Im Amtsblatt kurz und knapp
Hier im Montfort-Boten (MOBO) vom 28.2.2025 im amtlichen Teil wurde in gewohnt knapper Form der Bericht aus dem Gemeinderat seitens der Verwaltung noch vor den Fasnet-Ferien veröffentlicht. Es war eine lange Sitzung, die sich an die Sitzung von AUT und Stiftungsrat ( vgl. hier) anschloss.
Es sei der TOP 8 herausgegriffen. Im MOBO heißt es kurz knapp unter der Überschrift: Neubau Feuerwehrgerätehaus – Sachstandsbericht (TOP 8): „Der Gemeinderat nahm den Sachstandsbericht zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses zur Kenntnis.“ Da muss man von der Pressebank aus etwas genauer hinschauen:

Nach dem Sachstandsbericht des Architekturbüros Lanz Schwager befindet sich das Projekt im Zeitplan aktuell unter der genehmigten Kostenberechnung und in der Fertigstellung voraussichtlich ca.3 Wochen nach dem aktuell prognostizierten Termin. Der Grund für den verschobenen Termin liegt in einer für den Holzbau vom Zimmermann angekündigten Verzögerung, so hieß es in der Sitzung. Der Aufrichttermin ist nun etwas verspätet am 10.März 2025 angedacht. Daher haben die Architekten dem Bauherrn ( i.e. die Gemeinde LA )die erforderlichen rechtlichen Schritte nach VOB angeraten, könnte die mögliche Verzögerung doch Folgen für die nachfolgenden Gewerke haben. Die Kosten sollen stabil bleiben, die Termine zum Ende vermutlich unverändert, so die Architekten. Außerdem ging es noch um die Fassade und den Einbau eines stärkeren Aufzuges.
Schließlich meldete sich Gemeinderat Strodel (FWV) zu Wort, der in einem staccatoartigen Vortrag seinen Unmut über die vermutete Verzögerung am Bau kundtat. Er kritisierte in seinen Einlassungen heftig, dass der Zeitplan zum Feuerwehrhaus nun vielleicht doch nicht eingehalten werden könne. Es ergoss sich ein Schwall an Anschuldigungen an die Adresse der Architekten. Gemeinderätin Litz ( FWV) ergänzte ihren Kollegen und fragte nach den eingesparten Kosten, wo man diese denn am Bau eingespart hätte, nachdem die Architekten von Einsparungen am Bau gesprochen hatten.
Ansprechpartner in der Sache ist die Verwaltung. Sie ist Bauherrin, vertreten durch das Ortsbauamt, dessen Leiter Stark leider nicht anwesend war. Daher stellte Bürgermeister Münder schließlich klar: Sowohl Gesamtkosten als auch Zeitplan seien in allen Gremien immer transparent gemacht worden. Auch gab er mit Blick auf die zeitliche Komponente zu bedenken, dass das Feuerwehrhaus seit 2012 mit all seinen Unvorhersehbarkeiten in Planung sei. (Das Thema Feuerwehrhaus ist unter dem Stichwort „Feuerwehrhaus“ bei AGORA-LA ein Dauerbrenner, z.B. hier, Problem Tiefgarage mit zuvor nicht benannten juristischen Problemen rund um die Kosten)
Einschätzung
Es war schon befremdend, dass eine solche Schimpftirade in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung -auch unter großem Beifall der CDU- Fraktion- ohne Kritik am Umgangsstil in diesem Gremium hingenommen wurde. Die Gemeinderätinnen Köhle und Brugger (OGL) baten lediglich darum nicht allzu sehr in die Vergangenheit zu schauen. Offensichtlich wollte man so Schlimmeres verhindern. Dass schließlich seitens der FWV „es war nicht so gemeint“ geäußert wurde, war für die Außenstehenden nicht nachvollziehbar. Die Rede schien vorbereitet, sie wurde vorgelesen und muss daher in der Fraktion abgesprochen und gebilligt worden sein. Das ist stillos! So empfanden es übrigens auch die Bürger und Bürgerinnen im Zuschauerraum und in den Tagen danach bei Gesprächen im Ort.
Die noch neuen Gemeinderäte sollten sich künftig um eine gemäßigtere Sprache in einem Gremium, das die Bürgerschaft der Gemeinde vertritt, bemühen. Den angemessenen Ton müssen sie vielleicht noch lernen. Die „alten Hasen“ in den Fraktionen sollten darauf bestehen und gegebenenfalls Regeln zu Umgangsformen im Gremium formulieren. Derartige Verbalinjurien kennt man nur von ganz rechts im Bundestag. Davon sind wir trotz der hohen Stimmenzugewinne der AfD in LA hoffentlich doch weit genug entfernt! Die Umgangsformen in einem gewählten Gremium, das die Bürgerschaft vertritt, sollten gerade in einem kommunalen Gremium, wo es auf die Demokratie vor Ort ankommt, überdacht werden. Das war anschließend vielerorts zu hören.
Inzwischen wurde ein Leserbrief zum Verlauf der Sitzung im redaktionellen Teil des MOBO veröffentlicht. Hier (S.5)


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