Pressemitteilung der Gemeinde
Der Überblick zur geschichtlichen Entwicklung Langenargens umfasst 360 Seiten und enthält ebenso viele Abbildungen
Pünktlich zum Langenargener Weihnachtsmarkt und als Abschluss des Festjahres 2023 erscheint nun die neue Langenargener Ortschronik. Sie wurde im Sinne einer modifizierten Fortschreibung der Chronik von Pfarrer Hermann Eggart aus dem Jahr 1926 sowie der Festschrift zur 1200-Jahr-Feier von 1970 entwickelt und erarbeitet. Von seiner Konzeption her entspricht das Buch der bewährten Vorgehensweise Eggarts, indem es sich in einen chronologischen Abschnitt und in die sogenannte „besondere Ortsgeschichte“ gliedert.
Chronologie der Ortsgeschichte von der Steinzeit bis zur Gegenwart
Der chronologische Teil beginnt mit der Ur- und Frühgeschichte (Dr. Eric Breuer, Archäologe, Langenargen) und führt über einen Beitrag zur Karolingerzeit mitsamt der urkundlichen Ersterwähnung (Dr. Peter Erhart, Stiftsarchivar, St. Gallen) schließlich in die nahezu 500 Jahre währende Herrschaftszeit der Grafen von Montfort (Andreas Fuchs, Politik- u. Verwaltungswissenschaftler, Langenargen). Die montfortische Herrschaft soll aufgrund ihrer tiefgreifenden Bedeutung für Langenargen im kommenden Jahr durch eine weitere, vertiefende Schrift gewürdigt werden. Das Jubiläums-Buch enthält bereits eine Zeitlinie mit den wichtigsten Daten sowie zahlreichen Abbildungen aus Langenargens residenzstädtischer Epoche. Diesem Kapitel ist auch ein Überblick zu den ‚alteingesessenen‘ Geschlechtern und deren Ersterwähnungsjahr beigegeben, somit denjenigen Familien, die bereits in der Montforterzeit am Ort ansässig gewesen sind. Daran schließt sich die Beschreibung von Langenargens Weg in die Moderne an, welche die Jahre von 1780 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs beinhaltet (Dr. Eveline Dargel, Kreisarchivarin, Schloss Salem). Das nachfolgende Kapitel dürfte für die Langenargenerinnen und Langenargener von besonderem Interesse sein, da es eine Zeitspanne umfasst, die bislang noch wenig öffentlich reflektiert worden ist. Es behandelt die Novemberrevolution mit anschließender Weimarer Republik, mündend in die Herrschaft des Nationalsozialismus sowie die Etablierung des NS-Systems am Ort (Andreas Fuchs). Krieg und Nachkriegszeit sind der Schwerpunkt eines weiteren Kapitels (Dr. Christoph Wocher †, Jurist, Langenargen/Andreas Fuchs), damit verbunden ist ein Exkurs zur Franzosenstadt im Langenargener Westen (Edouard Golenser, Adjudant-chef a. D., Tettnang), gefolgt von der weiteren Entwicklung Langenargens bis hin zur Gegenwart (Verena Fix-Sorg, Germanistin, Langenargen).
„Besondere Ortsgeschichte“: Statistik, Kultur, Natur und Persönlichkeiten
Die „besondere Ortsgeschichte“ widmet sich unter anderem der Heraldik, der Topografie und den Flurnamen der alten Langenargener Gemarkung (Klaus-Peter Bitzer, Hauptamtsleiter, Langenargen).
Ebenso enthält sie ein Kapitel zur örtlichen Statistik im Hinblick auf Bevölkerungsentwicklung, Konfessionszugehörigkeit und Wahlen (Andreas Fuchs) sowie zur Langenargener Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Andreas Fuchs).
Es schließt sich eine Darstellung des örtlichen Kultur- und Vereinslebens eingedenk seiner Ursprünge an (Reinhard Schick, Dipl. Theologe, Langenargen/Andreas Fuchs), die auch eine Zusammenstellung allerbestehenden sowie abgegangenen Vereine im Kernort Langenargen aufweist. Dieses Kulturkapitel wird durch einen vertiefenden Rückblick auf die Entstehung von Museen und Kunstinstitutionen in Langenargen ergänzt (Priv.-Doz. Dr. Ralf Michael Fischer, Museumsleiter und Kurator, Langenargen/Tübingen).
