Recherche CORRECTIV
Anlässlich der Recherche von CORRECTIV hier hat VIERNULL aus Düsseldorf einen Beitrag von Hans Onkelbach über den früheren Zahnarzt aus Düsseldorf, Gernot Mörig, heute veröffentlicht. Mörig hatte zu dem Geheimtreffen in Potsdam eingeladen.
Onkelbach hatte ihn vor Jahren als „sympathisch, kultiviert und witzig“ kennengelernt und fragt sich nun, wie man denn wohl jemanden als Neonazi erkennen kann. Er hatte ihn zufällig im Rahmen eines Besuches bei den Salzburger Festspielen getroffen. Als Düsseldorfer kamen beide ins Gespräch.
Später nahm Mörig zu ihm Kontakt auf. Zu dieser Zeit arbeitete Onkelbach noch für die Rheinische Post. Es entstand ein Artikel über neue Methoden der Wurzelbehandlung mit dem schönen Titel „Zurück zu den Wurzeln. Es gab danach noch einige lose Kontakte. Onkelbach sollte ihn auf seinem Bauernhof in Bayern besuchen. Dazu kam es jedoch aus Zeitgründen nicht mehr.
Er hatte aufgrund seiner Gespräche zu keiner Zeit den Eindruck, dass Mörig Ideen der Neonazis vertrat. Aber man habe auch nicht über Politik gesprochen. Onkelbach schreibt, er habe ein Zitat von ihm gefunden, das lautet: „Ich bin seit meinem sechsten Lebensjahr dabei“ . Onkelbach weiter: „[ . . . ] Er war und ist in Gruppen, gegen die die AfD liberal wirkt, ganz klar in völkischem, nazi-nahem Gedankengut verhaftet. Das gilt übrigens für die gesamte Familie: Seine Frau und alle Kinder sind ebenfalls in dieser Szene aktiv.“
Inzwischen schreibt die Redaktion CORRECTIV in ihrem Spotlight heute über die Redaktionen auf ihre Recherche.

Welche Konsequenzen es schon gab:
Das Geheimtreffen wird kommenden Mittwoch (17.1.) Thema im Innenausschuss des Bundestags sein. Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Lamya Kaddor, hat sich dafür eingesetzt, das Thema zu beraten, bestätigte sie CORRECTIV. Die Regierungsfraktionen teilen das Vorhaben demnach geschlossen. Angedacht ist, den Generalbundesanwalt dazu einzuladen.
Die Universität Köln distanzierte sich von ihrem Privatdozenten Ulrich Vosgerau, der bei der Zusammenkunft über Musterschreiben fabulierte, mit denen man künftig systematisch die Rechtmäßigkeit von Wahlen anzweifeln könne. Sie prüfe nun laut Kölner Stadt-Anzeiger, ihm diesen Titel zu entziehen.
Die Restaurantketten „Hans im Glück“ und „Pottsalat“ gaben nur Stunden nach der Veröffentlichung bekannt, sich von ihrem Investor Hans-Christian Limmer zu trennen. Dieser hatte gemeinsam mit einem bekannten Rechtsextremen zu dem Geheimtreffen eingeladen.
CORRECTIV hat heute Morgen noch einmal bei AfD-Parteichefin Alice Weidel nachgefragt, ob sie sich von ihrer rechten Hand Roland Hartwig trennen wird. Dieser hatte sich beim Treffen damit gebrüstet, angeblich für den Parteivorstand zu sprechen und dort Besprochenes in den Vorstand hineintragen zu können. Sie antwortete bislang wieder nicht.
Heute Morgen äußerte sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD)im Kurznachrichtendienst X: „Wir lassen nicht zu, dass jemand das Wir in unserem Land danach unterscheidet, ob jemand eine Zuwanderungsgeschichte hat“, schreibt er. ( vgl .auch hier)
Innenministerin Faeser hatte schon gestern, auch auf der Social Media-Plattform, geschrieben: „Diese völkische Ideologie richtet sich gegen das Fundament unserer Demokratie.“
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