Replik


Aktueller Montfortbote (MOBO), Nr.5 / 31.1.2020: „Beratung  ist  kein Allheilmittel „von Angela Schneider

Der Anspruch, dass eine Fachberatung möglicherweise auf gestalterischer Ebene als Allheilmittel für bezahlbaren Wohnraum dienen könnte, wie Angela Schneider vom MOBO schreibt, besteht gar nicht. Die Beratung deckt mit einem solchen Beirat vielmehr nur die gestalterische Komponente ab. Eine Gemeinde muss erst einmal Grundbesitz haben oder z.B. in einem Grunderwerbsplan definieren, an welchem Grundstück vielleicht ihr strategisches Interesse besteht. Ob ihr möglicherweise ein Vorkaufsrecht nach § 24 BauGB eingeräumt werden kann. Es müssten danach Vergabekriterien geschaffen  werden, die dem EU-Recht genügen. Dies war auch Thema beim Bürgerentscheid Mooser Weg in 2018. Das sind die „belastbaren Vorgaben“.( s.letzte Zeile) Im Moment scheitert es ja an Grundstücken. Hier hat die Stadt Ulm beispielsweise mit einem neuen Modell („Ulmer Modell“) bei der Vergabe eingegriffen. Aktualisierung : Hier aus der ard-Mediathek eine Sendung zum Thema Bauland vom 3.2.2020

Und noch etwas: Den sogenannten bezahlbaren  Wohnraum, den das Publikum beim  Neujahrsempfang in einer Umfrage im letzten Jahrwenig  aussagekräftig  definieren sollte, will man den hier überhaupt ? Will man mehrgeschossige Quartiere, deren Planung jetzt schon zu Unmutsäußerungen in der umliegenden Nachbarschaft von Gräbenen VI führen? Das alles braucht Ideenreichtum und wenn solche Ideen im sozialen Wohnungsbau auch noch gestalterisch begleitet würden, dürfte das Ergebnis hoffentlich als vorbildlich gelten. Schön wär’s ja.

Und zum Schluss: Der desolate Zustand der Obdachlosenunterkunft gegenüber dem Strandbad wird auch nicht  durch einen  Gestaltungsbeirat „geheilt“. Aber vielleicht  kann man sich dort wenigstens in homöopathischen Dosen anderweitig beraten lassen. Damit es dort menschenwürdig aussieht. An solchen Unterkünften gehen viele achtlos vorbei, wissen gar nicht, dass es sie überhaupt gibt, dass dort im Notfall immer mal wieder Menschen wohnen. Die Zustände dort sind seit 2014 dokumentiert und bekannt. Das Allheilmittel hierfür könnte Empathie heißen!

Einfach nur menschenwürdig leben: Untere Seestr. 110/1

Anmerkung: Da der MOBO nur im amtlichen Teil über das Archiv der Gemeinde- Homepage digital zur Verfügung steht, kann man auf den redaktionellen Teil nicht verlinken.

Aktualisierung: 3.2.2020, 11.04Uhr