Es reicht: Verfassungsschutz BW


… beobachtet die „Querdenker“. 

Es ist vieles in BW nicht klar, z. B. der Beginn der Weihnachtsferien an den Schulen. Klar ist aber nun, dass der Verfassungsschutz BW die sog. Querdenker-Bewegung beobachtet. Das Stuttgarter Landesamt wird die Gruppe „Querdenken 711“ samt Ableger im Südwesten ins Visier nehmen. 

Wie uneinheitlich durchmischt diese Gruppe ist, zeigt sich auch in dem Beitrag „Wen die ‚Querdenker‘ wählen – und wer sie sind“ aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ:

„Sozialstrukturell handelt es sich um eine relativ alte und relativ akademische Bewegung. Das Durchschnittsalter beträgt 47 Jahre, 31 Prozent haben Abitur, 34 Prozent einen Studienabschuss, der Anteil Selbstständiger ist deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung. Bei der letzten Bundestagswahl haben 21 Prozent die Grünen und 17 Prozent die Linke gewählt. Der AfD haben 14 Prozent ihre Stimme gegeben. Bei der nächsten Bundestagswahl wollen nun aber 30 Prozent der AfD ihre Stimme geben“, zitiert die FAZ den Basler Soziologen Oliver Nachtwey.

Na dann!

Gleichzeitig hat vorgestern die Leopoldina ihre 7. Ad-hoc-Stellungnahme veröffentlicht. Deren Ergebnisse wiederum bezweifelt die Kultusministerin von BW, Susanne Eisenmann, in ihrem vorzeitigen Wahlkampftaumel hier und hier.

Bundeskanzlerin Merkel hat gestern im Bundestag dazu aufgerufen, diese Stellungnahme der Wissenschaft ernst zu nehmen und sagte in der Generaldebatte im Bundestag: „Ich habe mich in der DDR zum Physikstudium entschieden, […] weil ich ganz sicher war, dass man vieles außer Kraft setzen kann, aber die Schwerkraft nicht, die Lichtgeschwindigkeit nicht und andere Fakten nicht, und das wird auch weiter gelten.“ Die klaren Worte der Naturwissenschaftlerin.

Aber wie erreicht man die Skeptiker, die sich offensichtlich Gruppen zuwenden, die sich nicht verfassungskonform verhalten? Bestimmt nicht durch das Hin und Her in BW unter dem Taktstock von Kultusministerin Eisenmann, die sich als CDU-Spitzenkandidatin für das Ministerpräsidentenamt im nächsten Jahr bewirbt. Der amtierende Grüne gibt allerdings auch kein besseres Bild ab. Das Handeln beider Politiker*innen führt zu mehr Querdenken ohne wissenschaftliches Abwägen. Das funktioniert nicht. Die Beobachtung durch den Verfassungsschutz allein auch nicht. Man muss auch schon mal selbst „beobachten“, seinen eigenen Verstand einsetzen (s. Leitspruch der Aufklärung) und die Maske aufsetzen. Auch Eltern ihren Kindern.

Eine Erkenntnis dürfte sicher sein: Auf die Infusion am Glühweinstand kann man verzichten. Die Infusion auf der Intensivstation und die Folgen von Corona jedoch könnten unangenehm werden, wenn es einen erwischt. Rücksicht auf die Arbeitenden im Gesundheitswesen wäre auch angebracht.

Die 590 Toten von gestern sind jedenfalls nicht hinzunehmen.

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