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Hochwasserlage im Bodenseekreis: Update Sonntag, 2. Juni

Keine Entwarnung für den Bodenseekreis: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für die kommende Nacht bis Montagabend (3. Juni) weitere Niederschläge und Unwetter mit Starkregen in Teilen des Landkreises voraus. Vor allem entlang der Schussen und der Seefelder Aach muss wieder mit steigenden Wasserpegeln und weiterem Hochwasser gerechnet werden. Aktuell sind die Pegel an Schussen, Argen, Rotach und Seefelder Aach rückläufig. An der Schussen erreichte das Jahrhunderthochwasser am Samstag (1. Juni) seinen Scheitelpunkt bei 4,87 Metern. Die aktuellen sowie die zu erwartenden Pegelstände bildet die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg ab: https://www.hvz.baden-wuerttemberg.de/

Rund 900 Einsatzkräfte bisher im Einsatz

Seit Freitag wurden die Feuerwehren im Landkreis zu mehr als 500 Einsatzstellen gerufen, vorwiegend wegen überfluteter Keller oder umgestürzter Bäume. Dabei waren bisher rund 900 Einsatzkräfte im Einsatz. Der Schwerpunkt lag vor allem in Meckenbeuren mit den Ortsteilen Kehlen und Brochenzell sowie in der Markgrafenstraße in Salem-Stefansfeld. Unterstützung erhielt der Bodenseekreis auch aus dem Landkreis Sigmaringen mit mehreren Einsatzkräften und Fahrzeugen.

Aktuelle Lage in Meckenbeuren

Trotz aktuell sinkendem Pegel ist die Lage in Meckenbeuren mit zahlreichen Einsatzstellen angespannt. An Stellen, an denen das Wasser in den letzten Stunden von den Straßen abgeflossen ist, drückt es andernorts als Grundwasser in Gebäude, Keller oder durch den Boden an die Oberfläche. Keller und Gebäude werden daher aus einsatzstrategischen Gründen erst ausgepumpt, wenn der Pegelstand der Schussen unter 3,80 Meter gefallen ist. Die Gemeinde Meckenbeuren informiert hierzu auf ihrer Homepage: www.meckenbeuren.de. Die Einsatzlage in Salem-Stefansfeld hat sich dagegen aktuell entspannt.

Informationen zu Eriskirch

In Eriskirch bittet die Gemeinde die Bevölkerung darum, Wasser zu sparen und auf das Duschen, Baden oder Wäsche waschen zu verzichten. Ursache ist das Wasser der übergelaufenen Schussen, das die Kanäle füllt, sodass kein Platz mehr für häusliche Abwässer bleibt. Es besteht daher die Gefahr, dass sich Abwässer rückstauen und nicht mehr in den Kanal entwässert werden können. Dieser Rückstau kann sich bis in die Häuser ausbreiten. Die Pumpen der Kläranlage, der Gemeinde und der Feuerwehr laufen auf Hochtouren, um den Abwasserpegel im Kanalsystem zu senken und genügend Platz für häusliche Abwässer zu schaffen.

Feuerwehren bitten um Rücksichtnahme

Die Feuerwehren und weiteren Einsatzkräfte des Landkreises bitten alle Menschen ausdrücklich darum, sich vom Hochwasser und den Einsatzorten fernzuhalten. Immer mehr Menschen sind in den betroffenen Gebieten anzutreffen. Das Hochwasser ist jedoch nach wie vor sehr gefährlich aufgrund der reißenden Fluten und nicht sichtbarer Hindernisse unter Wasser. Einsatzkräfte sollten zudem nicht bei ihrer Arbeit behindert werden.

Ergänzung zu Langenargen (AGORA-LA)

Nach dem Wasser kommt das Holz: Heute am Nachmittag wurden Sperren für den Gondelhafen aufgebaut.

An der Argenmündung

Aktualisierung, 2.1.2024, 19.48 Uhr

Foto: Landrat Luca Wilhelm Prayon (rechts) mit dem Ersten Landesbeamten Christoph Keckeisen (links), Meckenbeurens Bürgermeister Georg Schellinger (2. von links) und dem Kommandanten der Feuerwehr Meckenbeuren, Stefan Amann.
Foto: Landratsamt Bodenseekreis

Hochwasserlage im Bodenseekreis: Landrat in Meckenbeuren und Salem

Landrat Luca Wilhelm Prayon hat am Sonntag, 2. Juni 2024 gemeinsam mit dem Ersten Landesbeamten Christoph Keckeisen die Gemeinde Meckenbeuren besucht. Vor Ort informierten sie sich bei Bürgermeister Georg Schellinger über die aktuelle Situation und machten sich anschließend ein Lagebild von den überfluteten Gebieten in den Ortsteilen Kehlen und Brochenzell. Am Abend treffen sie sich in der Gemeinde Salem noch mit Einsatzkräften der dortigen Feuerwehr zur Lage im Ortsteil Stefansfeld. Dort wurde in der Markgrafenstraße eine Mauer aus Betonsteinen installiert, um eine erneute Überflutung der Wohnhäuser zu verhindern.

„Diese Bilder machen mich sehr betroffen. Leider können wir aktuell noch keine Entwarnung geben, da die Vorhersagen erneut vor Niederschlägen mit Unwettern und Starkregen warnen. Bedanken möchte ich mich bei allen Einsatzkräften sowie Helferinnen und Helfern im gesamten Landkreis, deren unermüdlicher Einsatz und die schnelle Reaktion dazu beigetragen haben, dass wir bisher keine Personenschäden zu beklagen haben. Mein größter Respekt vor diesem Engagement, das einen unglaublichen Wert für unsere Gemeinschaft hat“, so der Landrat.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für die kommende Nacht bis Montagabend (3. Juni) weitere Niederschläge und Unwetter mit Starkregen in Teilen des Landkreises voraus. Vor allem entlang der Schussen und der Seefelder Aach muss wieder mit steigenden Wasserpegeln und weiterem Hochwasser gerechnet werden. Die aktuellen sowie die zu erwartenden Pegelstände bildet die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg ab: https://www.hvz.baden-wuerttemberg.de/

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