Ostern 2022


Was soll man schreiben?

Ostern herrscht Krieg in Europa. Daher schauen wir jetzt mit Entsetzen genauer hin. Weil die Einschüsse so nah sind. Die Welt um uns herum war jedoch nie wirklich friedlich. Die Kriegsschauplätze waren nur weiter weg. Oftmals in Teilen der Welt, aus denen Geflüchtete weitere Strecken zu uns laufen mussten, im Mittelmeer ertranken oder wegen der Entfernung erst gar nicht kommen konnten, aus dem Jemen beispielsweise. Jetzt ist der Krieg sehr nah. Putins Raketen mit-samt seiner Propaganda, die seit Jahren mit ihren Trollen unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit ihr Unwesen auch in deutschen Meinungsblasen treiben, bedrohen uns jetzt ganz direkt. Das hätte man merken müssen.

In diesen Tagen finden Ostermärsche statt. In den letzten Jahren waren sie eher schlechter besucht. Wahrscheinlich kommen in diesem Jahr mehr Menschen. Aus Angst. Schon wird allerdings vor putinfreundlicher Unterwanderung beispielsweise hier gewarnt. Die Ostermarschierer werden sich angesichts der Gefahr mit ihrem Slogan „Frieden schaffen mit weniger Waffen“ schwertun. Ich war 1981 in Bonn bei der großen Friedensdemonstration, die sich für atomare Abrüstung einsetzte, überzeugt dabei. Die Liste der prominenten RednerInnen war damals lang. ( s.o. Link). Ich sehe und höre noch Heinrich Böll, der wie viele SchriftstellerInnen der Nachkriegszeit für das „Nie wieder“ stand. Einen Film dazu gibt es hier, damals auf wdr1 .Lokalzeit. Diskutiert über die Wiederbewaffnung wurde in Deutschland bereits viel früher-1955:Hier.Am 9.Mai 1955 trat Deutschland der NATO bei. Fünf Tage später gründete die Sowjetunion mit ihren Satellitenstaaten, darunter die DDR, den Warschauer Pakt.

Ein Foto von 1981 : Hier

War alles falsch? Der Ruf nach weniger Waffen? Alles hat offensichtlich seine Zeit. Jetzt brauchen die Menschen in der Ukraine Waffen. Und was mache ich? Ich suche. . . nein, keine Ostereier. . .

Ich suche schon seit einiger Zeit, zugegeben etwas verwirrt, den letzten blauen Aufkleber mit der weißen Taube aus den Zeiten der Friedensbewegung. Er lag immer auf meinem Schreibtisch. Ich finde ihn nicht mehr.

So sah der Aufkleber aus hier

Dafür ein Gedicht von Matthias Claudius:

‚s Krieg!

s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede Du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre,
Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,
Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten und mir fluchten
In ihrer Todesnot?

Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammelten, und mir zu Ehren krähten
Von einer Leich herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre,
Nicht schuld daran zu sein!

Trotz allem wünscht AGORA-LA frohe Ostertage: Gute Wünsche insbesondere auch an die jüdischen MitbürgerInnen, deren Pessahfest in diesem Jahr auf den Karfreitag fällt und an die muslimischen MitbürgerInnen im laufenden Ramadan (1. April bis 1.Mai 2022). Die Religionsfeiertage aller drei Religionen fallen nämlich in diesem Jahr zusammen.- Das russisch-orthodoxe Osterfest beginnt erst eine Woche später.

Zu den Ostermärschen hier. (21.15 Uhr)

Krieg und Frieden?

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