Abschied im Museum Langenargen

Berichterstattung mit Lücken

Der Begriff der „Damnatio memoriae“ (lat.), die „Verdammung des Andenkens“ wurde im alten Rom einst für ungeliebte Personen, besonders für ungeliebte Kaiser verwandt. Die Namen der Ungeliebten wurden auf Inschriften ausgemeißelt und er durfte öffentlich nicht mehr genannt werden. Heute gibt es dafür Begriffe wie Cancel Culture, Framing oder alternative Fakten. . .   

Betrachtet man die Berichterstattung zur Mitgliederversammlung des Museums im Montfortboten Nr.5 (redaktioneller Teil, s.S.8 und am 4.2.2026 in der Schwäbischen Zeitung ), könnte man den Eindruck gewinnen, es wurde etwas vergessen, oder vielleicht gekürzt. Oder handelt es sich doch um eine Art moderner „Damnatio memoriae“?

AGORA-LA war als Mitglied des Museumsvereins an dem Abend anwesend und hat sehr genau zugehört. Die Ausführungen des scheidenden Museumsleiters waren umfangreicher als im MOBO dargestellt und bezogen sich auf die gesamte Zeit seines Schaffens in Langenargen.

Dieser Tätigkeitsbericht von Dr. Fischer -nun ehemaliger 1. Vorsitzender- wird jedoch weder auf der Homepage des Museums noch im MOBO vollständig wiedergegeben. Offensichtlich hatte das Museum eine Pressemitteilung (vgl.Text im MOBO) zu der Versammlung verfasst, die möglicherweise aus Platzmangel im redaktionellen Teil des MOBO nur eingeschränkt verarbeitet werden konnte. Diese Pressemitteilung liegt AGORA-LA leider nicht vor. Sollten die Jahre der gesamten Tätigkeit des Museumsleiters der modernen „Damnatio memoriae“zum Opfer gefallen sein?  

Die stellvertretende Bürgermeisterin Susanne Porstner bezog sich wenigstens in ihrem Grußwort auf den gesamten Zeitraum des Schaffens von Dr. Fischer. Sie verwies dabei auch auf die Bedeutung von Kavalierhaus-Stipendium und Kunstpark. Hier hoffe sie auf ein Wiederaufleben des Kunstparkes, der in der Vergangenheit viele Besucher ins Museum geführt hätte, so die stellvertretende Bürgermeisterin.

AGORA-LA versucht die Lücke der Information zu schließen: Mit Bildern, die die achtjährige hochqualifizierte Arbeit im Museum unter der Leitung von Dr. Fischer vollständig widerspiegelt. Alles andere erscheint unredlich, setzt das Museum als kulturellen Hotspot des Ortes unnötig herab und schadet dem Anspruch an Kultur in der Gemeinde! Ein wichtiger Satz, den Dr. Fischer zitierte, sei in diesem Zusammenhang genannt: „Wer Belesenheit und Kunstverstand missachtet, ist gegen das Denken.“ (Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands)

Last not least noch ein Gedanke: Wenn sich die Freunde und Freundinnen des Museums später noch an diesen mutmaßlichen Vorgang der „Damnatio memoriae“ erinnern, dann wandelt sich diese in ihr Gegenteil: Sie wird die Erinnerung an den Betroffenen und die hohen Maßstäbe, die er gesetzt hat, festigen.

Nicht leicht für eine Nachfolgerin, die an dem Abend leider nicht vorgestellt wurde! Man kann ihr nur viel Glück, Geschick und Mut für ihre Arbeit mit allen Beteiligten in Langenargen wünschen!

Aus der Präsentation (c) Dr. Priv.Doz. Ralf-Michael Fischer: machmal sagen Bilder mehr als Worte: Ausstellungen, Kataloge, Kunstparks

Hinweis: Wer die Ausstellungen der Vergangenheit betrachten will, muss das Stichwort „Museum Langenargen“ in der Suchleiste mit der Lupe auf AGORA-LA eingeben.

Info zum Eingangsbild :

Definition von Museum :„ Die Nationalkomitees des internationalen Museumsverbandes – ICOM Belgien, ICOM Deutschland, ICOM Österreich und ICOM Schweiz – haben sich im Juli 2023 auf eine gemeinsame deutsche Übersetzung der neuen, im August 2022 in Prag verabschiedeten Museumsdefinition verständigt. Diese einheitliche Übersetzung ist als offizielle deutsche Version bei ICOM International eingetragen.

Die Einigung auf eine einheitliche deutsche Übersetzung ist das Ergebnis eines intensiven Prozesses der Zusammenarbeit zwischen den Nationalkomitees. Es wurden verschiedene Über­setzungs­vorschläge diskutiert und einzelne Formulierungen sowie die Gewichtung der Begriffe debattiert. Der Austausch erfolgte stets in offener und konstruktiver Atmosphäre.

Die Museumsdefinition ist ein zentraler Bezugspunkt für die Arbeit von Museen weltweit. Sie gibt eine klare Richtlinie für die Aufgaben und Funktionen von Museen und unterstreicht ihre gesellschaftliche Verantwortung. Die einheitliche deutsche Übersetzung ermöglicht eine bessere Verständigung und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ländern und Institutionen.HIER

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