Heute Abend: Beginn von Ramadan

Grüße der Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz

Während in LA und an anderen Orten die tollen Tage beginnen und danach die Fastenzeitder Christen bis Ostern anbricht, feiern die muslimischen Gläubigen heute den Beginn des Fastenmonats Ramadan. Die beiden großen christlichen Kirchen senden Grußworte. Auch in LA leben muslimische Mitbürger und Mitbürgerinnen-nicht nur Geflüchtete.

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Foto: (c) Evangelische Kirchengemeinde Langenargen

Liebe muslimische Schwestern und Brüder, sehr geehrte Damen und Herren,

Hannover, im Februar 2025

zum beginnenden Fastenmonat Ramadan sende ich Ihnen meine persönlichen und die herzlichen Grüße des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Der Fastenmonat Ramadan durchbricht die tägliche Routine und lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das, was wir Menschen ebenso nötig haben wie Essen und Trinken. Dazu gehören Familie, Freunde und Nachbarn, aber auch die Beheimatung in einer religiösen Gemeinschaft sowie eine lebendige, alltagsbewährte Beziehung zu Gott. In diesem Jahr ergibt es sich, dass der Beginn des Ramadans nahezu mit der christlichen Fastenzeit zusammenfällt. Wir wissen, wie wichtig solche Zeiten sind, in denen wir intensiver als sonst über unsere eigenen Bedürfnisse und unser Verhalten nachdenken, aber auch die Not anderer verstärkt in den Blick nehmen und nicht zuletzt versuchen, die gesellschaftliche und politische Situation in unserem Land mit den Augen Gottes zu betrachten.

Im Mai sind es acht Jahrzehnte, dass der Zweite Weltkrieg beendet wurde. Dieses Gedenken führt uns schmerzhaft vor Augen, dass die Bewahrung des Friedens in der Welt, in Europa und vor der eigenen Haustür eine bleibende und drängende Aufgabe ist. Wir spüren stärker als je zuvor: Frieden ist kein Zustand, der ein für alle Mal garantiert werden kann. Frieden muss vielmehr immer wieder gewagt, eingeübt und mitunter auch mühsam errungen werden. Zu diesem Bemühen um Frieden vermag in besonderer Weise auch der Fastenmonat Ramadan beitragen. Der Ramadan ist traditionell ein Monat, der auch der Versöhnung und Verständigung gewidmet ist. Viele Einladungen zum allabendlichen Fastenbrechen, bei denen auch Menschen anderen Glaubens willkommen geheißen werden, entspannen das gesellschaftliche Klima in Kommunen, Städten und Gemeinden nachhaltig. Dafür möchte ich Ihnen und Ihren Gemeinden aus- drücklich danken. Solche Zeichen sind kaum zu überschätzen in einer Zeit, in der Polarisierungen an vielen Orten überhandnehmen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Monat Ramadan und an dessen Ende ein friedliches Fest des Fastenbrechens. Bitte geben Sie meine Grüße auch an Ihre Gemeinden weiter.

Mit herzlichen Grüßen Ihre

Bischöfin Kirsten Fehrs
Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

Foto: (c) AGORA-LA

28.02.2025 | Pressemeldung | Nr. 026 der deutschen katholischen Bischofskonferenz

Grußbotschaft zum Beginn des Fastenmonats Ramadan 

Bischof Bätzing: Spaltungen überwinden, Kränkungen vergeben

Morgen (1. März 2025) beginnt der muslimische Fastenmonat Ramadan. Aus diesem Anlass übermittelt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland Segenswünsche. In seiner Grußbotschaft erinnert er an das das Zweite Vatikanische Konzil, das mit der Erklärung Nostra aetate hervorgehoben habe, was Christen und Muslime – ungeachtet aller Unterschiede – auch spirituell miteinander verbinde. „Bis heute entfaltet die Erklärung Nostra aetate unter Katholikinnen und Katholiken weltweit ihre Wirkung, wenn es darum geht, den Dialog zwischen Christen und Muslimen zu fördern und zu vertiefen“, so Bischof Bätzing.

Es sei eine schöne Fügung, dass sich in diesem Jahr der muslimische Fastenmonat und die christliche Fastenzeit fast vier Wochen lang überschneiden würden. „Christliche und muslimische Gläubige können daher gleichzeitig erfahren, dass Fastenzeiten Zeiten der Umkehr sind: Der fastende Mensch besinnt sich erneut auf Gott, sucht die Nähe seines Schöpfers im Gebet, zeigt sich solidarisch mit den Bedürftigen, übt sich in Nächstenliebe“, schreibt Bischof Bätzing. Die Zeit der Besinnung lade auch ein, darüber nachzudenken, dass „wir als gläubige Menschen dazu berufen sind, dem Frieden zu dienen. Der Friede ist eine anspruchsvolle Herzensarbeit. Für echten Frieden bedarf es letztlich einer Haltung der Großherzigkeit. Das Fasten – als Übung des Herzens – kann uns helfen, unseren Blick zu weiten und neue Wege des Miteinanders zu finden.“ Die Gewissheit, dass Gott auch das Verborgene sehe, sei Christen und Muslimen gemeinsam: „Sie lässt uns hoffen, dass die Saat des Friedens auch im Kleinen und Verborgenen wachsen kann – wie ein Senfkorn, das klein beginnt, aber schnell zur hohen Pflanzen wird.“

Bischof Bätzing ermutigt dazu, die Perspektive der Zuversicht zu wählen angesichts von Krisen und Konflikten weltweit, aber auch angesichts der bedrückenden Tendenzen der Polarisierung und Ausgrenzung im eigenen Land: „Umso mehr bedürfen wir einer Perspektive der Zuversicht. Für die katholische Kirche ist das Jahr 2025 – trotz aller Herausforderungen – ein Hoffnungsjahr. … Lassen Sie uns gemeinsam mit allen Menschen guten Willens ‚Pilger der Hoffnung‘ werden! Machen wir uns auf, Spaltungen zu überwinden, Kränkungen zu vergeben und dem Gemeinwohl zu dienen! Die Zeit des Fastens öffne unsere Herzen für das Gute und gebe uns die Kraft, einander im Geist der Geschwisterlichkeit zu begegnen!“

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