sehen und erfährt auch, dass die Firma Frei u.a. für die Einhausung verantwortlich ist. Diese wiederum ist nötig, damit dort im Winter im Trockenen zum Schutz des Holzes und der dort Arbeitenden gewerkelt werden kann. Auch heizt sich die schwarze Plane bei Sonnenschein auf und sammelt so die Wärme darunter. So wird dann im Jubiläumsjahr 2023 alles fein gerichtet sein und ganz nebenbei entsteht auch noch ein vorübergehendes Kunstprojekt. Einfach so. Durch eine “Laune der Natur“ und zum Ärger der werkelnden Firma nämlich wurde die Plane verweht. Der Blick auf das Häuschen wird frei und weckt Assoziationen. So entstehen für den Betrachter unfreiwillig immer neue Bilder – „work in progress“.

Gesichert, aber der Wind ist stärker

(c) Foto: Elke Krieg (bearbeitet): Freie Sicht nach verwehter Plane

Auf diese Weise bekommt das Häuschen, das ein Alleinstellungsmerkmal für den Ort ist, die nötige Würdigung. Mit dem Wind, der einen Teil der Plane weggeweht hat, ist der Blick frei auf das Häuschen in seiner Verpackung (vgl. hier). Unter der Plane der ungeplante Einstieg ins Jubiläumsjahr.

Damit wird nun die Informationslücke aus dem vergangenen Jahr trotz Abwesenheit der schreibenden Zunft doch noch gefüllt -und das Geheimnis der Kunst wird hier gelüftet.

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Aktualisierung 5.1.2023, 8.02 Uhr

Aktualisierung 10.1.2023

Es gibt eine neue Aktualisierung: Das Abstimmungsergebnis über das Dammhäusle wurde heute, am 10.1.2023, auf Nachfrage von AGOPRA-LA vom Rathaus nachgereicht. Damit ist auch diese Lücke geschlossen.

Bei 6 Gegenstimmen (GR Hanser, GRätin Köhle, GR Pfänder, GR Bücheler, GR Wocher, BM Münder) und 2 Enthaltungen ( GR Schmid, GRätin Falch) folgender 

B e s c h l u s s :

1. Der Gemeinderat erkennt das Sanierungskonzept an. Die Verwaltung wird beauftragt, die Sanierung zum Jahreswechsel 2022/2023 umzusetzen. 

2. Der Gemeinderat erkennt die Vergabevorschläge des Architekten Albrecht Weber für die vorgelegten Hauptgewerke an. Die Gewerke werden an folgende Firmen mit den entsprechenden  Auftragssummen vergeben: 
– Holzrestaurierung und Einhausung mit Winterbauzelt an Fa. Frei aus Kißlegg in Höhe von 96.393,18 € netto bzw. 114.707,88 € brutto und 
– Flaschnerarbeiten an Spenglerei Taubenheim aus Arrisried in Höhe von 13.639,75 € netto bzw. 16.231,30 € brutto.

3. Die Nebengewerke wie Elektroinstallation, Blitzschutz und Bauendreinigung werden durch die Verwaltung im Rahmen der Vergabekompetenzen vergeben.

4. Im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes Fremdenverkehr sind für 2023 weitere 45.000 € vorzusehen.

Spenden gerne auf das folgende Konto: DE807601 0085 0975 1838 52, Postbank, Stichwort AGORA-LA

2 Kommentare zu „Die Lücke in der Berichterstattung

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