Aufgepasst!
DER STANDARD aus Österreich schreibt hier vor den Wahlen im Osten Deutschlands und weist auf die politische Situation 1930 in Thüringen hin: „ [. . . ] Drei Jahre vor der Machergreifung in Berlin konnte die NSDAP in Thüringen einen entscheidenden Erfolg verbuchen. Zum ersten Mal war sie, nach der Wahl vom 8. Dezember 1929, an der Regierung eines Landes beteiligt [. . . .]“ Hitler reiste damals persönlich nach Thüringen, um Wilhelm Frick als Bildungs-und Volksbildungsminister durchzusetzen, so zitiert der STANDARD den Historiker Alexander Gallus. Eine Ausstellung im Netz des Bundesinnenministeriums informiert hier:
„Am 23. Januar 1930 wird der NSDAP-Politiker Wilhelm Frick in Thüringen zum Innen- und Volksbildungsministers ernannt. Er ist damit der erste Nationalsozialist, der ein Regierungsamt übernimmt. In der Koalitionsregierung aus den rechten Parteien Thüringer Landbund, NSDAP, Wirtschaftspartei, Deutschnationaler Volkspartei und Deutsche Volkspartei („Baum-Frick-Regierung“) hat er außerdem die Funktion des Stellvertreters des Vorsitzenden der Landesregierung inne. Während seiner Amtszeit entfernt Frick republikanisch gesinnte Beamte aus der Landespolizei und bevorzugt bei der Einstellung Nationalsozialisten. Mithilfe von Verordnungen setzt er Entlassungen von Kommunisten und Sozialdemokraten aus dem Staatsdienst durch.“
Und weiter aufgepasst:
Die WerteUnion gründete 2024 den ersten Landesverband in Thüringen. Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt über die WerteUnion in Thüringen hier: „[. . . ] In Thüringen entstand im April (i.e.2024, Ergänzung AGORA-LA) der erste Landesverband. Landesvorsitzender der WU und Spitzenkandidat für die Landtagswahl ist Albert Weiler – bis 2021 direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für die CDU. Bekanntestes Mitglied und Bundesvorsitzender der Partei ist der ehemalige Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen. Maaßen kandidiert nicht für den Thüringer Landtag. [. . . ]
Die WU befürwortet eine politische Zusammenarbeit mit der AfD und versteht sich als Scharnier zwischen CDU/CSU und AfD.“
Die Geschichte um die Werteunion ist in LA nochmal gut gegangen. Dort war die Langenargener Bürgerschaft auf der Hut. Der ehemalige Vorsitzende des Ortsverbandes der CDU Langenargen, Michael Florian, bekam nur etwas über 700 Stimmen in LA. Zur Zeit der Kommunalwahl hatten die WählerInnen in LA noch keine Ahnung von seiner Mitgliedschaft in der Wertunion, in der er nach seinen eigenen Angaben in seinem Abschiedsbrief bereits seit 2020 Mitglied war. (vgl. hier, hier) Was der Ortsverband wusste und wie er sich zur Vergangenheit seines ehemaligen Vorsitzenden positioniert, scheint nicht klar zu sein.

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