Stiftungsratssitzung 

Bericht im MOBO TOP 6, S.4, 28.2.2025

Der Abmangelausgleich 2023 (s.o.) der Stiftung Hospital wurde in der Stiftungsratssitzung  am 17.2.2025 ausführlich besprochen, nachdem wohl  in einer Stiftungsratssitzung früheren Datums zuvor der Abmangelausgleich noch nicht beschlossen wurde. Bürgermeister Ole Münder zeigte in der aktuellen Sitzung anhand einer Präsentation die Kostenentwicklung der letzten Jahre auf. (vgl. Auszüge daraus unten)

Es ist sichtbar, dass die Verluste der Stiftung nicht erst im letzten Jahr erkennbar waren, sondern eine Entwicklung über die letzten Jahre darstellen.

Präsentation Ausschnitt (c)BM Münder, 17.2.2025

Präsentation Ausschnitt(c) BM Münder, 17.2.2025
Präsentation Ausschnitt (c) BM Münder, 17.2.2025

Die gesamte Präsentation (c) BM Münder ( aktualisiert, 9.3.2025):

Danach hatten die externen Berater Herrn Prof. Dr. Schraml und Herr Bischoff (Verband  kommunaler Seniorenheime) das Wort, die in einem  7-Punkteplan ( s. u.) zu Maßnahmen rieten. Es war ein umfangreicher Vortrag, der die Zuhörerschaft mit hinter die Kulissen der Abläufe des Hospitals nahm. Herr Bischoff zeigte auf, dass es sich mit um ein kleines Haus handle. Davon waren in der Regel aus Personalmangel jedoch in seinem Berichtzeitraum nicht alle Plätze belegt. Wenn Plätze nicht belegt werden, steigen die Kosten. Bei  Nichtbelegung fehlen die Einnahmen / Bett. Ein Ausgleich für nicht belegte Betten gibt es natürlich nicht. Plätze von AZUBIs sind übrigens nicht anrechenbar. Sie erleichtern jedoch einfach durch mehr Hände die Arbeit, ebenso liefern sie qualifiziertes Personal für die Zukunft.

Bürgermeister Münder fragte ihn nach seinen Erkenntnissen, die Herr Bischoff wie folgt beschrieb: er habe eine hoch motiviertes Team vorgefunden, allerdings sei nicht immer deutlich geworden, wer welchen „Hut im Alltag aufhabe.“ Zuständigkeiten seien nicht genau festgelegt, die Kommunikationswege unklar, kein regelmäßiger Austausch, kein Controlling, auch die Klärung von  Pflegegraden unvollständig-  es gäbe zwar Zahlen, aber diese würden nicht  immer  beachtet. Die Defizite seien hoch, waren wohl mit der ehemaligen Führung unvermeidbar.

Fazit: Sieben Punkte

Zu Verbesserung der Planung sollte am 28.2.2025 in einer Sitzung das Berichtswesen neu zu geregelt werden. In einem 7 Punkte-Plan, von Herrn Prof. Dr. Schraml und Herrn Bischoff vorgelegt, sollte festgelegt werden:

1.   Analyse der Zahlen und Ableitung notwendiger Schritte (erledigt): 
a. Reduzierung des Overheads in Form von Zusammenlegung von Einrichtungsleitung und   Pflegedienstleitung 
b.  Aufnahme von neuen Bewohnern 

2. Aktualisierung von Stellenbeschreibungen für Einrichtungsleitung, Pflegedienstleitung und beides in   Personalunion entlang der künftigen Anforderungen 
3. Erstellung eines quartalsweisen Berichtswesens an den Stiftungsrat 
4.  Intensivierung des Einrichtungscontrollings 
5.   Umsetzung der neuen Strukturen resultierend aus den Stellenbeschreibungen 
6.   Intensivierung der Regelkommunikation innerhalb des Hauses

