Geschichte zum Anfassen

“Hands on”-Projekt in LA

Mal etwas Interessantes: Geschichte zum Anfassen, live dabei auf den Spuren in die Vergangenheit. Schon wieder das Dammhäusle. Sie wissen schon: Die Baustelle rund um das Dammhäusle, das sich ganz nebenbei auch zum Kunstprojekt entwickelte. (vgl.hier, hier).

Was ist passiert? Gestern Abend kommt eine Mail an mit mehreren Fotos, Absender Architekt Weber, der mal wieder etwas Interessantes gefunden hat. Man öffnet sofort interessiert: Schriftliches aus der Vergangenheit. Man wird neugierig und freut sich über ein Thema, das mal nichts mit dem alltäglichen Chaos der Welt in der Gegenwart zu tun hat:

Die Restauratoren der Firma Frei haben unter ihrer Plane etwas entdeckt, der zuständige Architekt Weber hat weiter geforscht und Fragen in Richtung Gemeindearchivar verteilt.

War es zunächst die Farbe, die ursprünglich unter dem für uns so gewohnten Gelb des Häuschens hervortrat, so fanden die Restauratoren jetzt eine Inschrift aus dem Jahre 1927: “Juli 1927 errichtet von Gust.-Rauh“.( Die Frage war, ob es ein “o” oder ein “s”vor dem” t” ist) . Leider wird das Licht auf dem Foto stark reflektiert. Aber dank unseres Stadtarchivars Andreas Fuchs war sehr schnell klar, wer sich dort verewigt hatte: Ein gewisser Gustav Rauh.

(c) Foto: Firma Anton Frei, Blick auf das geöffnete Dach unter der Plane

(c) Foto: Firma Anton Frei:Inschrift: “Juli 1927 errichtet von Gust.-Rauh

(c) Gemeindearchiv Langenargen

Es gab eine Zimmerei, die ihren Firmensitz damals in der Lindauer Straße hatte. Der oben abgebildete Briefkopf stammt aus früherer Zeit. Gustav muss damit ein Sohn dieses Ferdinand gewesen sein, sagt Herr Fuchs. Der muss es wissen. Er ist schließlich der Herr über die Dokumente der Langenargener Vergangenheit. Offensichtlich war eine „Zimmerei mit Motorbetrieb“ etwas Besonderes, wenn dieses technische Alleinstellungsmerkmal extra erwähnt wurde.

Für die Einordnung der Entstehungszeit dieses Häuschens ist nun wichtig, dass damit das zunächst nur vermutete Jahr 1927 der Errichtung klar ist. Schön, dass diese Erkenntnisse gerade rechtzeitig zur 1250-Jahrfeier aus den Tiefen der Vergangenheit ans Licht kommen.

So betreten Schiffsreisende bereits seit 1927 festen Boden nach manch stürmischer Fahrt in Richtung Langenargen. Vorbei an dem Dammhäusle, das den Wartenden Schutz bietet. Wer hätte gedacht, dass es so viele Erzählanlässe birgt!

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