Keine Kunstfrösche


NABU: Feuchtigkeit und milde Temperaturen locken Kröten hervor

pixabay

Hier geht’s nicht um Frösche als Kunst im öffentlichen Raum, sondern die Sorge gilt den lebenden Amphibien, die sich auf die Wanderschaft machen. Längs der Straße von Tunau Richtung Kressbronn sind die Leitzäune bereits aufgestellt.

Appell an Autofahrer: Amphibien und Helfende haben Vorfahrt – Fuß vom Gas!

Stuttgart – Der Winter weicht und das Thermometer steigt in frühsommerliche Höhen. Zwar ist es nachts noch empfindlich kalt, doch das könnte sich bald ändern. „Ab fünf Grad plus geht es los. Wenn dann noch Regen einsetzt, wie für Freitag vorhergesagt, herrscht bestes Wanderwetter für Kröten in Baden-Württemberg. Dann recken in niederen Lagen, besonders am warmen Oberrhein, die Amphibien ihre Beine und starten zur Laichwanderung. Die drei braun gefärbten Froscharten sowie Molche gehören zu den Frühstartern, danach folgen Kröten und Wasserfrösche“, sagt NABU-Amphibienexpertin Sandra Panienka. In Nordbaden haben die schnellsten Grasfrösche bereits abgelaicht und in weiteren Landesteilen setzen sich die Erdkröten in Bewegung. Sie kommen durch das milde Wetter schon früh im Jahr in Hochzeitsstimmung und begeben sich auf den oft gefährlichen, bis zu zwei Kilometer langen Weg zu ihren Laichgewässern. Ein erneuter Kälteeinbruch könnte die Amphibien wieder ausbremsen.  

Am besten im Schritttempo auf Amphibienstrecken

Auch wenn mehr feste Amphibienquerungen gebaut werden, gibt es im Südwesten immer noch viele Gefahrenstellen. Hier stellen auch Aktive des NABU jedes Jahr Leitzäune auf. Die wandernden Tiere fallen in eingegrabene Eimer, werden statistisch erfasst, über die Straße getragen und können dort ihre Reise fortsetzen. Wo es keine helfenden Hände gibt, müssen die Tiere teils stark befahrene Straßen überqueren. Der NABU fordert daher alle Autofahrerinnen und Autofahrer auf, Tempolimits und Streckensperrungen zu beachten. „Nehmen Sie Rücksicht auf Springfrosch, Salamander und Erdkröte. Fast alle unsere Amphibien im Südwesten stehen auf der Roten Liste. Statt Schilder unüberlegt zur Seite zu räumen, sollten Autofahrerinnen und Autofahrer Rücksicht nehmen. „Fahren Sie auf Wanderstrecken nur mit Schrittgeschwindigkeit, dann können Sie Tieren leichter ausweichen. Die Amphibien können auch am Unterdruck sterben, den schnell über sie hinweg fahrende Fahrzeuge auf sie ausüben. Bei Tempo 30 haben viele noch eine gute Überlebenschance. Weil die dämmerungsaktiven Tiere vor allem bei Regen unterwegs sind, sind große und kleine Helferinnen und Helfer trotz Leuchtweste manchmal schlecht zu sehen. Nehmen Sie auf Mensch und Tier viel Rücksicht“, bittet Panienka. Bis zu geschätzt 400.000 Tiere bewahren die Ehrenamtlichen alljährlich vor dem Tod auf der Straße.

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