7. Jährliche Pflegesatzverhandlungen

Anschließend stellte sich Nicole Frey als neue Hospitlaleiterin vor. Sie berichtete, dass viel Stammpersonal weggefallen sei, man jedoch im Sommer 2024 mit Anzeigen in sozialen Medien  gegengesteuert habe. Das Ziel sei keine Leiharbeit mehr zu benötigen. Im Moment seien 38 von 42 Plätzen belegt. Aus dem Gremium kamen dazu Nachfragen. Gemeinderat Terwart  (CDU) verwies darauf, dass  bei voller Belegung (42 Betten)) Einnahmen von 20 000 Euro mehr generiert werden könnten. Frau Frey wandte ein, man wolle lieber mit vier Bewohnern weniger kalkulieren, um dafür die teure Leiharbeit  einsparen zu  können. Im Moment habe man drei Leiharbeitskräfte. Herr Bischoff erklärte auf Nachfage von Gemeinderat Wittmann (FWV), dass die Pflegegrade in Rahmenverhandlungen festgelegt würden. Es ergebe sich nach Pflegegrad ein mittler Wert im Haus. Leider sollen in der letzten Zeit keine Verhandlungen über die Pflegesätze seitens der Gemeinde stattgefunden haben.

Einschub: AGORA-LA: Hier gibt es Infos über Pflegesatzverhandlungen. Warum diese Verhandlungen so wichtig sind:

Anhand der Kostenentwicklung der letzten Jahre (s.o.) ließ sich feststellen, dass  sich in der Vergangenheit der Abmangel durch Grundstücksverkäufe auffangen ließ. Mit der Prüfung über „den  Verkauf von der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist eines kleinen Grundstücksanteiles ihrer Fläche entlang der Jahnstraße an die Gemeinde Langenargen (Begradigung der Grundstückslinien)“ könnte der Stiftung wieder Geld zufließen. Dieser Vorschlag wurde bereits in der Vergangenheit seitens der OGL gemacht und in dieser Sitzung einstimmig befürwortet. Näheres aus der Vergangenheit hier.

Im Rahmen dieses Themas entspann sich schließlich eine Diskussion, ob denn nicht Grund, der im Nachhinein als geschützte Mähwiese ausgewiesen würde, weniger wert sei. Es wurde von einer möglichen „Zwangsenteignung“ ( Gemeinderat Wocher, CDU) gesprochen, gegen die man doch notfalls  mit  juristischen Mitteln vorgehen müsse. Er sprach von Willkür der Ämter (Zitat: „ Sie machen, was sie wollen!“) Die Fraktionsvorsitzende ( OGL) Köhle widersprach und wandte sich gegen  die Verwendung des Begriffes „ Willkür“ der Ämter in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung, vielmehr müsse man proaktiv mit den zuständigen Stellen sprechen .

Einschätzung:

Diese Stiftungsratssitzungen sind für die Öffentlichkeit sehr wichtig und aufschlussreich, gerade mit Blick auf die Planungen des neuen Pflegeheimes. Es lohnt sich, dort zuzuhören. Leider gibt es oft keine öffentliche Berichterstattung. AGORA-LA ist inzwischen meist dort. Es wäre hilfreich gerade mit Blick auf die Planungen des neuen Pflegeheims die Öffentlichkeit mehr mitzunehmen. (z.B. auf der Homepage LA). Man wird nicht  jünger und der Blick hinter die Kulissen einer solchen Einrichtung ist sehr lehrreich! Vielleicht trifft man sich als Bewohner dort mal wieder.

Weiterführendes zu den Stiftungsratssitzungen hier, hier hier

Ein verwandtes Thema

Der Beitrag ist länger geworden ist. Trotzdem soll auf den heutigen 8. März 2025 an den Weltfrauentag aufmerksam gemacht werden. Thematisch passt es ja: Schließlich sind die pflegenden Hände auch bei uns meist weiblich! Migrantinnen werden übrigens oft nochmals schlechter bezahlt. Hier. Wie es bei uns in BW aussieht, können Sie hier unter der Überschrift lesen: „Verdienstungleichheit zwischen Männern und Frauen in Baden-Württemberg bundesweit weiterhin am größten -Unbereinigter Gender Pay Gap bei 19 %, bereinigter Gender Pay Gap bei 5 %“ – Pflegesatzverhandler sollten dieses Thema auf dem Schirm haben.

Weltfrauentag: Nicht auf dem Hexenbesen sieht man die Frauen, sondern oft in unterbezahlten Mangelberufen

AGORA-LA wünscht ein sonniges Wochenende und einen guten Start nach den Faschingsferien! Die Narrenzeit wird wohl weiter gehen, wenn man auf Trump schaut!

img_5883

Schreibe einen Kommentar

Bereitgestellt von WordPress.com.

Up ↑