Es folgt sodann ein Blick auf Beschaffenheit und Wandel von Umwelt und Natur (Dr. Gerhard Moll, Tierarzt i. R., Langenargen). Hierbei werden nicht zuletzt auch die Landwirtschaft sowie das Fischereiwesen bedacht. Bedeutende Persönlichkeiten stehen im Mittelpunkt eines weiteren großen Kapitels der neuen Ortschronik. Dieses enthält neben der Vita von 41 dem gegenwärtigen Betrachter mehr oder weniger bekannten Personen von herausgehobener gesellschaftlicher Stellung und Bezug zu Langenargen einen Überblick zu den bisherigen Ortsvorstehern und Geistlichen der unterschiedlichen Konfessionen (Priv.-Doz. Dr. Ralf Michael Fischer/Verena Fix-Sorg/Andreas Fuchs).
Abgeschlossen wird die Veröffentlichung mit den Schlussbetrachtungen der beiden Herausgeber Bürgermeister Ole Münder als Vertreter der Gemeinde Langenargen und Andreas Fuchs.

Grußwort des Ministerpräsidenten und Widmung für Eugen Bolz
Dem Werk sind zudem die Grußworte des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, der drei Bürgermeister von Langenargens Partnerstädten als Schirmherren des 1250-jährigen Ersterwähnungs-Jubiläums, des Landrats und des Bürgermeisters beigegeben. Die neue Chronik umfasst samt Anhang 360 Seiten im A4-Großformat und ist mit etwa 340 Bildern sowie zusätzlichen Grafiken und Tabellen umfassend illustriert. Unter den Abbildungen befinden sich zahlreiche Erstveröffentlichungen, welche nicht zuletzt dem reichhaltigen Fundus der Sammlung Spaeth entstammen. Der ausführliche Anhang dient als Quellenverzeichnis und bietet darüber hinaus auch erstmals die Möglichkeit zu gezielten weiterführenden Studien. Er wird durch exemplarische Fotografien der Anlässe des Jubiläumsjahres aufgelockert.
An der Text- und Bildgestaltung waren Schriftsetzermeister Hermann Hauser, Mediengestalterin Heike Hillebrand und Karl Boczek (Archivalien- und Gegenwartsfotografie), alle drei in Langenargen beheimatet, maßgeblich beteiligt. Seine Endfertigung erfuhr das Buch im heimischen Druckhaus Müller.
Die beiden Herausgeber haben den Sammelband dem auch mit Langenargen in Verbindung gestandenen einstmaligen Staatspräsidenten des Volksstaats Württemberg, Dr. h. c. Eugen Bolz, gewidmet. Eugen Bolz war 1945 als Angehöriger des Widerstandskreises um Carl Friedrich Goerdeler vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und 1945 enthauptet worden. Mit dieser Widmung soll allen aufrechten Verfechterinnen und Verfechtern des demokratischen Rechtsstaats gedacht werden.
Auf eine Buchvorstellung im herkömmlichen Sinne wird angesichts der gegenwärtig eingeschränkten Saalkapazitäten in Langenargen verzichtet. Hingegen wurde vom Archiv ein Vortragszyklus der Autorinnen und Autoren zu verschiedenen Schwerpunkten der Ortsgeschichte mit bislang fünf Veranstaltungen angeboten, welcher im kommenden Jahr noch fortgesetzt werden soll.
Die neue Ortschronik ist zum Preis von € 25.- erstmals auf dem Langenargener Weihnachtsmarkt (8.-10.12.) erhältlich. Ab dem 11. Dezember wird sie während der üblichen Öffnungszeiten im Bürgerservice Plus sowie in der Tourist-Information verkauft.
Ein Postversand gegen Rechnung kann unter Angabe der Lieferadresse und zuzüglich der Versandkosten von € 12.- unter der E-Mail-Adresse maidl@langenargen.de, Telefon +49(0)7543 933018 veranlasst werden.
Bildinformation zum Beitragsbild oben:
Ein anmutiges Relikt aus der Epoche Langenargens als barocke Residenz der Grafen von Montfort: Rechter Seitenaltar in der Pfarrkirche St. Martin, © Thomas Küttner, Langenargen.
Aktualisierung, 8.12.2023, 19.11 Uhr

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